XI
Elftes Buch
Wir betrachten noch einmal die Eigentümlichkeit der vernünftigen Seele. Also: sie sieht sich selbst, sie setzt sich selbst auseinander, die Frucht, die sie hervorbringt erntet sie auch selbst (nicht wie bei den Früchten, die die Pflanzen- oder Tiernatur hervorbringt, die andere ernten). Ferner, sie erreicht ihr Ziel, wann immer das Leben zu Ende sein mag; anders als bei den Tanzstücken, und bei jedem Schauspiel, wo die ganze Handlung zum bloßen Stückwerk wird, wenn etwas dazwischen kommt. Denn sie führt, was sie sich vorgesetzt, vollständig und makellos zu Ende, an welchem Teile der Handlung und wo überhaupt sie auch betroffen werden mag, so daß sie sagen kann: “Ich habe das Meinige beisammen.” Sie umfaßt ferner die ganze Welt samt dem sie umgebenden Raume, und vermag sich ein Bild von ihr zu machen; sie dringt in die Unendlichkeit der Zeit, nimmt wahr die periodisch stattfindende Wiedergeburt aller Dinge, betrachtet sie und erkennt, daß, die nach uns kommen, nichts anderes sehen werden, so wie auch unsere Vorfahren nichts anderes sahen, sondern daß der, der etwa vierzig Jahre alt geworden, wofern er nur Geist hat, alles was gewesen und was sein wird, gesehen hat. Endlich ist es der vernünftigen Seele auch eigen, den Nächsten zu lieben, wahr zu sein, Ehrfurcht zu haben und nichts höher zu achten als sich selbst. Und in dem allen stimmt sie mit den Forderungen des allgemeinen Weltgesetzes überein, so daß zwischen der gesunden Vernunft und dem Wesen der Gerechtigkeit kein Unterschied ist.
Τὰ ἴδια τῆς λογικῆς ψυχῆς· ἑαυτὴν ὁρᾷ, ἑαυτὴν διαρθροῖ, ἑαυτὴν ὁποίαν ἂν βούληται ποιεῖ, τὸν καρπὸν ὃν φέρει αὐτὴ καρποῦται (τοὺς γὰρ τῶν φυτῶν καρποὺς καὶ τὸ ἀνάλογον ἐπὶ τῶν ζῴων ἄλλοι καρποῦνται), τοῦ ἰδίου τέλους τυγχάνει, ὅπου ἂν τὸ τοῦ βίου πέρας ἐπιστῇ, οὐχ ὥσπερ ἐπὶ ὀρχήσεως καὶ ὑποκρίσεως καὶ τῶν τοιούτων ἀτελὴς γίνεται ἡ ὅλη πρᾶξις, ἐάν τι ἐγκόψῃ, ἀλλ’ ἐπὶ παντὸς μέρους καὶ ὅπου ἂν καταληφθῇ, πλῆρες καὶ ἀπροσδεὲς ἑαυτῇ τὸ προτεθὲν ποιεῖ, ὥστε εἰπεῖν· ἐγὼ ἀπέχω τὰ ἐμά. ἔτι δὲ περιέρχεται τὸν ὅλον κόσμον καὶ τὸ περὶ αὐτὸν κενὸν καὶ τὸ σχῆμα αὐτοῦ καὶ εἰς τὴν ἀπειρίαν τοῦ αἰῶνος ἐκτείνεται καὶ τὴν περιοδικὴν παλιγγενεσίαν τῶν ὅλων ἐμπεριλαμβάνει καὶ περινοεῖ καὶ θεωρεῖ ὅτι οὐδὲν νεώτερον ὄψονται οἱ μεθ’ ἡμᾶς οὐδὲ περιττότερον εἶδον οἱ πρὸ ἡμῶν, ἀλλὰ τρόπον τινὰ ὁ τεσσαρακοντούτης, ἐὰν νοῦν ὁποσονοῦν ἔχῃ, πάντα τὰ γεγονότα καὶ τὰ ἐσόμενα ἑώρακε κατὰ τὸ ὁμοειδές. ἴδιον δὲ λογικῆς ψυχῆς καὶ τὸ φιλεῖν τοὺς πλησίον καὶ ἀλήθεια καὶ αἰδὼς καὶ τὸ μηδὲν ἑαυτῆς προτιμᾶν, ὅπερ ἴδιον καὶ νόμου· οὕτως ἄρ’ οὐδὲν διήνεγκε λόγος ὀρθὸς καὶ λόγος δικαιοσύνης.
Ein schöner Gesang, ein schöner Tanz, ein schönes Spiel ist nur so lange schön, solange man das Ganze anschaut. Zerlegt man aber jenen in seine einzelnen Töne, diese in ihre einzelnen Bewegungen, und hält dieselben für sich fest, so verlieren sie ihren Reiz. Nur die Tugend und was von ihr ausgeht, ist und bleibt immer schön. Daher übe nur bei allem andern jene Zergliederung, auch bei der Anschauung des Lebens.
Ὠιδῆς ἐπιτερποῦς καὶ ὀρχήσεως καὶ παγκρατίου καταφρονήσεις, ἐὰν τὴν μὲν ἐμμελῆ φωνὴν καταμερίσῃς εἰς ἕκαστον τῶν φθόγγων καὶ καθ’ ἕνα πύθῃ σεαυτοῦ, εἰ τούτου ἥττων εἶ· διατραπήσῃ γάρ· ἐπὶ δὲ ὀρχήσεως τὸ ἀνάλογον ποιήσας καθ’ ἑκάστην κίνησιν ἢ σχέσιν, τὸ δ’ αὐτὸ καὶ ἐπὶ τοῦ παγκρατίου. ὅλως οὖν, χωρὶς ἀρετῆς καὶ τῶν ἀπ’ ἀρετῆς, μέμνησο ἐπὶ τὰ κατὰ μέρος τρέχειν καὶ τῇ διαιρέσει αὐτῶν εἰς καταφρόνησιν ἰέναι, τὸ δ’ αὐτὸ καὶ ἐπὶ τὸν βίον ὅλον μετάφερε.
Kommentar
Wann ist die Seele wahrhaft bereit, sich von dem Leibe zu trennen und so entweder zu verlöschen oder zu zerstieben, oder mit ihm fortzudauern? Wenn diese Bereitheit aus dem eigenen Urteil hervorgeht; wenn es nicht bloß aus Hartnäckigkeit geschieht, wie bei den Christen, sondern mit Überlegung und Würde und ohne Schauspielerei, so daß auch andere dem Eindrucke sich nicht entziehen können.
Οἵα ἐστὶν ἡ ψυχὴ ἡ ἕτοιμος, ἐὰν ἤδη ἀπολυθῆναι δέῃ τοῦ σώματος καὶ ἤτοι σβεσθῆναι ἢ σκεδασθῆναι ἢ συμμεῖναι. τὸ δὲ ἕτοιμον τοῦτο ἵνα ἀπὸ ἰδικῆς κρίσεως ἔρχηται, μὴ κατὰ ψιλὴν παράταξιν ὡς οἱ Χριστιανοί, ἀλλὰ λελογισμένως καὶ σεμνῶς καὶ ὥστε καὶ ἄλλον πεῖσαι, ἀτραγῴδως.
Hast du etwas getan zum Wohle anderer? Dann hast du auch dein eigenes gefördert. Das kann man gar nicht oft genug sich selber sagen.
Πεποίηκά τι κοινωνικῶς· οὐκοῦν ὠφέλημαι. τοῦτο ἵνα ἀεὶ πρόχειρον ἀπαντᾷ, καὶ μηδαμοῦ παύου.
Was treibst du für eine Kunst? Die Kunst, gut zu sein. Wie könnte dies aber anders gelingen als durch klare Einsicht in das Wesen der Natur und des Menschen.
Τίς σου ἡ τέχνη; ἀγαθὸν εἶναι. τοῦτο δὲ πῶς καλῶς γίνεται ὴ ἐκ θεωρημάτων, τῶν μὲν περὶ τῆς τοῦ ὅλου φύσεως, τῶν δὲ περὶ τῆς ἰδίας τοῦ ἀνθρώπου κατασκευῆς.
Zuerst entstanden die Tragödien, die uns erinnern, daß alles, was geschieht, gerade so geschehen müsse. Und dann wollen wir doch, was uns auf der Bühne ergötzt, uns nicht zum Anstoß gereichen lassen, wenn´s auf der größeren Bühne uns entgegentritt. Auf die Tragödie folgt die alte Komödie. Ihr Freimut war erzieherisch. Wir wurden durch ihr offenherziges Wesen gemahnt, Prunk und Stolz abzutun. Daher entlehnte sogar ein Diogenes nicht selten aus ihr. Dann kam die Komödie der mittleren Zeit und dann die neueste. Sie artete bald in ein künstliches Wesen der Nachahmung aus. Und wenn wir auch nicht verkennen daß sie so manches Treffliche enthält, so frage ich doch: welchen Zweck denn eigentlich diese ganze dramatische Poesie verfolge?
Πρῶτον αἱ τραγῳδίαι παρήχθησαν ὑπομνηστικαὶ τῶν συμβαινόντων καὶ ὅτι ταῦτα οὕτως πέφυκε γίνεσθαι καὶ ὅτι, οἷς ἐπὶ τῆς σκηνῆς ψυχαγωγεῖσθε, τούτοις μὴ ἄχθεσθε ἐπὶ τῆς μείζονος σκηνῆς· ὁρᾶτε γὰρ ὅτι οὕτως δεῖ ταῦτα περαίνεσθαι καὶ ὅτι φέρουσιν αὐτὰ καὶ οἱ κεκραγότες· ʽἰὼ Κιθαιρών.ʼ καὶ λέγεται δέ τινα ὑπὸ τῶν τὰ δράματα ποιούντων χρησίμως· οἷόν ἐστιν ἐκεῖνο μάλιστα·καὶ πάλιν·καί· εἰ δ’ ἠμελήθην ἐκ θεῶν καὶ παῖδ’ ἐμώ,ἔχει λόγον καὶ τοῦτο· τοῖς πράγμασιν γὰρ οὐχὶ θυμοῦσθαι· βίον θερίζειν ὥστε κάρπιμον στάχυν· καὶ ὅσα τοιαῦτα. μετὰ δὲ τὴν τραγῳδίαν ἡ ἀρχαία κωμῳδία παρήχθη, παιδαγωγικὴν παρρησίαν ἔχουσα καὶ τῆς ἀτυφίας οὐκ ἀχρήστως δι’ αὐτῆς τῆς εὐθυρρημοσύνης ὑπομιμνῄσκουσα· πρὸς οἷόν τι καὶ Διογένης ταυτὶ παρελάμβανε. μετὰ ταύτην ἡ μέση κωμῳδία καὶ λοιπὸν ἡ νέα πρὸς τί ποτε παρείληπται, ἣ κατ’ ὀλίγον ἐπὶ τὴν ἐκ μιμήσεως φιλοτεχνίαν ὑπερρύη, ἐπίστησον. ὅτι μὲν γὰρ λέγεται καὶ ὑπὸ τούτων τινὰ χρήσιμα οὐκ ἀγνοεῖται, ἀλλὰ ἡ ὅλη ἐπιβολὴ τῆς τοιαύτης ποιήσεως καὶ δραματουργίας πρὸς τίνα ποτὲ σκοπὸν ἀπέβλεψεν;
Wie weit bist du in der Erkenntnis, daß keine andere Lebensweise zum Philosophieren so geeignet sei, als die, die du jetzt gerade führst?
Πῶς ἐναργὲς προσπίπτει τὸ μὴ εἶναι ἄλλην βίου ὑπόθεσιν εἰς τὸ φιλοσοφεῖν οὕτως ἐπιτήδειον ὡς ταύτην, ἐν ᾗ νῦν ὢν τυγχάνεις.
Ein Zweig von seinem Nachbarzweige losgehauen, ist damit notwendig zugleich auch vom ganzen Baume abgehauen. So auch der Mensch: hat er sich nur mit einem einzigen zerspalten, so ist er von der ganzen menschlichen Gesellschaft abgefallen. Den Zweig nun haut ein anderer ab, der Mensch aber trennt durch seinen Haß und seine Feindschaft sich selbst von seinem Nächsten, freilich, ohne es zu wissen, daß er sich damit auch vom Ganzen losgerissen. Doch ist es ein Geschenk des Gottes, der die menschliche Gesellschaft gründete, daß es uns freisteht, mit dem, woran wir früher hielten, wiederum zusammenzuwachsen und so zur Vollendung des Ganzen wieder beizutragen, nur daß, je öfter eine solche Lostrennung geschieht, die Einigung und Wiederherstellung desto schwieriger wird, und daß ein Zweig, der von Anfang an im Zusammenhange mit dem Stamme blieb und mit ihm verwachsen stets dasselbe ein- und aushauchte, doch ein ganz ander Ding ist, als der Zweig, der erst getrennt, dann wieder eingepfropft worden. Denn was auch die Gärtner sagen mögen: er wächst wohl an, doch nicht zu jener vollen Lebenseinheit.
Κλάδος τοῦ προσεχοῦς κλάδου ἀποκοπεὶς οὐ δύναται μὴ καὶ τοῦ ὅλου φυτοῦ ἀποκεκόφθαι. οὕτω δὴ καὶ ἄνθρωπος ἑνὸς ἀνθρώπου ἀποσχισθεὶς ὅλης τῆς κοινωνίας ἀποπέπτωκε. κλάδον μὲν οὖν ἄλλος ἀποκόπτει· ἄνθρωπος δὲ αὐτὸς ἑαυτὸν τοῦ πλησίον χωρίζει μισήσας καὶ ἀποστραφείς, ἀγνοεῖ δὲ ὅτι καὶ τοῦ ὅλου πολιτεύματος ἅμα ἀποτέτμηκεν ἑαυτόν. πλὴν ἐκεῖνό γε δῶρον τοῦ συστησαμένου τὴν κοινωνίαν Διός· ἔξεστι γὰρ ἡμῖν πάλιν συμφῦναι τῷ προσεχεῖ καὶ πάλιν τοῦ ὅλου συμπληρωτικοῖς γενέσθαι. πλεονάκις μέντοι γινόμενον τὸ κατὰ τὴν τοιαύτην διαίρεσιν δυσένωτον καὶ δυσαποκατάστατονἀποχωροῦν ποιεῖ. ὅλως τε οὐχ ὅμοιος ὁ κλάδος ὁ ἀπ’ ἀρχῆς συμβλαστήσας καὶ σύμπνους συμμείνας τῷ μετὰ τὴν ἀποκοπὴν αὖθις ἐγκεντρισθέντι, ὅ τι ποτὲ λέγουσιν οἱ φυτουργοί. τὸ
Wer dich auch hindern möchte in der Befolgung rein vernünftiger Grundsätze — , wie es ihm nicht gelingen soll, dich deiner gesunden Lebensweise wirklich abwendig zu machen — , so soll er noch viel weniger deinem Herzen die freundliche Gesinnung entreißen. Verrät es doch dieselbe Schwäche, wenn man solchen Leuten gram wird, wie wenn man seinem Vorsatz untreu wird, sich niederschlagen läßt und vom Platze weicht. Den Fahnenflüchtigen gleichen beide, der sowohl der aus Furcht zurücktritt, wie der, der mit seinem natürlichen Freund und Bruder verfeindet ist.
Οἱ ἐνιστάμενοι προιόντι σοι κατὰ τὸν ὀρθὸν λόγον ὥσπερ ἀπὸ τῆς ὑγιοῦς πράξεως ἀποτρέψαι σε οὐ δυνήσονται, οὕτως μηδὲ τῆς πρὸς αὐτοὺς εὐμενείας ἐκκρουέτωσαν, ἀλλὰ φύλασσε σεαυτὸν ἐπ’ ἀμφοτέρων ὁμοίως, μὴ μόνον ἐπὶ τῆς εὐσταθοῦς κρίσεως καὶ πράξεως, ἀλλὰ καὶ ἐπὶ τῆς πρὸς τοὺς κωλύειν ἐπιχειροῦντας ἢ ἄλλως δυσχεραίνοντας πρᾳότητος. καὶ γὰρ τοῦτο ἀσθενές, τὸ χαλεπαίνειν αὐτοῖς, ὥσπερ τὸ ἀποστῆναι τῆς πράξεως καὶ ἐνδοῦναι καταπλαγέντα· ἀμφότεροι γὰρ ἐπίσης λειποτάκται, ὁ μὲν ὑποτρέσας, ὁ δὲ ἀλλοτριωθεὶς πρὸς τὸν φύσει συγγενῆ καὶ φίλον.
Kein Naturprodukt steht einem Erzeugnisse der Kunst nach, denn die Künste sind Nachahmer der Natur. Darum dürfte denn wohl dem vollkommensten und umfassendsten Naturwesen die künstlerische Geschicklichkeit nicht fehlen. Und wie die Künste das Geringere nur leisten um des Besseren willen — darin der Natur selber ähnlich — : so auch der Mensch, wofern Gerechtigkeit entstehen soll, aus der dann weiter alle übrigen Tugenden sich entwickeln. Denn wollten wir uns nur mit sittlich gleichgültigen Dingen zu schaffen machen, wollten wir leichtgläubig, voreilig, wetterwendisch sein, so stände es schlecht um die Gerechtigkeit.
ʽΟὐκ ἔστι χείρων οὐδεμία φύσις τέχνηςʼ καὶ γὰρ αἱ τέχναι τὰς φύσεις μιμοῦνται. εἰ δὲ τοῦτο, ἡ πασῶν τῶν ἄλλων τελεωτάτη καὶ περιληπτικωτάτη φύσις οὐκ ἂν ἀπολείποιτο τῆς τεχνικῆς εὐμηχανίας. πᾶσαι δέ γε τέχναι τῶν κρειττόνων ἕνεκεν τὰ χείρω ποιοῦσιν· οὐκοῦν καὶ ἡ κοινὴ φύσις. καὶ δὴ ἔνθεν μὲν γένεσις δικαιοσύνης, ἀπὸ δὲ ταύτης αἱ λοιπαὶ ἀρεταὶ ὑφίστανται· οὐ γὰρ τηρηθήσεται τὸ δίκαιον, ἐὰν ἤτοι διαφερώμεθα πρὸς τὰ μέσα ἢ εὐεξαπάτητοι καὶ προπτωτικοὶ καὶ μεταπτωτικοὶ ὦμεν.
Nicht kommen die Dinge, die du mit Leidenschaft suchst oder fliehst, zu dir, nicht sie drängen sich dir auf, sondern du drängst dich ihnen auf. Kannst du das Nachdenken über sie nur lassen, so bleiben sie auch ruhig wo sie sind, und man wird dich alsdann nicht ihnen nachlaufen oder auf der Flucht vor ihnen sehen.
Οὐκ ἔρχεται ἐπὶ σὲ τὰ πράγματα ὧν αἱ διώξεις καὶ φυγαὶ θορυβοῦσί σε, ἀλλὰ τρόπον τινὰ αὐτὸς ἐπ̓ ἐκεῖνα ἔρχῃ· τὸ γοῦν κρῖμα τὸ περὶ αὐτῶν ἡσυχαζέτω κἀκεῖνα μενεῖ ἀτρεμοῦντα καὶ οὔτε διώκων οὔτε φεύγων ὀφθήσῃ. Εἰ μὲν
Die Seele gleicht einer vollkommenen Kugel, insofern sie sich weder nach etwas hindehnt, noch nach innen einläuft, weder zerstreut wird, noch zusammenschmilzt. Sie wird von einem Licht erleuchtet, bei dem sie die allgemeine Wahrheit und die eigene erkennen kann.
Σφαῖρα ψυχῆς αὐτοειδής, ὅταν μήτε ἐκτείνηται ἐπί τι μήτε ἔσω συντρέχῃ μήτε σπειρᾶται μήτε συνιζάνῃ, ἀλλὰ φωτὶ λάμπηται ᾧ τὴν ἀλήθειαν ὁρᾷ τὴν πάντων καὶ τὴν ἐν αὑτῇ.
Wenn ich bereit bin, einem Irrenden das Rechte zu zeigen, so soll ich das nicht etwa tun aus Begierde, ihn bloßzustellen, auch nicht, um mit meiner Langmut zu prahlen, sondern in Liebe und Aufrichtigkeit, wie die Geschichte von Phokion erzählt, wofern dieser Mann nicht etwa wieder mit seiner Aufrichtigkeit geprahlt hat. Es muß ein innerliches Tun sein, die Götter müssen einen Menschen sehen, der nichts mit Ärger aufnimmt, niemals sich beklagt. Denn was gäbe es auch wohl Schlimmes für dich, wenn du das stets freiwillig tust, was deiner Natur entspricht, das Gemeinwohl auf jede mögliche Weise zu fördern, was der Allnatur gerade dienlich ist.
Καταφρονήσει μού τις; ὄψεται. ἐγὼ δὲ ὄψομαι ἵνα μή τι καταφρονήσεως ἄξιον πράσσων ἣ λέγων εὑρίσκωμαι. μισήσει; ὄψεται. ἀλλὰ ἐγὼ εὐμενὴς καὶ εὔνους παντὶ καὶ τούτῳ αὐτῷ ἕτοιμος τὸ παρορώμενον δεῖξαι, οὐκ ὀνειδιστικῶς οὐδὲ ὡς κατεπιδεικνύμενος ὅτι ἀνέχομαι, ἀλλὰ γνησίως καὶ χρηστῶς, οἷος ὁ Φωκίων ἐκεῖνος, εἴ γε μὴ προσεποιεῖτο. τὰ ἔσω γὰρ δεῖ τοιαῦτα εἶναι καὶ ὑπὸ τῶν θεῶν βλέπεσθαι ἄνθρωπον πρὸς μηδὲν ἀγανακτικῶς διατιθέμενον μηδὲ δεινοπαθοῦντα. τί γάρ σοι κακόν, εἰ αὐτὸς νῦν ποιεῖς τὸ τῇ φύσει σου οἰκεῖον καὶ δέχῃ τὸ νῦν τῇ τῶν ὅλων φύσει εὔκαιρον, ἄνθρωπος τεταμένος πρὸς τὸ γίνεσθαι δι’ ὅτου δὴ τὸ κοινῇ συμφέρον;
Die einander verachten, sind gerade die, die einander zu gefallen streben; und die sich untereinander hervortun wollen, gerade die, die sich voreinander bücken.
Ἀλλήλων καταφρονοῦντες ἀλλήλοις ἀρεσκεύονται καὶ ἀλλήλων ὑπερέχειν θέλοντες ἀλλήλοις ὑποκατακλίνονται.
Wie zweideutig und schmutzig ist jeder, der zu einem andern sagt: sprich, meine ich´s nicht wirklich gut zu dir? So etwas zu sagen! Es muß von selber klar werden. Auf deiner Stirn muß es geschrieben stehen: so ist´s; aus den Augen muß es hervorleuchten, wie des Liebenden Blick die Liebe gleich verrät. Geheuchelte Aufrichtigkeit ist wie ein Dolch. Nichts häßlicher als Wolfsfreundschaft. Meide sie allermeist! Der Gutgesinnte, Aufrichtige und Wohlwollende zeigt sich unverkennbar schon in seinen Augen.
Ὡς σαπρὸς καὶ κίβδηλος ὁ λέγων· ἐγὼ προῄρημαι ἁπλῶς σοι προσφέρεσθαι. τί ποιεῖς, ἄνθρωπε; τοῦτο οὐ δεῖ προλέγειν. αὐτὸ φανήσεται· ἐπὶ τοῦ μετώπου γεγράφθαι ὀφείλει· εὐθὺς ἡ φωνὴ τοιοῦτον ἠχεῖ, εὐθὺς ἐν τοῖς ὄμμασιν ἐξέχει, ὡς τῶν ἐραστῶν ἐν τῷ βλέμματι πάντα εὐθὺς γνωρίζει ὁ ἐρώμενος. τοιοῦτον ὅλως δεῖ τὸν ἁπλοῦν καὶ ἀγαθὸν εἶναι, οἶον γράσωνα, ἵνα ὁ παραστὰς ἅμα τῷ προσελθεῖν, θέλει οὐ θέλει, αἴσθηται. ἐπιτήδευσις δὲ ἁπλότητος σκάλμη ἐστίν. οὐδέν ἐστιν αἴσχιον λυκοφιλίας· πάντων μάλιστα τοῦτο φεῦγε. ὁ ἀγαθὸς καὶ ἁπλοῦς καὶ εὐμενὴς ἐν τοῖς ὄμμασιν ἔχουσι ταῦτα καὶ οὐ λανθάνει.
Wahrhaft gut zu leben — das ist eine Kraft und Fertigkeit der Seele? und sie verfügt darüber, wenn sie gegen das, was gleichgültig ist, sich wirklich auch gleichgültig verhält. Diese Gleichgültigkeit aber beruht wieder darauf, daß man die Dinge sich genau und von allen Seiten ansieht. Denn wir sind es selbst, die ihnen eine uns ängstigende Bedeutung unterlegen und sie uns so ausmalen, während es doch in unserer Macht steht, sie nicht so auszumalen, oder wenn sich ein solches Bild einmal unvermerkt in unsere Seele geschlichen hat, es sofort wieder auszulöschen. Auch braucht es solcher Vorsicht ja nur kurze Zeit! das Leben geht zu Ende! — Was hat demnach dies richtige Verhalten für große Schwierigkeiten? Denn ist es naturgemäß, so freue dich und nimm es leicht, ist's naturwidrig, untersuche, was deiner Natur gemäß ist, strebe danach, auch wenn es dir keinen Ruhm einbringt. Jedem ist gestattet, sein eigenes Wohl zu suchen.
Κάλλιστα διαζῆν, δύναμις αὕτη ἐν τῇ ψυχῇ, ἐὰν πρὸς τὰ ἀδιάφορά τις ἀδιαφορῇ. ἀδιαφορήσει δέ, ἐὰν ἕκαστον αὐτῶν θεωρῇ διῃρημένως καὶ ὁλικῶς καὶ μεμνημένος ὅτι οὐδὲν αὐτῶν ὑπόληψιν περὶ αὐτοῦ ἡμῖν ἐμποιεῖ οὐδὲ ἔρχεται ἐφ’ ἡμᾶς, ἀλλὰ τὰ μὲν ἀτρεμεῖ, ἡμεῖς δέ ἐσμεν οἱ τὰς περὶ αὐτῶν κρίσεις γεννῶντες καὶ οἷον γράφοντες ἐν ἑαυτοῖς, ἐξὸν μὲν μὴ γράφειν, ἐξὸν δέ, κἄν που λάθῃ, εὐθὺς ἐξαλεῖψαι· ὅτι ὀλίγου χρόνου ἔσται ἡ τοιαύτη προσοχὴ καὶ λοιπὸν πεπαύσεται ὁ βίος. τί μέντοι δύσκολον ἄλλως ἔχειν ταῦτα; εἰ μὲν γὰρ κατὰ φύσιν ἐστί, χαῖρε αὐτοῖς καὶ ῥᾴδια ἔστω σοι· εἰ δὲ παρὰ φύσιν, ζήτει τί ἐστί σοι κατὰ τὴν σὴν φύσιν καὶ ἐπὶ τοῦτο σπεῦδε, κἂν ἄδοξον ᾖ· παντὶ γὰρ συγγνώμη τὸ ἴδιον ἀγαθὸν ζητοῦντι.
Untersuche, woher jedes Ding seinen Ursprung nimmt und aus welchen Stoffen es besteht und in welche Form es sich verwandelt, wozu es durch die Umwandlung wird und daß ihm damit kein kein Übel widerfährt.
Πόθεν ἐλήλυθεν ἕκαστον καὶ ἐκ τίνων ἕκαστον ὑποκειμένων καὶ εἰς τί μεταβάλλει καὶ οἷον ἔσται μεταβαλὸν καὶ ὡς οὐδὲν κακὸν πείσεται.
Das Wichtigste ist immer zu wissen, in welchem Verhältnisse ich zu anderen stehe, nämlich, daß wir alle, einer um des anderen willen da sind (wobei sich das Verhältnis näher auch so gestalten kann, daß einer der Vorgesetzte der andern ist, wie der Widder der Schafherde, der Stier der Rinderherde). Dann, daß man die Menschen beobachtet, wie sie´s daheim, bei Tische oder sonstwo zu treiben pflegen, und welche Grundsätze als treibende Kraft in ihnen liegen. Und zumeist, welche Gewalt haben ihre Grundsätze über sie und mit wieviel Eigendünkel verrichten sie ihre Handlungen? Drittens, daß man bedenkt, daß alle, die unvernünftig handeln, unfreiwillig und unwissend so handeln — und Schmerz genug für sie liegt schon darin, daß sie eben Ungerechte, Undankbare, Geizige oder mit einem Worte Übeltäter heißen. Ferner, daß auch du so manchen Fehler hast und von derselben Art bist wie sie? daß, wenn du dich von gewissen Vergnügungen fern gehalten hast — vielleicht war´s Feigheit oder Ehrgeiz oder etwas dem Ähnliches, was dich fernhielt — du doch auch den Charakter hast, aus dem jene Vergehungen entspringen. Ferner, daß es gar nicht immer so feststeht, ob sie gefehlt haben, wenn es dir auch so scheint. Denn vieles geschieht aus einer weisen Berechnung der Umstände, die uns verborgen sein können. Man muß überhaupt erst so manches gelernt haben, ehe man über die Handlungsweise eines anderen richtig urteilen kann. Dann denke man doch immer wieder an die Kürze des menschlichen Lebens, zumal wenn man so recht aufgelegt ist, unwillig zu werden und aufzubrausen. Und weiter, daß es ja eben nicht jene Handlungen sind, die uns Beschwerde machen, sondern unsere Vorstellungen, die wir uns über sie machen. Schicke sie heim, und dein Zorn wird sich legen. Aber wie? Durch die Erwägung daß, was dir durch jene widerfährt, in Wahrheit nichts Schlechtes sei. Wäre es schlecht, dann wärst du ja notwendig selber dadurch schlecht geworden. — Und weiter, daß Zorn und Unwille über solche Dinge uns doch viel mehr beschweren, als die Dinge, über die du dich erzürnst. Und endlich, daß ein liebevolles Gemüt, wenn seine Liebe wirklich echt und ungeheuchelt ist, durch nichts kann überwunden werden. Auch dein allerärgster Feind kann dir nichts anhaben, wenn du auf deiner Liebe zu ihm beharrst, wenn du bei Gelegenheit ihn ermahnst und gerade, wenn er im Begriff ist, dir weh zu tun, ihm freundlich zusprichst: nicht doch, Lieber; wir sind zu etwas anderem geboren; mir schadest du ja nicht, du schadest dir selber, Kind! wenn du ihm so in sanfter Weise und alles wohlerwogen zeigst, daß sich dies so verhalte, und daß nicht einmal die Tiere so verfahren, die in Herden beisammen leben. Freilich muß dies ohne alle Ironie geschehen, nicht mit dem versteckten Wunsche, ihn zu demütigen, sondern aus reiner Liebe und ohne das Gefühl erlittener Kränkung, auch nicht im Schulmeisterton oder im Beisein eines andern, sondern mit ihm allein, selbst wenn andere gegenwärtig wären. — Diese neun Punkte also erwäge fleißig, laß sie Eingang bei dir finden, als wären es ebensoviele Gaben der Musen und fange einmal an, ein Mensch zu sein, solange du noch lebst. Sanftmut und Milde — das ist das echte Menschliche und Männliche; hierin liegt Kraft und Tapferkeit und Stärke, nicht im Zorn und im beleidigten Wesen. Denn je näher etwas an die völlige Leidenschaftslosigkeit grenzt, desto näher kommt es wirklicher Macht. Und wie die Traurigkeit ein Zeichen der Schwäche ist, so ist es auch der Zorn. In beiden sind wir verwundete, geschlagene Leute. Aber freilich, vor Kriecherei muß man sich ebensosehr hüten, wie vor dem Zorn, da sie ebenso gegen die Grundbedingungen der Gemeinschaft ist und ebenso verderblich wirkt. — Willst du, so nimm vom Musageten noch ein Zehntes: Wahnsinnig ist´s zu fordern, daß schlechte Menschen nicht fehlen sollen, unbillig aber und willkürlich, zu verstatten, daß sie sich gegen andere vergehen, nicht aber, daß sie dich verwunden.
Πρῶτον, τίς ἡ πρὸς αὐτούς μοι σχέσις καὶ ὅτι ἀλλήλων ἕνεκεν γεγόναμεν καὶ καθ’ ἕτερον λόγον προστησόμενος αὐτῶν γέγονα ὡς κριὸς ποίμνης ἢ ταῦρος ἀγέλης. ἄνωθεν δὲ ἔπιθι ἀπὸ τοῦ· εἰ μὴ ἄτομοι, φύσις ἡ τὰ ὅλα διοικοῦσα· εἰ τοῦτο, τὰ χείρονα τῶν κρειττόνων ἕνεκεν, ταῦτα δὲ ἀλλήλων. Καὶ Τρίτον, ὅτι, εἰ μὲν ὀρθῶς ταῦτα ποιοῦσιν, οὐ δεῖ δυσχεραίνειν· εἰ ὀ οὐκ ὀρθῶς, δηλονότι ἄκοντες καὶ ἀγνοοῦντες. πᾶσα γὰρ ψυχὴ ἄκουσα στέρεται, ὥσπερ τοῦ ἀληθοῦς, οὕτως καὶ τοῦ κατ’ ἀξίαν ἑκάστῳ προσφέρεσθαι. ἄχθονται γοῦν ἀκούοντες ἄδικοι καὶ ἀγνώμονες καὶ πλεονέκται καὶ καθάπαξ ἁμαρτητικοὶ περὶ τοὺς πλησίον. Πέμπτον, ὅτι οὐδὲ εἰ ἁμαρτάνουσι κατείληφας· πολλὰ γὰρ κατ’ οἰκονομίαν γίνεται καὶ ὅλως πολλὰ δεῖ πρότερον μαθεῖν, ἵνα τις περὶ ἀλλοτρίας πράξεως καταληπτικῶς τι ἀποφήνηται. Ὄγδοον, ὅσῳ χαλεπώτερα ἐπιφέρουσιν αἱ ὀργαὶ καὶ λῦπαι αἱ ἐπὶ τοῖς τοιούτοις, ἤπερ αὐτά ἐστιν ἐφ’ οἷς ὀργιζόμεθα καὶ λυπούμεθα. Τούτων τῶν ἐννέα κεφαλαίων μέμνησο ὡς παρὰ τῶν Μουσῶν δῶρα εἰληφὼς καὶ ἄρξαι ποτὲ ἄνθρωπος εἶναι, ἕως ζῇς. φυλακτέον δὲ ἐπίσης τῷ ὀργίζεσθαι αὐτοῖς τὸ κολακεύειν αὐτούς· ἀμφότερα γὰρ ἀκοινώνητα καὶ πρὸς βλάβην φέρει. πρόχειρον δὲ ἐν ταῖς ὀργαῖς ὅτι οὐχὶ τὸ θυμοῦσθαι ἀνδρικόν, ἀλλὰ τὸ πρᾷον καὶ ἥμερον ὥσπερ ἀνθρωπικώτερον, οὕτως καὶ ἀρρενικώτερον καὶ ἰσχύος καὶ νεύρων καὶ ἀνδρείας τούτῳ μέτεστιν, οὐχὶ τῷ ἀγανακτοῦντι καὶ δυσαρεστοῦντι· ὅσῳ γὰρ ἀπαθείᾳ τοῦτο οἰκειότερον, τοσούτῳ καὶ δυνάμει. ὥσπερ τε ἡ λύπη ἀσθενοῦς, οὕτως καὶ ἡ ὀργή· ἀμφότεροι γὰρ τέτρωνται καὶ ἐνδεδώκασιν. Εἰ δὲ βούλει, καὶ δέκατον παρὰ τοῦ Μουσηγέτου δῶρον λάβε, ὅτι τὸ μὴ ἀξιοῦν ἁμαρτάνειν τοὺς φαύλους μανικόν· ἀδυνάτου γὰρ ἐφίεται. τὸ δὲ συγχωρεῖν ἄλλοις μὲν εἶναι τοιούτους, ἀξιοῦν δὲ μὴ εἰς σὲ ἁμαρτάνειν, ἄγνωμον καὶ τυραννικόν.
Viererlei Verirrungen des Geistes gibt es, vor denen man sich stets in acht zu nehmen hat, und denen man, sobald sie ausgespürt sind, ausbiegen muß, indem man sich bewußt wird: dies ist ein Gedanke, zu dem dich nichts zwingt; dies ist etwas, wodurch die menschliche Gesellschaft aufgelöst wird; dies redest du nicht von dir selbst (und es gibt nichts Törichteres, als nicht aus sich selbst heraus zu sprechen). Endlich, eine Schmach ist es, die du dir selber zufügst, sooft das göttlichere Teil an dir erniedrigt und herabgewürdigt ist von dem geringeren und sterblichen und dessen groben Lüsten.
Τέσσαρας μάλιστα τροπὰς τοῦ ἡγεμονικοῦ παραφυλακτέον διηνεκῶς καὶ ἐπειδὰν φωράσῃς ἀπαλειπτέον, ἐπιλέγοντα ἐφ’ ἑκάστου οὕτως· τοῦτο τὸ φάντασμα οὐκ ἀναγκαῖον· τοῦτο λυτικὸν κοινωνίας· τοῦτο οὐκ ἀπὸ σαυτοῦ μέλλεις λέγειν· τὸ γὰρ μὴ ἀφ’ ἑαυτοῦ λέγειν ἐν τοῖς ἀτοπωτάτοις νόμιζε. τέταρτον δέ ἐστι, καθὸ σεαυτῷ ὀνειδιεῖς, ὅτι τοῦτο ἡττωμένου ἐστὶ καὶ ὑποκατακλινομένου τοῦ ἐν σοὶ θειοτέρου μέρους τῇ ἀτιμοτέρᾳ καὶ θνητῇ μοίρᾳ, τῇ τοῦ σώματος καὶ ταῖς τούτου τραχείαις ἢ λείαις. κινήσεσιν
Alles Luftige und Feurige, was deinem Wesen beigemischt ist, obwohl es von Natur nach oben strebt, gehorcht doch der Anordnung des Alls und bleibt hier ruhig in der gesamten Masse. Ebenso alles Erdige und Feuchte, das nach unten strebt, wird doch fortwährend gehoben und behauptet den seiner Natur nicht zukommenden Ort. So gehorchen die Stoffe der Natur, wenn sie gewaltsam irgendwohin gestellt sind, und verweilen hier, bis das Zeichen zu ihrer Auflösung gegeben ist. Ist es nun nicht schlimm, wenn die Vernunft allein nicht gehorsam sein will und die ihr zugewiesene Stelle mit Unwillen betrachtet? Und das, wiewohl ihr nirgend Zwang auferlegt wird, sondern nur das, was ihrer Natur entspricht? Denn jede ihrer Bewegungen nach dem Unrecht oder nach dem Sinnenreiz, nach dem Zorn, nach dem Schmerz und nach der Furcht ist nichts anderes, als ein solches Fortstreben von dem ihr zugewiesenen Orte, als ein Abfall von der Natur. Und sooft deine Vernunft über irgendein Ereignis mißmutig wird, verläßt sie ihren Posten. Du bist zur Gleichmütigkeit und Gottesfurcht nicht weniger als zur Gerechtigkeit geschaffen. Der Begriff des Gemeingeists enthält noch jene Tugenden ja sie sind sogar älter als das Recht.
Τὸ μὲν πνευμάτιόν σου καὶ τὸ πυρῶδες πᾶν, ὅσον ἐγκέκραται, καίτοι φύσει ἀνωφερῆ ὄντα, ὅμως πειθόμενα τῇ τῶν ὅλων διατάξει παρακρατεῖται ἐνταῦθα ἐπὶ τοῦ συγκρίματος. καὶ τὸ γεῶδες δὲ τὸ ἐν σοὶ πᾶν καὶ τὸ ὑγρόν, καίτοι κατωφερῆ ὄντα, ὅμως ἐγήγερται καὶ ἕστηκε τὴν οὐχ ἑαυτῶν φυσικὴν στάσιν. οὕτως ἄρα καὶ τὰ στοιχεῖα ὑπακούει τοῖς ὅλοις, ἐπειδάν που καταταχθῇ σὺν βίᾳ, μένοντα μέχρις ἂν ἐκεῖθεν πάλιν τὸ ἐνδόσιμον τῆς διαλύσεως σημήνῃ. οὐ δεινὸν οὖν μόνον τὸ νοερόν σου μέρος ἀπειθὲς εἶναι καὶ ἀγανακτεῖν τῇ ἑαυτοῦ χώρᾳ; καίτοι οὐδέν γε βίαιον τούτῳ ἐπιτάσσεται, ἀλλὰ μόνα ὅσα κατὰ φύσιν ἐστὶν αὐτῷ· οὐ μέντοι ἀνέχεται, ἀλλὰ τὴν ἐναντίαν φέρεται. ἡ γὰρ ἐπὶ τὰ ἀδικήματα καὶ τὰ ἀκολαστήματα καὶ τὰς ὀργὰς καὶ τὰς λύπας καὶ τοὺς φόβους κίνησις οὐδὲν ἄλλο ἐστὶν ἢ ἀφισταμένου τῆς φύσεως. καὶ ὅταν δέ τινι τῶν συμβαινόντων δυσχεραίνῃ τὸ ἡγεμονικόν, καταλείπει καὶ τότε τὴν ἑαυτοῦ χώραν· πρὸς ὁσιότητα γὰρ καὶ θεοσέβειαν κατεσκεύασται οὐχ ἧττον ἢ πρὸς δικαιοσύνην. καὶ γὰρ ταῦτα ἐν εἴδει ἐστὶ τῆς εὐκοινωνησίας, μᾶλλον δὲ πρεσβύτερα τῶν δικαιοπραγημάτων.
Wer nicht im Leben einen und denselben Zweck verfolgt der ist auch eigentlich nicht ein und derselbe Mensch. Doch kommt es vor allem darauf an, von welcher Art dieser Zweck ist. Es hängt dies genau mit dem Begriff der Güter zusammen, der schwankend und unbestimmt bleibt, solange es sich darum handelt, was jedem einzelnen gut ist, und der zur Klarheit und Bestimmtheit nur gebracht werden kann, wenn man das Ganze, die Gemeinschaft aller ins Auge faßt. Und so muß auch der Zweck des Lebens eines jeden sich nach dem Ganzen richten, mit dem Zweck der Gemeinschaft, der man angehört, harmonisch wirken. Wer nun alle seine besonderen Neigungen diesem Zweck unterordnet und ihm gemäß gestaltet, der wird dadurch auch Konsequenz in seine Handlungsweise bringen und so immer derselbe Mensch sein.
ʽὯι μὴ εἶς καὶ ὁ αὐτός ἐστιν ἀεὶ τοῦ βίου σκοπός, οὗτος εἷς καὶ ὁ αὐτὸς δι’ ὅλου τοῦ βίου εἶναι οὐ δύναται.ʼ οὐκ ἀρκεῖ τὸ εἰρημένον, ἐὰν μὴ κἀκεῖνο προσθῇς, ὁποῖον εἶναι δεῖ τοῦτον τὸν σκοπόν. ὥσπερ γὰρ οὐχ ἡ πάντων τῶν ὁπωσοῦν τοῖς πλείοσι δοκούντων ἀγαθῶν ὑπόληψις ὁμοία ἐστίν, ἀλλ’ ἡ τῶν τοιῶνδέ τινων, τουτέστι τῶν κοινῶν, οὕτω καὶ τὸν σκοπὸν δεῖ τὸν κοινωνικὸν καὶ πολιτικὸν ὑποστήσασθαι. ὁ γὰρ εἰς τοῦτον πάσας τὰς ἰδίας ὁρμὰς ἀπευθύνων πάσας τὰς πράξεις ὁμοίας ἀποδώσει καὶ κατὰ τοῦτο ἀεὶ ὁ αὐτὸς ἔσται.
Das menschliche Leben gibt mir oft nichts weiter, als das Bild einer Haus- oder Feldmaus, die erschrocken hin und her läuft.
Τὸν μῦν τὸν ὀρεινὸν καὶ τὸν κατοικίδιον καὶ τὴν πτοίαν τούτου καὶ διασόβησιν.
Sokrates nannte die Meinungen der Menge Lamien, Schreckgestalten für Kinder.
Σωκράτης καὶ τὰ τῶν πολλῶν δόγματα Λαμίας ἐκάλει, παιδίων δείματα.
Die Lakedämonier stellten bei ihren Schauspielen die Sitze für Fremde in den Schatten. Sie selbst setzten sich an den ersten besten Platz.
Λακεδαιμόνιοι τοῖς μὲν ξένοις ἐν ταῖς θεωρίαις ὑπὸ τῇ σκιᾷ τὰ βάθρα ἐτίθεσαν, αὐτοὶ δὲ οὗ ἔτυχεν, ἐκαθέζοντο.
Als Sokrates sich bei Perdikkas entschuldigte, warum er seine Einladung nicht angenommen habe, sagte er: damit ich nicht vor Schimpf und Schande zu vergehen brauche als einer, der Wohltat empfängt, ohne sie mit Wohltat vergelten zu können.
Τῷ Περδίκκᾳ ὁ Σωκράτης περὶ τοῦ μὴ ἔρχεσθαι παρ’ αὐτόν· ʽἵνα, ἔφη, μὴ τῷ κακίστῳ ὀλέθρῳ ἀπόλωμαι,ʼ τουτέστι, μὴ εὖ παθῶν οὐ δυνηθῶ ἀντευποιῆσαι.
In Epikurs Schriften war die Lebensregel aufgezeichnet, daß man aus der Reihe der alten Tugendfreunde beständig einen im Andenken behalten solle.
Ἐν τοῖς τῶν Ἐπικουρείων γράμμασι παράγγελμα ἔκειτο συνεχῶς ὑπομιμνῄσκεσθαι τῶν παλαιῶν τινος τῶν ἀρετῇ χρησαμένων.
Die Pythagoräer sagen, man müsse früh zum Himmel aufblicken, damit wir derer gedenken, die immer eines und dasselbe, und die ihr Werk stets auf dieselbe Weise treiben, damit wir ihrer Ordnung, ihrer Reinheit, ihres unverhüllten Wesens gedenken. Denn die Gestirne haben keine Hülle.
Οἱ Πυθαγόρειοι· ἕωθεν εἰς τὸν οὐρανὸν ἀφορᾶν, ἵν’ ὑπομιμνῃσκώμεθα τῶν ἀεὶ κατὰ τὰ αὐτὰ καὶ ὡσαύτως τὸ ἑαυτῶν ἔργον διανυόντων καὶ τῆς τάξεως καὶ τῆς καθαρότητος καὶ τῆς γυμνότητος· οὐδὲν γὰρ προκάλυμμα ἄστρου.
Kommentar
Was für ein Mann war Sokrates, der ein Fell umgürtete, als Xanthippe in seinem Obergewand ausgegangen war! Und was sagte er zu seinen Freunden, als sie ihn in diesem Aufzug erblickten und entsetzt zurücktraten? Nicht das Kleid macht den Mann!
Οἷος ὁ Σωκράτης τὸ κῴδιον ὑπεζωσμένος, ὅτε ἡ Ξανθίππη λαβοῦσα τὸ ἱμάτιον ἔξω προῆλθε, καὶ ἃ εἶπεν ὁ Σωκράτης τοῖς ἑταίροις αἰδεσθεῖσι καὶ ἀναχωρήσασιν, ὅτε αὐτὸν εἶδον οὕτως ἐσταλμένον.
Weder im Schreiben noch im Lesen kannst du Vorschriften erteilen, ehe du mit deren Befolgung vorausgegangen bist. Im Leben noch viel weniger.
Ἐν τῷ γράφειν καὶ ἀναγινώσκειν οὐ πρότερον ἄρξεις πρὶν ἀρχθῇς. τοῦτο πολλῷ μᾶλλον ἐν τῷ βίῳ.
“Laß sie die Tugend schmähen, mit was für Worten sie wollen” — “ — Und es lachte das Herz mir im Busen.”
Ἐμὸν δ’ ἐγέλασσε φίλον κῆρ.
Lästern werden die Schwätzer mit harten Worten die Tugend.
Μέμψονται δ’ ἀρετὴν χαλεποῖς βάζοντες ἔπεσσιν.
Wer im Winter eine Feige sucht, ist wahnwitzig. Ebenso wer sich nach einem Kind sehnt, wenn ihm ein solches nicht mehr vergönnt ist.
Σῦκον χειμῶνος ζητεῖν μαινομένου· τοιοῦτος ὁ τὸ παιδίον ζητῶν, ὅτε οὐκέτι δίδοται.
Nach Epiktet soll jeder, der sein Kind küßt, bei sich denken: morgen vielleicht ist es tot. Das klingt wie eine Lästerung. Aber, sagt er, kann das eine Lästerung genannt werden, womit ich etwas rein Natürliches bezeichne? wenn ich z.B. sage: die Ähren werden abgemäht?
Καταφιλοῦντα τὸ παιδίον δεῖ, ἔλεγεν ὁ Ἐπίκτητος, ἔνδον ἐπιφθέγγεσθαι· αὔριον ἴσως ἀποθανῇ.—δύσφημα ταῦτα.—οὐδὲν δύσφημον, ἔφη, φυσικοῦ τινος ἔργου σημαντικόν· ἢ καὶ τὸ τοὺς στάχυας θερισθῆναι δύσφημον.
Jetzt unreife Traube, dann reif, dann getrocknet — lauter Wandlungen, doch nicht etwa in ein Nichts, sondern in ein Etwas, das jetzt noch nicht ist.
Ὄμφαξ, σταφυλή, σταφίς, πάντα μεταβολαί, οὐκ εἰς τὸ μὴ ὄν, ἀλλὰ εἰς τὸ νῦν μὴ ὄν.
Einen Räuber des Willens gibt es nicht, sagt Epiktet.
Λῃστὴς προαιρέσεως οὐ γίνεται· τὸ τοῦ Ἐπικτήτου.
Du mußt, sagt derselbe, mit dem Beifall kunstgerecht umgehen lernen und bei deinen Zielen die Vorsicht beobachten, daß sie an Bedingungen geknüpft sind, sich aufs Gemeinwohl richten und durch den Wert der Dinge bestimmen lassen. Aber der Begierden mußt du dich enthalten und meiden, was nicht in deiner Gewalt steht.
Τέχνην, ἔφη, δεῖ περὶ τὸ συγκατατίθεσθαι εὑρεῖν καὶ ἐν τῷ περὶ τὰς ὁρμὰς τόπῳ τὸ προσεκτικὸν φυλάσσειν, ἵνα μεθ’ ὑπεξαιρέσεως, ἵνα κοινωνικαί, ἵνα κατ’ ἀξίαν, καὶ ὀρέξεως μὲν παντάπασιν ἀπέχεσθαι, ἐκκλίσει δὲ πρὸς μηδὲν τῶν οὐκ ἐφ’ ἡμῖν χρῆσθαι.
Kommentar
Der Streit betrifft also (sagt Epiktet) nicht eine Alltagsangelegenheit, sondern vielmehr die Frage, ob man wahnsinnig sei oder nicht. Denn nach stoischer Anschauung sind alle Lasterhaften wahnsinnig.
Οὐ περὶ τοῦ τυχόντος οὖν, ἔφη, ἐστὶν ὁ ἀγών, ἀλλὰ περὶ τοῦ μαίνεσθαι ἢ μή.
Sokrates sagte: Was wollt ihr? wollt ihr Seelen vernünftiger oder unvernünftiger Wesen? Vernünftiger. Welcher Vernünftigen? Gesunder oder verderbter? Gesunder. Nun, warum sucht ihr sie nicht auf? Suchen? weil wir sie haben! Also warum zankt und streitet ihr euch?
Ὁ Σωκράτης ἔλεγε· τί θέλετε; λογικῶν ψυχὰς ἔχειν ἢ ἀλόγων;—λογικῶν.—τίνων λογικῶν; ὑγιῶν ἢ φαύλων;—ὑγιῶν.—τί οὖν οὐ ζητεῖτε;—ὅτι ἔχομεν.—τί οὖν μάχεσθε καὶ διαφέρεσθε;