IX
Neuntes Buch
Wer unrecht handelt, handelt gottlos. Denn die Natur hat die vernünftigen Wesen füreinander geschaffen nicht daß sie einander schaden, sondern nach Würdigkeit einander nützen sollen. Wer ihr Gebot übertritt, frevelt demnach offenbar wider die älteste der Gottheiten. Auch der mit Lügen umgeht, ist gottlos. Denn die Natur ist das Reich des Seienden. Alles aber, was ist, stimmt als solches überein mit seinem Grunde. Und diese Übereinstimmung nennt man Wahrheit. Auf ihr beruht alles, was man wahr nennt im einzelnen Falle. Der Lügner also handelt gottlos, weil er andere betrügt und somit unrecht handelt, tut er´s mit Absicht. Geschieht es unwillkürlich weil er nicht mit der Natur im Einklang ist, handelt er gottlos, weil er die Ordnung stört, indem er ankämpft gegen das Ganze. Denn im Kampf ist jeder, der sich wider die Wahrheit bestimmt, weil er von Natur für sie bestimmt ward. Wer aber dies außer acht läßt, ist schon so weit, Wahrheit und Lüge nicht unterscheiden zu können. Endlich handelt auch der gottlos, der dem Vergnügen nachgeht als einem Gute und vor dem Schmerz als einem Übel flieht, da ein solcher notwendig oft in den Fall kommt, die Natur zu tadeln, als teile sie den Guten und den Schlechten ihre Gaben nicht nach Verdienst aus. Denn wie oft genießen böse Menschen Glück und Freude, und haben, was ihnen Freude schaffen kann, während die Guten dem Leid anheimfallen und dem, was Leiden schafft. Ferner wird, wer sich vor dem Schmerze fürchtet, auch nicht ohne Furcht in die Zukunft blicken können, was schon gottlos ist, während der, der nach Lust strebt, sich kaum des Unrechts wird enthalten können, was offenbar gottlos ist. Und jedenfalls muß doch, wer in Übereinstimmung mit der Natur leben und ihr folgen will, gleichgültig gegen das sein, wogegen sich die Natur gleichgültig verhält, das aber tut sie gegen Lust und Schmerz, gegen Tod und Leben, Ehre und Schande. Wer also alles dies nicht gleichgültig ansieht, ist offenbar gottlos. Die gemeinsame Natur aber, sage ich, bedient sich derselben nach einerlei Regel (das heißt, sie begegnet nach dem Gesetz der Aufeinanderfolge den jetzigen wie den künftigen nach einerlei Regel) kraft eines uranfänglichen Zuges der Vorsehung, vermöge dessen sie von einem bestimmten Anfang her zur gegenwärtigen Welteinrichtung fortschritt, indem sie gewisse Grundstoffe des Werdenden zusammenfaßte und die erzeugenden Kräfte der Stoffe selbst, ihrer Verwandlungen und ihrer derartigen Aufeinanderfolge abgrenzte.
Ὁ ἀδικῶν ἀσεβεῖ· τῆς γὰρ τῶν ὅλων φύσεως κατεσκευακυίας τὰ λογικὰ ζῷα ἕνεκεν ἀλλήλων, ὥστε ὠφελεῖν μὲν ἄλληλα κατ’ ἀξίαν βλάπτειν δὲ μηδαμῶς, ὁ τὸ βούλημα ταύτης παραβαίνων ἀσεβεῖ δηλονότι εἰς τὴν πρεσβυτάτην τῶν θεῶν. καὶ ὁ ψευδόμενος δὲ ἀσεβεῖ περὶ τὴν αὐτὴν θεόν· ἡ γὰρ τῶν ὅλων φύσις ὄντων ἐστὶ φύσις· τὰ δέ γε ὄντα πρὸς τὰ ὑπάρχοντα πάντα οἰκείως ἔχει. ἔτι δὲ καὶ ἀλήθεια αὕτη ὀνομάζεται καὶ τῶν ἀληθῶν ἁπάντων πρώτη αἰτία ἐστίν. ὁ μὲν οὖν ἑκὼν ψευδόμενος ἀσεβεῖ, καθόσον ἐξαπατῶν ἀδικεῖ· ὁ δὲ ἄκων, καθόσον διαφωνεῖ τῇ τῶν ὅλων φύσει καὶ καθόσον ἀκοσμεῖ μαχόμενος τῇ τοῦ κόσμου φύσει· μάχεται γὰρ ὁ ἐπὶ τἀναντία τοῖς ἀληθέσι φερόμενος παρ’ ἑαυτόν· ἀφορμὰς γὰρ προειλήφει παρὰ τῆς φύσεως, ὧν ἀμελήσας οὐχ οἷός τέ ἐστι νῦν διακρίνειν τὰ ψευδῆ ἀπὸ τῶν ἀληθῶν. καὶ μὴν ὁ τὰς ἡδονὰς ὡς ἀγαθὰ διώκων, τοὺς δὲ πόνους ὡς κακὰ φεύγων ἀσεβεῖ· ἀνάγκη γὰρ τὸν τοιοῦτον μέμφεσθαι πολλάκις τῇ κοινῇ φύσει ὡς παῤ ἀξίαν τι ἀπονεμούσῃ τοῖς φαύλοις καὶ τοῖς σπουδαίοις, διὰ τὸ πολλάκις τοὺς μὲν φαύλους ἐν ἡδοναῖς εἶναι καὶ τὰ ποιητικὰ τούτων κτᾶσθαι, τοὺς δὲ σπουδαίους πόνῳ καὶ τοῖς ποιητικοῖς τούτου περιπίπτειν. ἔτι δὲ ὁ φοβούμενος τοὺς πόνους φοβηθήσεταί ποτε καὶ τῶν ἐσομένων τι ἐν τῷ κόσμῳ, τοῦτο δὲ ἤδη ἀσεβές· ὅ τε διώκων τὰς ἡδονὰς οὐκ ἀφέξεται τοῦ ἀδικεῖν, τοῦτο δὲ ἐναργῶς ἀσεβές· χρὴ δὲ πρὸς ἃ ἡ κοινὴ φύσις ἐπίσης ἔχει (οὐ γὰρ ἀμφότερα ἂν ἐποίει, εἰ μὴ πρὸς ἀμφότερα ἐπίσης εἶχε), πρὸς ταῦτα καὶ τοὺς τῇ φύσει βουλομένους ἕπεσθαι, ὁμογνώμονας ὄντας, ἐπίσης διακεῖσθαι· ὅστις οὖν πρὸς πόνον καὶ ἡδονὴν ἢ θάνατον καὶ ζωὴν ἢ δόξαν καὶ ἀδοξίαν, οἷς ἐπίσης ἡ τῶν ὅλων φύσις χρῆται, αὐτὸς οὐκ ἐπίσης ἔχει, δῆλον ὡς ἀσεβεῖ. λέγω δὲ τὸ χρῆσθαι τούτοις ἐπίσης τὴν κοινὴν φύσιν ἀντὶ τοῦ συμβαίνειν ἐπίσης κατὰ τὸ ἑξῆς τοῖς γινομένοις καὶ ἐπιγινομένοις ὁρμῇ τινι ἀρχαίᾳ τῆς προνοίας, καθ’ ἣν ἀπό τινος ἀρχῆς ὥρμησεν ἐπὶ τήνδε τὴν διακόσμησιν, συλλαβοῦσά τινας λόγους τῶν ἐσομένων καὶ δυνάμεις γονίμους ἀφορίσασα ὑποστάσεών τε καὶ μεταβολῶν καὶ διαδοχῶν τοιούτων.
Besser wär´s, wenn man die Welt verlassen könnte, ehe man all die Lüge und Heuchelei, den Prunk und Stolz geschmeckt. Hat man nun aber diese Dinge einmal schmecken müssen, so ist´s doch wohl der günstigere Fall, dann bald die Seele auszuhauchen, als mitten in dem Elend sitzen zu bleiben? Oder hat dich die Erfahrung nicht gelehrt, die Pest zu fliehen? und welche Pest ist schlimmer, die Verdorbenheit der uns umgebenden Luft, die Pest, die nur das tierische Wesen als solches trifft, oder die Verderbnis der Seele, die eigentliche Menschenpest?
Χαριεστέρου μὲν ἦν ἀνδρός, ἄγευστον ψευδολογίας καὶ πάσης ὑποκρίσεως καὶ τρυφῆς καὶ τύφου γενόμενον ἐξ ἀνθρώπων ἀπελθεῖν. τὸ δ’ οὖν κορεσθέντα γε τούτων ἀποπνεῦσαι δεύτερος πλοῦς. ἢ προῄρησαι προσκαθῆσθαι τῇ κακίᾳ καὶ οὔπω σε οὐδὲ ἡ πεῖρα πείθει φεύγειν ἐκ τοῦ λοιμοῦ; λοιμὸς γὰρ διαφθορὰ διανοίας πολλῷ γε μᾶλλον ἤπερ ἡ τοῦ περικεχυμένου τούτου πνεύματος τοιάδε τις δυσκρασία καὶ τροπή· αὕτη μὲν γὰρ ζῴων λοιμός, καθὸ ζῷά ἐστιν, ἐκείνη δὲ ἀνθρώπων,καθὸ ἄνθρωποί εἰσιν.
Denke nicht gering vom Sterben, sondern laß es dir wohlgefallen wie eines der Dinge, in denen sich der Wille der Natur ausspricht. Denn von derselben Art wie das Kindsein und das Altsein, das Wachsen und Mannbarwerden oder das Zahnen und Bärtigwerden und Graues-Haar-Bekommen oder das Zeugen und Gebären und alle diese Tätigkeiten der Natur, wie sie die verschiedenen Zeiten des Lebens mit sich bringen, ist auch das Sterben. Daher ist es die Sache eines verständigen Menschen, weder mit Gleichgültigkeit noch mit heftiger Gemütsbewegung noch in übermütiger Weise an den Tod zu denken, sondern auf ihn zu blicken eben wie auf eine jener Naturwirkungen. Und wie du des Augenblickes harrst, wo das Kindlein der Mutter Schoß verlassen haben wird, so erwarte auch die Stunde, da deine Seele dieser Hülle entweichen wird. — Eindringlich ist auch jene gewöhnliche Regel, die man gibt, um jemand zur Zufriedenheit mit dem Lose der Sterblichkeit zu stimmen: einmal, sieh dir die Dinge genau an, von denen du dich trennen mußt, und dann in ethischer Beziehung, welch ein Elend, womit du einst nicht mehr verflochten sein wirst! Zwar ist es keineswegs nötig, sich daran zu stoßen, Pflicht ist es vielmehr, es zu lindern oder ruhig zu ertragen, allein man darf doch daran denken, daß es nicht eine Trennung gilt von gleichgesinnten Menschen. Denn dies wäre das einzige, was uns rückwärts ziehen und an das Leben fesseln könnte, wenn es uns vergönnt wäre, mit Menschen zusammenzuleben, die von denselben Grundsätzen und Ideen beseelt sind wie wir. Nun aber weißt du ja, welches Leiden der Zwiespalt ist, der unter den Menschen herrscht, und kannst nicht anders als den Tod anflehen, daß er eilig kommen möge, damit du nicht auch noch mit dir selbst in Zwiespalt gerätst.
Μὴ καταφρόνει θανάτου, ἀλλὰ εὐαρέστει αὐτῷ, ὡς καὶ τούτου ἑνὸς ὄντος ὧν ἡ φύσις ἐθέλει. οἷον γάρ ἐστι τὸ νεάσαι καὶ τὸ γηρᾶσαι, καὶ τὸ αὐξῆσαι καὶ τὸ ἀκμάσαι, καὶ ὀδόντας καὶ γένειον καὶ πολιὰς ἐνεγκεῖν, καὶ σπεῖραι καὶ κυοφορῆσαι καὶ ἀποκυῆσαι, καὶ τὰ ἄλλα φυσικὰ ἐνεργήματα ὅσα αἱ τοῦ βίου ὧραι φέρουσι, τοιοῦτο καὶ τὸ διαλυθῆναι. τοῦτο μὲν οὖν κατὰ ἄνθρωπόν ἐστι λελογισμένον, μὴ ὁλοσχερῶς μηδὲ ὠστικῶς μηδὲ ὑπερηφάνως πρὸς τὸν θάνατον ἔχειν ἀλλὰ περιμένειν ὡς μίαν τῶν φυσικῶν ἐνεργειῶν, καὶ ὡς νῦν περιμένεις πότε ἔμβρυον ἐκ τῆς γαστρὸς τῆς γυναικός σου ἐξέλθῃ, οὕτως ἐκδέχεσθαι τὴν ὥραν ἐν ᾗ τὸ ψυχάριόν σου τοῦ ἐλύτρου τούτου ἐκπεσεῖται. εἰ δὲ καὶ ἰδιωτικὸν παράπηγμα ἁψικάρδιον θέλεις, μάλιστά σε εὔκολον πρὸς τὸν θάνατον ποιήσει ἡ ἐπίστασις ἡ ἐπὶ τὰ ὑποκείμενα, ὧν μέλλεις ἀφίστασθαι, καὶ μεθ’ ἠθῶν οὐκέτι ἔσται ἡ . . . ἐμπεφυρμένη. προσκόπτεσθαι μὲν γὰρ αὐτοῖς ἥκιστα δεῖ, ἀλλὰ καὶ κήδεσθαι καὶ πρᾴως φέρειν, μεμνῆσθαι μέντοι ὅτι οὐκ ἀπ’ ἀνθρώπων ὁμοδογματούντων σοι ἡ ἀπαλλαγὴ ἔσται. τοῦτο γὰρ μόνον, εἴπερ ἄρα, ἀνθεῖλκεν ἂν καὶ κατεῖχεν ἐν τῷ ζῆν, εἰ συζῆν ἐφεῖτο τοῖς τὰ αὐτὰ δόγματα περιπεποιημένοις· νῦν δ’ ὁρᾷς ὅσος ὁ κόπος ἐν τῇ διαφωνίᾳ τῆς συμβιώσεως, ὥστε εἰπεῖν· θᾶττον ἔλθοις, ὦ θάνατε, μή που καὶ αὐτὸς ἐπιλάθωμαι ἐμαυτοῦ.
Wer unrecht handelt, schadet sich selbst.
Ὁ ἁμαρτάνων ἑαυτῷ ἁμαρτάνει· ὁ ἀδικῶν ἑαυτὸν ἀδικεῖ, ἑαυτὸν, ἑαυτὸν κακὸν ποιῶν.
Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut, nicht bloß, der etwas tut.
Ἀδικεῖ πολλάκις ὁ μὴ ποιῶν τι, οὐ μόνον ὁ ποιῶν τι.
Wenn du gesundes Urteil hast und die Gewohnheit, für andere zu handeln, und ein Gemüt, das mit den äußeren Verhältnissen zufrieden ist, so hast du genug.
Ἀρκεῖ ἡ παροῦσα ὑπόληψις καταληπτικὴ καὶ ἡ παροῦσα πρᾶξις κοινωνικὴ καὶ ἡ παροῦσα διάθεσις εὐαρεστικὴ πρὸς πᾶν τὸ παρὰ τῆς ἐκτὸς αἰτίας συμβαῖνον.
Unterdrücke die bloße Einbildung, trenne den Trieb, dämpfe die Begierde; erhalte dem herrschenden Teil deiner Seele die Herrschaft über sich selbst!
Ἐξαλεῖψαι φαντασίαν· στῆσαι ὁρμήν· σβέσαι ὄρεξιν· ἐφ’ ἑαυτῷ ἔχειν τὸ ἡγεμονικόν.
Wie es nur eine Erde gibt für alles Irdische, ein Licht für alles, was sehen, und eine Luft für alles, was atmen kann, so ist es auch nur ein Geist, der unter sämtliche Vernunftwesen verteilt ist.
Εἰς μὲν τὰ ἄλογα ζῷα μία ψυχὴ διῄρηται, εἰς δὲ τὰ λογικὰ μία νοερὰ ψυχὴ μεμέρισται, ὥσπερ καὶ μία γῆ ἐστιν ἁπάντων τῶν γεωδῶν καὶ ἑνὶ φωτὶ ὁρῶμεν καὶ ἕνα ἀέρα ἀναπνέομεν, ὅσα ὁρατικὰ καὶ ἔμψυχα.
Alle Dinge von derselben Art streben zueinander als zu dem Gleichartigen hin. Alles, was von Erde ist, gleitet zur Erde, alles Flüssige läuft zusammen, und so auch das Luftige, so daß es der Gewalt bedarf um solche Dinge auseinanderzuhalten. Das Feuer hat zwar seinen Zug nach oben, vermöge des Elementarfeuers, aber auch da erfaßt es alles ihm Ähnliche und bringt die trockeneren Stoffe zum Brennen, eben weil diesen weniger von dem beigemischt ist, was ein Entflammen hindert. Ebenso nun und noch mehr strebt auch alles, was der vernünftigen Natur angehört, zueinander hin. Denn je edler es ist als das übrige, um so bereiter ist es auch, sich dem Verwandten zu einen und mit ihm zusammenzugehen. Schon auf der Stufe der vernunftlosen Wesen finden sich Scharen und Herden, findet sich das Auffüttern der Jungen, eine Art von Liebe. Denn schon hier ist Seele und jener Gemeinschaftstrieb in höherer Weise, als er in der Pflanzenwelt und im Gestein sich findet. Bei den Vernunftbegabten nun kommt es zu Staaten, Freundschaften, Familien, Genossenschaften, und in den Kriegen selbst zu Bündnissen und Waffenstillständen. Und wenn wir zu den noch höheren Wesen fortschreiten, mögen sie auch um Unendlichsten auseinander sein: auch da ist Einheit, wie bei den Sternen; so daß, je höher wir kommen, desto entschiedener die Sympathie sich auch auf die Entferntesten erstreckt. Aber was geschieht? Die vernünftigen Wesen allein sind es, die dieses Zueinanderstrebens, dieses Zusammenhaltens nicht eingedenk bleiben, und hier allein vermag man jenes Zusammenfließen nicht wahrzunehmen! Und dennoch — : mögen sie sich immerhin fliehen, sie umschließen sich doch. Die Natur zwingt sie. Man sehe nur genau! Eher findest du Erde, die nicht an Erde hängt, als einen Menschen vom Menschen abgelöst.
Πάντα ὅσα κοινοῦ τινος μετέχει πρὸς τὸ ὁμογενὲς σπεύδει. τὸ γεῶδες πᾶν ῥέπει ἐπὶ γῆν· τὸ ὑγρὸν πᾶν σύρρουν· τὸ ἀερῶδες ὁμοίως, ὥστε χρῄζειν τῶν διειργόντων καὶ βίας· τὸ πῦρ ἀνωφερὲς μὲν διὰ τὸ στοιχειῶδες πῦρ, παντὶ δὲ πυρὶ ἐνταῦθα πρὸς τὸ συνεξάπτεσθαι ἕτοιμον οὕτως, ὥστε καὶ πᾶν τὸ ὑλικὸν τὸ ὀλίγῳ ξηρότερον εὐέξαπτον εἶναι διὰ τὸ ἔλαττον ἐγκεκρᾶσθαι αὐτῷ τὸ κωλυτικὸν πρὸς ἔξαψιν. καὶ τοίνυν πᾶν τὸ κοινῆς νοερᾶς φύσεως μέτοχον πρὸς τὸ συγγενὲς ὁμοίως σπεύδει ἢ καὶ μᾶλλον· ὅσῳ γάρ ἐστι κρεῖττον παρὰ τὰ ἄλλα, τοσούτῳ καὶ πρὸς τὸ συγκιρνᾶσθαι τῷ οἰκείῳ καὶ συγχεῖσθαι ἑτοιμότερον. εὐθὺς γοῦν ἐπὶ μὲν τῶν ἀλόγων εὑρέθη σμήνη καὶ ἀγέλαι καὶ νεοσσοτροφίαι καὶ οἷον ἔρωτες· ψυχαὶ γὰρ ἤδη ἦσαν ἐνταῦθα καὶ τὸ συναγωγὸν ἐν τῷ κρείττονι ἐπιτεινόμενον εὑρίσκετο, οἷον οὔτε ἐπὶ φυτῶν ἦν οὔτε ἐπὶ λίθων ἢ ξύλων. ἐπὶ δὲ τῶν λογικῶν ζῴων πολιτεῖαι καὶ φιλίαι καὶ οἶκοι καὶ σύλλογοι καὶ ἐν πολέμοις συνθῆκαι καὶ ἀνοχαί. ἐπὶ δὲ τῶν ἔτι κρειττόνων καὶ ἐκ διεστηκότων τρόπον τινὰ ἕνωσις ὑπέστη οἵα ἐπὶ τῶν ἄστρων· οὕτως ἡ ἐπὶ τὸ κρεῖττον ἐπανάβασις συμπάθειαν καὶ ἐν διεστῶσιν ἐργάσασθαι ἐδύνατο. ὅρα οὖν τὸ νῦν γινόμενον· μόνα γὰρ τὰ νοερὰ νῦν ἐπιλέλησται τῆς πρὸς ἄλληλα σπουδῆς καὶ συννεύσεως καὶ τὸ σύρρουν ὧδε μόνον οὐ βλέπεται. ἀλλ’ ὅμως καίτοι φεύγοντες περικαταλαμβάνονται· κρατεῖ γὰρ ἡ φύσις. ὄψει δὲ ὃ λέγω παραφυλάσσων· θᾶσσον γοῦν εὕροι τις ἂν γεῶδές τι μηδενὸς γεώδους προσαπτόμενον ἤπερ ἄνθρωπον ἀνθρώπου ἀπεσχισμένον.
Frucht bringen Mensch und Gott und Welt, ein jegliches zu seiner Zeit, in anderer Weise freilich als der Weinstock und dergleichen Dinge. Auch die Vernunft hat ihre Frucht, von allgemeiner und von individueller Art. Und was aus ihr hervorgeht, ist eben immer wieder — Vernunft.
Φέρει καρπὸν καὶ ἄνθρωπος καὶ θεὸς καὶ ὁ κόσμος· ἐν ταῖς οἰκείαις ὥραις ἕκαστα φέρει. εἰ δὲ ἡ συνήθεια κυρίως τέτριφεν ἐπὶ ἀμπέλου καὶ τῶν ὁμοίων, οὐδὲν τοῦτο. ὁ λόγος δὲ καὶ κοινὸν καὶ ἴδιον καρπὸν ἔχει καὶ γίνεται ἐξ αὐτοῦ τοιαῦθ’ ἕτερα, ὁποῖόν τι αὐτός ἐστιν ὁ λόγος.
Belehre den Fehlenden eines Besseren, wenn du es vermagst. Wo nicht, erinnere dich, daß dir für diesen Fall Nachsicht verliehen ist. Auch die Götter sind nachsichtig, ja sie sind den Fehlenden zu einigem, wie Gesundheit, Reichtum, Ehre behilflich. So gütig sind sie! Auch du kannst es sein. Oder, sage, wer hindert dich daran?
Εἰ μὲν δύνασαι, μεταδίδασκε· εἰ δὲ μή, μέμνησο ὅτι πρὸς τοῦτο ἡ εὐμένειά σοι δέδοται. καὶ οἱ θεοὶ δὲ εὐμενεῖς τοῖς τοιούτοις εἰσίν, εἰς ἔνια δὲ καὶ συνεργοῦσιν, εἰς ὑγίειαν, εἰς πλοῦτον, εἰς δόξαν· οὕτως εἰσὶ χρηστοί. ἔξεστι δὲ καὶ σοί· ἢ εἰπέ, τίς ὁ κωλύων;
Leide nicht mit der Miene eines Unglücklichen oder in der Absicht, bewundert oder bemitleidet zu werden. Wolle vielmehr nur das eine, deine Kraft in Bewegung zu setzen oder zurückzuhalten, wie es das Gemeinwesen erheischt.
Πόνει μὴ ὡς ἄθλιος μηδὲ ὡς ἐλεεῖσθαι ἢ θαυμάζεσθαι θέλων, ἀλλὰ μόνον ἓν θέλε· κινεῖσθαι καὶ ἴσχεσθαι, ὡς ὁ πολιτικὸς λόγος ἀξιοῖ.
Heut, sprichst du, bin ich aller meiner Plage entronnen. Sag lieber: heut hab ich all meine Plage abgeworfen. Denn in dir, in deiner Vorstellung war sie, nicht außer dir.
Σήμερον ἐξῆλθον πάσης περιστάσεως, μᾶλλον δὲ ἐξέβαλον πᾶσαν περίστασιν· ἔξω γὰρ οὐκ ἦν, ἀλλὰ ἔνδον ἐν ταῖς ὑπολήψεσιν.
Alles bleibt sich gleich. Gewöhnlich in Hinsicht auf Erfahrung, vergänglich in Hinsicht auf Zeit, schmutzig in Hinsicht des Stoffes. Alles, was jetzt ist, war ebenso bei denen, die wir bestattet haben.
Πάντα ταῦτα συνήθη μὲν τῇ πείρᾳ, ἐφήμερα δὲ τῷ χρόνῳ, ῥυπαρὰ δὲ τῇ ὕλῃ· πάντα νῦν οἷα ἐπ’ ἐκείνων οὓς κατεθάψαμεν.
Die sinnlich wahrnehmbaren Gegenstände sind außer uns. Einsam stehen sie sozusagen vor unserer Tür. Sie wissen nichts von sich selbst, urteilen auch nicht über sich. Wer urteilt also über sie? Der herrschende Teil unserer Seele.
Τὰ πράγματα ἔξω θυρῶν ἕστηκεν αὐτὰ ἐφ’ ἑαυτῶν, μηδὲν μήτε εἰδότα περὶ αὑτῶν μήτε ἀποφαινόμενα. τί οὖν ἀποφαίνεται περὶ αὐτῶν; τὸ ἡγεμονικόν.
Gut und Böse, Tugend und Laster ruhen bei vernunftbegabten Wesen nicht auf einem Zustande, sondern auf einer Tätigkeit.
Οὐκ ἐν πείσει ἀλλ’ ἐνεργείᾳ τὸ τοῦ λογικοῦπολιτικοῦ ζῴου κακὸν καὶ ἀγαθόν, ὥσπερ οὐδὲ ἡ ἀρετὴ καὶ κακία αὐτοῦ ἐν πείσει ἀλλὰ ἐνεργείᾳ. καὶ
Für den emporgeworfenen Stein ist es ebensowenig ein Glück, in die Höhe zu fliegen, als ein Unglück herabzufallen.
Τῷ ἀναρριφέντι λίθῳ οὐδὲν κακὸν τὸ κατενεχθῆναι οὐδὲ ἀγαθὸν τὸ ἀνενεχθῆναι.
Dringe in das Innere der Seele bei den Herrschenden und du wirst sehen, vor was für Richtern du dich fürchtest und was für Richter sie über sich selbst sind.
Δίελθε ἔσω ἔσω εἰς τὰ ἡγεμονικὰ αὐτῶν καὶ ὄψει τίνας κριτὰς φοβῇ, οἵους καὶ περὶ αὑτῶν ὄντας κριτάς.
Alles wechselt stets. Auch du selbst bist im steten Wechsel begriffen, um nicht zu sagen in Verwesung. Ebenso die ganze Welt.
Πάντα ἐν μεταβολῇ· καὶ αὐτὸς σὺ ἐν διηνεκεῖ ἀλλοιώσει καὶ κατά τι φθορᾷ, καὶ ὁ κόσμος δὲ ὅλος.
Das Aufhören der Tätigkeit, Stillstehen der Triebe und der Vorstellungen — der Tod — ist kein Übel. Denn wie ist es mit den verschiedenen Stufen des Lebens, mit der Kindheit, der Jugend, dem Mannes- und Greisenalter? ist nicht ihr Wechsel — Tod? und ist das etwas Schlimmes? Nicht anders der Wechsel der Zeiten. Die Zeiten der Vorväter hören auf mit dem Zeitalter der Väter usf. Ist bei allen diesen Veränderungen etwas Schlimmes? Also auch nicht, wenn dein Leben wechselt, stillsteht und aufhört.
Ἐνεργείας ἀπόληξις, ὁρμῆς, ὑπολήψεως παῦλα καὶ οἷον θάνατος· οὐδὲν κακόν. μέτιθι νῦν ἐπὶ ἡλικίαν, οἷον τὴν παιδικήν, τὴν τοῦ μειρακίου, τὴν νεότητα, τὸ γῆρας· καὶ γὰρ τούτων πᾶσα μεταβολή, θάνατος· μήτι δεινόν; μέτιθι νῦν ἐπὶ βίον τὸν ὑπὸ τῷ πάππῳ, εἶτα τὸν ὑπὸ τῇ μητρί, εἶτα τὸν ὑπὸ τῷ πατρί, καὶ ἄλλας δὲ πολλὰς διαφθορὰς καὶ μεταβολὰς καὶ ἀπολήξεις εὑρίσκων ἐπερώτα σεαυτόν· μήτι δεινόν; οὕτως τοίνυν οὐδὲ ἡ τοῦ ὅλου σου βίου λῆξις καὶ παῦλα καὶ μεταβολή.
Forsche in deiner eigenen Seele, in der Seele des Weltganzen und in der deines Nächsten. In deiner eigenen, um ihr Sinn für Gerechtigkeit einzuflößen, in der des Weltganzen, um dich zu erinnern, wovon du ein Teil bist, in der des Nächsten, um zu erkennen, ob er wissentlich oder unwissentlich handelt und um zu fühlen, daß sie der deinigen verwandt sei.
Τρέχε ἐπὶ τὸ σεαυτοῦ ἡγεμονικὸν καὶ τὸ τοῦ ὅλου καὶ τὸ τούτου. τὸ μὲν σεαυτοῦ, ἵνα νοῦν δικαικὸν αὐτὸ ποιήσῃς· τὸ δὲ τοῦ ὅλου, ἵνα συμμνημονεύσῃς τίνος μέρος εἶ· τὸ δὲ τούτου, ἵνα ἐπιστήσῃς πότερον ἄγνοια ἢ γνώμη, καὶ ἅμα λογίσῃ ὅτι συγγενές.
So wie deine ganze Persönlichkeit der ergänzende Teil eines Gemeinwesens ist, so soll auch jede deiner Handlungen das gemeinschaftliche Handeln dieses Gemeinwesens ergänzen. Tut sie dies nicht, ist sie mehr oder weniger diesen Absichten fern, so zerstückelt sie dein Leben, hindert seine Harmonie, ist aufrührerisch wie ein Mensch, der im Volke seine Partei dem Zusammenwirken mit den andern entfremdet.
Ὥσπερ αὐτὸς σὺ πολιτικοῦ συστήματος συμπληρωτικὸς εἶ, οὕτως καὶ πᾶσα πρᾶξίς σου συμπληρωτικὴ ἔστω ζωῆς πολιτικῆς. ἥτις ἐὰν οὖν πρᾶξίς σου μὴ ἔχῃ τὴν ἀναφοράν, εἴτε προσεχῶς εἴτε πόρρωθεν, ἐπὶ τὸ κοινωνικὸν τέλος, αὕτη διασπᾷ τὸν βίον καὶ οὐκ ἐᾷ ἕνα εἶναι καὶ στασιώδης ἐστίν, ὥσπερ ἐν δήμῳ ὁ τὸ καθ’ αὑτὸν μέρος διιστάμενος ἀπὸ τῆς τοιαύτης συμφωνίας.
Wie Knabenzänkereien und Kinderspiele, so flüchtig sind unsere Lebensgeister, mit Leichen belastet. Warum sollte da die Totenfeier einen Eindruck auf uns machen.
Παιδίων ὀργαὶ καὶ παίγνια, καὶ ʽπνευμάτια νεκροὺς βαστάζονταʼ, ὥστε ἐναργέστερον προσπεσεῖν τὸ τῆς Νεκυίας.
Gehe auf das Wesen der ursächlichen Kraft jedes Gegenstandes ein und sieh bei deiner Betrachtung von seinem Stoff ab und bestimme zum Schluß die längste Spanne Zeit, die er in seiner ihm eigentümlichen Art dauert.
Ἴθι ἐπὶ τὴν ποιότητα τοῦ αἰτίου καὶ ἀπὸ τοῦ ὑλικοῦ αὐτὸ περιγράψας θέασαι· εἶτα καὶ τὸν χρόνον περιόρισον, ὅσον πλεῖστον ὑφίστασθαι πέφυκε τοῦτο τὸ ἰδίως ποιόν.
Du hast unendlich gelitten lediglich deshalb, weil deine Seele sich nicht begnügte zu tun, wozu sie gemacht ist.
Ἀνέτλης μύρια διὰ τὸ μὴ ἀρκεῖσθαι τῷ σῷ ἡγεμονικῷ ποιοῦντι ταῦτα, οἷα κατεσκεύασται. ἀλλὰ ἅλις.
Wenn jemand dich tadelt oder haßt oder Schlechtes von dir redet, so gehe heran an seine Seele, dringe ein, und sieh, was er eigentlich für ein Mensch sei. Du wirst finden, daß du dich nicht zu beunruhigen brauchst, was er auch von dir denken mag. Du mußt ihm jedenfalls wohlgesinnt bleiben, da er von Natur dein Freund ist, und da ihm sicherlich auch die Götter helfen, wie dir, in all den Dingen, um die sie Sorge tragen.
Ὅταν ἄλλος ψέγῃ σε ἢ μισῇ ἢ τοιαῦτά τινα ἐκφωνῶσιν, ἔρχου ἐπὶ τὰ ψυχάρια αὐτῶν, δίελθε ἔσω καὶ ἴδε ποῖοί τινές εἰσιν. ὄψει ὅτι οὐ δεῖ σε σπᾶσθαι, ἵνα τούτοις τί ποτε περὶ σοῦ δοκῇ. εὐνοεῖν μέντοι αὐτοῖς δεῖ· φύσει γὰρ φίλοι, καὶ οἱ θεοὶ δὲ παντοίως αὐτοῖς βοηθοῦσι, δι’ ὀνείρων, διὰ μαντειῶν, πρὸς ταῦτα μέντοι, πρὸς ἃ ἐκεῖνοι διαφέρονται.
Alles in der Welt dreht sich im Kreise, von oben nach unten, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und doch auch in jedes Einzelwesen dringt die Seele des Alls. Ist dies, so nimm, was sie hervortreibt, mag sie nun einmal nur sich schöpferisch bewiesen haben, so daß nun eins aus dem andern mit Notwendigkeit folgt und alles eigentlich nur eines ist, oder mag alles atomengleich entstehen und bestehen. Gleichviel. Denn gibt es einen Gott, so steht alles gut; ist aber alles nur von ungefähr, darfst du doch nicht von ungefähr sein!
Ταὐτά ἐστι τὰ τοῦ κόσμου ἐγκύκλια, ἄνω κάτω, ἐξ αἰῶνος εἰς αἰῶνα. καὶ ἤτοι ἐφ’ ἕκαστον ὁρμᾷ ἡ τοῦ ὅλου διάνοια· ὅπερ εἰ ἔστιν, ἀποδέχου τὸ ἐκείνης ὁρμητόν· ἢ ἅπαξ ὥρμησε, τὰ δὲ λοιπὰ κατ’ ἐπακολούθησιν καὶ τί ἐντείνῃ; τρόπον γάρ τινα ἄτομοι ἢ ἀμερῆ. τὸ δ’ ὅλον, εἴτε θεός, εὖ ἔχει πάντα· εἴτε τὸ εἰκῇ, μὴ καὶ σὺ εἰκῇ.
Einem reißenden Strom gleicht die Welt: Alles führt sie dahin. Wie nichtig die Taten des Menschen, die er politisch oder philosophisch nennt, wie eitel Schaum! Aber was nun, lieber Mensch? Tue, was die Natur gerade jetzt von dir fordert. Strebe, wenn dir ein Gegenstand des Strebens gegeben wird, und blicke nicht um dich, ob´s einer sieht. Auch bilde dir den Platonischen Staat nicht ein, sondern sei zufrieden wenn es nur ein klein wenig vorwärts geht und halte solchen kleinen Fortschritt nicht gering. Denn wer wird ihre Gesinnung ändern? Ohne eine solche Änderung der Gesinnung aber, was würde anderes daraus entstehen, als ein Knechtsdienst unter Seufzen, ein Gehorsam solcher, die sich stellen, als wären sie überzeugt. Die Alexander, Philippus, Demetrius von Phalerum mögen zusehen, ob sie erkannt, was die Natur will, und ob sie sich selbst in Zucht gehalten haben. Waren es aber Schauspieler, wird mich doch niemand dazu verdammen, sie nachzuahmen. Einfalt und Würde kennzeichnen das Geschäft der Philosophie. Verführe du mich nicht zur Aufgeblasenheit!
Χειμάρρους ἡ τῶν ὅλων οὐσία· πάντα φέρει. ὡς εὐτελῆ δὲ καὶ τὰ πολιτικὰ ταῦτα καί, ὡς οἴεται, φιλοσόφως πρακτικὰ ἀνθρώπια· μυξῶν μεστά.—ἄνθρωπε, τί ποτε; ποίησον ὃ νῦν ἡ φύσις ἀπαιτεῖ, ὅρμησον, ἐὰν διδῶται, καὶ μὴ περιβλέπου εἴ τις εἴσεται. μὴ τὴν Πλάτωνος πολιτείαν ἔλπιζε, ἀλλὰ ἀρκοῦ, εἰ τὸ βραχύτατον πρόεισι, καὶ τούτου αὐτοῦ τὴν ἔκβασιν ὡς μικρόν τί ἐστι διανοοῦ. δόγμα γὰρ αὐτῶν τίς μεταβαλεῖ; χωρὶς δὲ δογμάτων μεταβολῆς τί ἄλλο ἢ δουλεία στενόντων καὶ πείθεσθαι προσποιουμένων; ὕπαγε νῦν καὶ Ἀλέξανδρον καὶ Φίλιππον καὶ Δημήτριον τὸν Φαληρέα μοι λέγε. ὄψονται, εἰ εἶδον, τί ἡ κοινὴ φύσις ἤθελε, καὶ ἑαυτοὺς ἐπαιδαγώγησαν· εἰ δὲ ἐτραγῴδησαν, οὐδείς με κατακέκρικε μιμεῖσθαι. ἁπλοῦν ἐστι καὶ αἰδῆμον τὸ φιλοσοφίας ἔργον· μή με ἄπαγε ἐπὶ σεμνοτυφίαν.
Betrachte wie von einer Anhöhe aus die unzähligen Volkshaufen mit ihren unzähligen Religionsgebräuchen, die Seefahrten nach allen Windrichtungen unter Stürmen und bei ruhiger See und die Verschiedenheiten zwischen den Dingen, die werden, sind und vergehen! Betrachte auch die Lebensweise, wie sie vormals unter anderen war, wie sie nach dir sein wird und wie sie jetzt unter fremden Völkern herrscht! Ferner wie viele nicht einmal deinen Namen kennen, wie viele ihn bald vergessen werden, wie viele jetzt vielleicht deine Lobredner, nächstens deine Tadler sind und wie weder der Nachruhm, noch das Ansehen, noch sonst etwas von allem, was dazu gehört, der Rede wert ist.
Ἄνωθεν ἐπιθεωρεῖν ἀγέλας μυρίας καὶ τελετὰς μυρίας καὶ πλοῦν παντοῖον ἐν χειμῶσι καὶ γαλήναις καὶ διαφορὰς γινομένων, συγγινομένων, ἀπογινομένων. ἐπινόει δὲ καὶ τὸν ὑπ’ ἄλλων πάλαι βεβιωμένον βίον καὶ τὸν μετὰ σὲ βιωθησόμενον καὶ τὸν νῦν ἐν τοῖς βαρβάροις ἔθνεσι βιούμενον· καὶ ὅσοι μὲν οὐδὲ ὄνομά σου γινώσκουσιν, ὅσοι δὲ τάχιστα ἐπιλήσονται, ὅσοι δ’ ἐπαινοῦντες ἴσως νῦν σε τάχιστα ψέξουσι· καὶ ὡς οὔτε ἡ μνήμη ἀξιόλογόν γε οὔτε ἡ δόξα οὔτε ἄλλο τι τὸ σύμπαν.
Ein unerschütterliches Herz den Dingen gegenüber, die von außen kommen, ein rechtschaffenes in denen, die von dir abhängen! Das heißt, dein Streben und Tun finde Ziel und Zweck in gemeinnütziger Tätigkeit; denn das ist deiner Natur gemäß.
Ἀταραξία μὲν περὶ τὰ ἀπὸ τῆς ἐκτὸς αἰτίας συμβαίνοντα, δικαιότης δὲ ἐν τοῖς παρὰ τὴν ἐκ σοῦ αἰτίαν ἐνεργουμένοις· τουτέστιν, ὁρμὴ καὶ πρᾶξις καταλήγουσα ἐπ’ αὐτὸ τὸ κοινωνικῶς πρᾶξαι ὡς τοῦτό σοι κατὰ φύσιν ὄν.
Viel unnötigen Anlaß zu deiner Beunruhigung, die ganz und gar auf deinem Wahn beruht, kannst du aus dem Weg schaffen und dir selbst unverzüglich weiten Spielraum eröffnen. Umfasse nur mit deinem Geist das Weltall, betrachte die Ewigkeit und dann wieder die schnelle Verwandlung jedes einzelnen Dings: welch kurzer Zeitraum liegt zwischen seiner Entstehung und Auflösung, wie unermeßlich ist die Zeit vor seinem Werden, wie unendlich nach seinem Ende.
Πολλὰ περισσὰ περιελεῖν τῶν ἐνοχλούντων σοι δύνασαι ὅλα ἐπὶ τῇ ὑπολήψει σου κείμενα, καὶ πολλὴν εὐρυχωρίαν περιποιήσεις ἤδη σεαυτῷτὸν ὅλον κόσμον περιειληφέναι τῇ γνώμῃ καὶ τὸν ἀίδιον αἰῶνα περινοεῖν καὶ τὴν τῶν κατὰ μέρος ἑκάστου πράγματος ταχεῖαν μεταβολὴν ἐπινοεῖν, ὡς βραχὺ μὲν τὸ ἀπὸ γενέσεως μέχρι διαλύσεως, ἀχανὲς δὲ τὸ πρὸ τῆς γενέσεως, ὡς καὶ τὸ μετὰ τὴν διάλυσιν ὁμοίως ἄπειρον. τῷ
Kommentar
Was du um dich siehst, wird bald zerstört und wer dieser Zerstörung zuschaut, wird selbst auch sehr bald zerstört und durch den Tod wird der älteste Greis mit dem Frühverstorbenen in denselben Zustand versetzt.
Πάντα ὅσα ὁρᾷς τάχιστα φθαρήσεται καὶ οἱ φθειρόμενα αὐτὰ ἐπιδόντες τάχιστα καὶ αὐτοὶ φθαρήσονται καὶ ὁ ἐσχατόγηρως ἀποθανὼν εἰς ἴσον καταστήσεται τῷ προώρῳ.
Wie ihr Inneres beschaffen ist, welche Interessen sie verfolgen, um welcher Dinge willen sie Lieb und Achtung zollen, das suche zu erforschen, mit einem Wort: die nackten Seelen! — Wenn man glaubt, durch Tadel Schaden und durch Lob Nutzen zu stiften, welch ein Glaube!
Τίνα τὰ ἡγεμονικὰ τούτων καὶ περὶ οἷα ἐσπουδάκασι καὶ δι’ οἷα φιλοῦσι καὶ τιμῶσι· γυμνὰ νόμιζε βλέπειν τὰ ψυχάρια αὐτῶν. ὅτε δοκοῦσι βλάπτειν ψέγοντες ἢ ὠφελεῖν ἐξυμνοῦντες, ὅση οἴησις.
Verlust ist nichts anderes als Veränderung, die die Natur so liebt, wie wir wissen, — sie, die doch alles richtig macht. Oder wolltest du sagen, alles, was geschehen sei oder geschehen werde, sei schlecht? Aber sollte sich dann unter so vielen Göttern nicht wenigstens eine Macht finden, die es wieder zurechtbrächte? und die Welt sollte verdammt sein, in den Banden unaufhörlicher Übel zu liegen?
Ἡ ἀποβολὴ οὐδὲν ἄλλο ἐστὶν ἢ μεταβολή. τούτῳ δὲ χαίρει ἡ τῶν ὅλων φύσις, καθ’ ἢν πάντα καλῶς γίνεταιἐξ αἰῶνος ὁμοειδῶς ἐγίνετο καὶ εἰς ἄπειρον τοιαῦθ̓ ἕτερα ἔσται. τί οὖν λέγεις ὅτι ἐγίνετό τε πάντακαὶ πάντα ἀεὶ κακῶς ἔσται καὶ οὐδεμία ἄρα δύναμις ἐν τοσούτοις θεοῖς ἐξευρέθη ποτὲ ἡ διορθώσουσα ταῦτα, ἀλλὰ κατακέκριται ὁ κόσμος ἐν ἀδιαλείπτοις κακοῖς συνέχεσθαι; καὶ κακῶς
Der Stoff jeden Dinges ist Fäulnis: Wasser, Staub, Knochen, Schmutz. Die Marmorbrüche sind Verhärtungen der Erde, Gold, Silber ihr Bodensatz, unsere Kleider — Tierhaare, Purpur, Blut und alles übrige ist von der Art. Selbst der Lebensgeist ist von solcher Art, denn er ist auch steter Umwandlung unterworfen.
Τὸ σαπρὸν τῆς ἑκάστῳ ὑποκειμένης ὕλης· ὕδωρ, κόνις, ὀστάρια, γράσος, ἢ πάλιν· πῶροι γῆς τὰ μάρμαρα καὶ ὑποστάθμαι ὁ χρυσός, ὁ ἄργυρος, καὶ τριχία ἡ ἐσθὴς καὶ αἷμα ἡ πορφύρα, καὶ τὰ ἄλλα πάντα τοιαῦτα. καὶ τὸ πνευμάτιον δὲ ἄλλο τοιοῦτον καὶ ἐκ τούτων εἰς ταῦτα μεταβάλλον.
Genug des elenden Lebens, des Murrens und des äffischen Benehmens! Warum bist du unruhig, was findest du hier so unerhört? Was bringt dich außer Fassung? Die ursächliche Kraft der Dinge? Betrachte sie nur! Aber vielleicht der Stoff? Sieh ihn nur an! Sonst gibt es aber nichts. Sei also doch endlich argloser und freundlicher gegen die Götter! Es ist ja einerlei, ob du diese Untersuchungen hundert oder nur drei Jahre anstellst.
Ἅλις τοῦ ἀθλίου βίου καὶ γογγυσμοῦ καὶ πιθηκισμοῦ.—τί ταράσσῃ; τί τούτων καινόν; τί σε ἐξίστησι; τὸ αἴτιον; ἴδε αὐτό. ἀλλ’ ἡ ὕλη; ἴδε αὐτήν. ἔξω δὲ τούτων οὐδέν ἐστιν, ἀλλὰ καὶ πρὸς τοὺς θεοὺς ἤδη ποτὲ ἁπλούστερος καὶ χρηστότερος γενοῦ.
Hat sich jemand vergangen, trägt er den Schaden. Vielleicht hat er sich aber gar nicht vergangen.
Εἰ μὲν ἥμαρτεν, ἐκεῖ τὸ κακόν. τάχα δ’ οὐχ ἥμαρτεν.
Entweder ist ein denkendes Wesen die Urquelle des ganzen Weltalls, von der aus dem All als einem Körper alles zuströmt. Dann darf sich der Teil über das, was zum Nutzen des Ganzen geschieht, nicht beklagen Oder das All ist ein Gewirr von Atomen, zufällig gemischt und zufällig getrennt. Wozu dann deine Unruhe? Sprich nur zu deiner Vernunft: “Du bist tot, schon in Verwesung und wie ein Tier, das auf die Weide geht und seinen Hunger stillt.”
Ἤτοι ἀπὸ μιᾶς πηγῆς νοερᾶς πάντα ὡς ἑνὶ σώματι ἐπισυμβαίνει καὶ οὐ δεῖ τὸ μέρος τοῖς ὑπὲρ τοῦ ὅλου γινομένοις μέμφεσθαι· ἢ ἄτομοι καὶ οὐδὲν ἄλλο ἢ κυκεὼν καὶ σκεδασμός· τί οὖν ταράσσῃ; τῷ ἡγεμονικῷ λέγεις· τέθνηκας, ἔφθαρσαι, τεθηρίωσαι, ὑποκρίνῃ, συναγελάζῃ, βόσκῃ;
Entweder die Götter vermögen nichts, oder sie haben Macht. Können sie nichts, was betest du? Haben sie aber Macht, warum bittest du sie nicht lieber darum, daß sie dir geben, nichts zu fürchten, nichts zu begehren, dich über nichts zu betrüben, als darum, daß sie dich vor solchen Dingen, die du fürchtest, bewahren oder solche, die du möchtest, dir gewähren? Denn wenn sie den Menschen überhaupt helfen können, so können sie ihnen doch auch dazu verhelfen. Aber vielleicht entgegnest du, das hätten die Götter in deine Macht gestellt. Nun, ist es denn da nicht besser, was in unserer Macht steht, mit Freiheit zu gebrauchen, als mit knechtischem gemeinem Sinn dahin zu langen, was nicht in unserer Macht steht? Wer aber hat dir gesagt, daß die Götter uns in den Dingen, die in unserer Hand liegen, nicht beistehen? Fange nur an, um solche Dinge zu bitten, dann wirst du ja sehen! Einer bittet, er möchte frei werden von einer Last? du bitte, wie du´s nicht nötig haben möchtest, davon befreit zu werden. Jener, daß ihm sein Kind erhalten werden möge? du, daß du nicht fürchten mögest, es zu verlieren usf. Mit einem Wort, gib allen deinen Gebeten eine solche Richtung, und sieh, was geschehen wird.
Ἤτοι οὐδὲν δύνανται οἱ θεοὶ ἢ δύνανται. εἰ μὲν οὖν μὴ δύνανται, τί εὔχῃ; εἰ δὲ δύνανται, διὰ τί οὐχὶ μᾶλλον εὔχῃ. διδόναι αὐτοὺς τὸ μήτε φοβεῖσθαί τι τούτων μήτε ἐπιθυμεῖν τινος τούτων μήτε λυπεῖσθαι ἐπί τινι τούτων, μᾶλλον ἤπερ τὸ μὴ παρεῖναί τι τούτων ἢ τὸ παρεῖναι; πάντως γάρ, εἰ δύνανται συνεργεῖν ἀνθρώποις, καὶ εἰς ταῦτα δύνανται συνεργεῖν. ἀλλὰ ἴσως ἐρεῖς ὅτι· ἐπ’ ἐμοὶ αὐτὰ οἱ θεοὶ ἐποίησαν. εἶτα οὐ κρεῖσσον χρῆσθαι τοῖς ἐπὶ σοὶ μετ̓ ἐλευθερίας ἣ διαφέρεσθαι πρὸς τὰ μὴ ἐπὶ σοὶ μετὰ δουλείας καὶ ταπεινότητος; τίς δέ σοι εἶπεν ὅτι οὐχὶ καὶ εἰς τὰ ἐφ̓ ἡμῖν οἱ θεοὶ συλλαμβάνουσιν; ἄρξαι γοῦν περὶ τούτων εὔχεσθαι καὶ ὄψει. οὗτος εὔχεται· πῶς κοιμηθῶ μετ̓ ἐκείνης· σύ· πῶς μὴ ἐπιθυμήσω τοῦ κοιμηθῆναι μετ’ ἐκείνης. ἄλλος· πῶς στερηθῶ ἐκείνου· σύ· πῶς μὴ χρῄζω τοῦ στερηθῆναι. ἄλλος· πῶς μὴ ἀποβάλω τὸ τεκνίον· σύ· πῶς μὴ φοβηθῶ ἀποβαλεῖν. ὅλως ὧδε ἐπίστρεψον τὰς εὐχὰς καὶ θεώρει τί γίνεται.
Epikur erzählt: in meinen Krankheiten erinnere ich mich nie eines Gesprächs über die Leiden des Menschen; nie sprach ich mit denen, die mich besuchten, darüber. Sondern ich arbeitete weiter, über naturhistorische Gegenstände im allgemeinen und besonders nachdenkend, wie die Seele, trotzdem, daß sie an den Bewegungen im Körper teilhat, ruhig bleiben und das ihr eigentümliche Gut bewahren möge. Auch gab ich den Ärzten niemals Gelegenheit, sich meinetwegen zu rühmen, als hätten sie etwas ausgerichtet, sondern lebte nachher nicht angenehmer und besser wie vorher. So halte es auch du, in Krankheiten nicht bloß, sondern in jeder Widerwärtigkeit. Den Grundsatz haben alle Philosophenschulen, gerade unter mißlichen Verhältnissen der Philosophie sich treu zu zeigen, mit Leuten, die dem wissenschaftlichen Denken fernstehen, lieber nicht zu schwatzen und seine Gedanken lediglich auf das jedesmal zu Tuende und auf die Mittel zur Ausführung dessen, was uns obliegt zu richten.
Ὁ Ἐπίκουρος λέγει ὅτι· ʽἐν τῇ νόσῳ οὐκ ἦσάν μοι αἱ ὁμιλίαι περὶ τῶν τοῦ σωματίου παθῶν οὐδὲ πρὸς τοὺς εἰσιόντας τοιαῦτά τινα, φησίν, ἐλάλουν, ἀλλὰ τὰ προηγούμενα φυσιολογῶν διετέλουν καὶ πρὸς αὐτῷ τούτῳ ὤν, πῶς ἡ διάνοια συμμεταλαμβάνουσα τῶν ἐν τῷ σαρκιδίῳ τοιούτων κινήσεων ἀταρακτεῖ τὸ ἴδιον ἀγαθὸν τηροῦσα. οὐδὲ τοῖς ἰατροῖς ἐμπαρεῖχον, φησί, καταφρυάττεσθαι ὥς τι ποιοῦσιν, ἀλλ’ ὁ βίος ἤγετο εὖ καὶ καλῶς.ʼ ταὐτὰ οὖν ἐκείνῳ,ἐὰν νοσῇς καὶ ἐν ἄλλῃ τινὶ περιστάσει· τὸ γὰρ μὴ ἀφίστασθαι φιλοσοφίας ἐν οἷς δήποτε τοῖς προσπίπτουσι μηδὲ ἰδιώτῃ καὶ ἀφυσιολόγῳ συμφλυαρεῖν, πάσης αἱρέσεως κοινόν. πρὸς μόνῳ τῷ νῦν πρασσομένῳ εἶναι καὶ τῷ ὀργάνῳ, δι’ οὗ πράσσεις. ἐν νόσῳ,
Sooft dir jemand mit seiner Unverschämtheit zu nahe tritt, lege dir die Frage vor, ob es nicht Unverschämte in der Welt geben müsse? Denn das Unmögliche wirst du doch nicht verlangen. Und dieser ist nun eben einer von den Unverschämten, die es in der Welt geben muß. Dasselbe gilt von den Schlauköpfen, von den Treulosen, von jedem Lasterhaften. Und sobald dir dieser Gedanke geläufig wird, daß es unmöglich ist, daß solche Leute nicht sind, siehst du dich auch sofort freundlicher gegen sie gestimmt. Ebenso frommt es, daran zu denken, welche Tugend die Natur jeder dieser bösen Richtungen gegenüber dem Menschen verliehen hat. So gab sie z.B. der Lieblosigkeit gegenüber, gleichsam als Gegengift die Sanftmut. Überhaupt aber steht dir frei, den Irrenden eines Besseren zu belehren. Und ein Irrender ist jeder Böse: er führt sich durch sein Unrecht selbst vom vorgesteckten Weg ab. Was aber schadet dir´s? Vermag er etwas wider deine Seele? — Und was ist denn Übles oder Fremdartiges daran, wenn ein zuchtloser Mensch tut, was eben eines solchen Menschen ist. Eher hättest du dir selbst darüber Vorwürfe zu machen, daß du nicht erwartet hast, er werde solches tun. Deine Vernunft gibt dir doch Anlaß genug zu dem Gedanken, daß es wahrscheinlich sei, er werde sich auf diese Weise vergehen, und nun, weil du nicht hörst auf das, was sie dir sagt, wunderst du dich, daß er sich vergangen hat! Jedesmal also, wenn du jemand der Treulosigkeit oder der Undankbarkeit beschuldigst, richte den Blick in dein eigenes Innere. Denn offenbar ist es doch dein Fehler, wenn du einem Menschen von solchem Charakter dein Vertrauen schenktest oder wenn du ihm eine Wohltat erwiesest mit allerlei Nebenabsichten und ohne den Lohn deiner Handlungsweise nur in ihr selbst zu suchen. Was willst du denn noch weiter, wenn du einem Menschen wohlgetan? Ist´s nicht genug, daß du deiner Natur entsprechend gehandelt? strebst du nach einer besonderen Belohnung? Als ob das Auge Bezahlung forderte dafür, daß es sieht, und die Füße dafür, daß sie schreiten! Und wie Aug´ und Fuß dazu geschaffen sind, daß sie das Ihrige haben in der Erfüllung ihrer natürlichen Verrichtungen, so hat auch der Mensch, zum Wohltun geschaffen, sooft er ein gutes Werk getan und anderen irgendwie äußerlich beistand, eben nur getan, wozu er bestimmt ist, und empfängt darin das Seinige.
Ὅταν τινὸς ἀναισχυντίᾳ προσκόπτῃς, εὐθὺς πυνθάνου σεαυτοῦ· δύνανται οὖν ἐν τῷ κόσμῳ ἀναίσχυντοι μὴ εἶναι; οὐ δύνανται· μὴ οὖν ἀπαίτει τὸ ἀδύνατον· εἷς γὰρ καὶ οὗτός ἐστιν ἐκείνων τῶν ἀναισχύντων, οὓς ἀνάγκη ἐν τῷ κόσμῳ εἶναι. τὸ δ’ αὐτὸ καὶ ἐπὶ τοῦ πανούργου καὶ ἐπὶ τοῦ ἀπίστου καὶ παντὸς τοῦ ὁτιοῦν ἁμαρτάνοντος ἔστω σοι πρόχειρον· ἅμα γὰρ τῷ ὑπομνησθῆναι ὅτι τὸ γένος τῶν τοιούτων ἀδύνατόν ἐστι μὴ ὑπάρχειν, εὐμενέστερος ἔσῃ πρὸς τοὺς καθ’ ἕνα. εὔχρηστον δὲ κἀκεῖνο εὐθὺς ἐννοεῖν, τίνα ἔδωκεν ἡ φύσις τῷ ἀνθρώπῳ ἀρετὴν πρὸς τοῦτο τὸ ἁμάρτημα· ἔδωκε γὰρ ὡς ἀντιφάρμακον πρὸς μὲν τὸν ἀγνώμονα τὴν πρᾳότητα, πρὸς δὲ ἄλλον ἄλλην τινὰ δύναμιν, ὅλως δὲ ἔξεστί σοι μεταδιδάσκειν τὸν πεπλανημένον· πᾶς γὰρ ὁ ἁμαρτάνων ἀφαμαρτάνει τοῦ προκειμένου καὶ πεπλάνηται. τί δὲ καὶ βέβλαψαι; εὑρήσεις γὰρ μηδένα τούτων, πρὸς οὓς παροξύνῃ, πεποιηκότα τι τοιοῦτον, ἐξ οὗ ἡ διάνοιά σου χείρων ἔμελλε γενήσεσθαι· τὸ δὲ κακόν σου καὶ τὸ βλαβερὸν ἐνταῦθα πᾶσαν τὴν ὑπόστασιν ἔχει. τί δὲ καινὸν ἢ ξένον γέγονεν, εἰ ὁ ἀπαίδευτος τὰ τοῦ ἀπαιδεύτου πράσσει; ὅρα μὴ σεαυτῷ μᾶλλον ἐγκαλεῖν ὀφείλῃς, ὅτι οὐ προσεδόκησας τοῦτον τοῦτο ἁμαρτήσεσθαι· σὺ γὰρ καὶ ἀφορμὰς ἐκ τοῦ λόγου εἶχες πρὸς τὸ ἐνθυμηθῆναι ὅτι εἰκός ἐστι τοῦτον τοῦτο ἁμαρτήσεσθαι, καὶ ὅμως ἐπιλαθόμενος θαυμάζεις εἰ ἡμάρτηκε. μάλιστα δέ, ὅταν ὡς ἀπίστῳ ἢ ἀχαρίστῳ μέμφῃ, εἰς σεαυτὸν ἐπιστρέφου· προδήλως γὰρ σὸν τὸ ἁμάρτημα, εἴτε περὶ τοῦ τοιαύτην τὴν διάθεσιν ἔχοντος ἐπίστευσας ὅτι τὴν πίστιν φυλάξει, εἴτε τὴν χάριν διδοὺς μὴ καταληκτικῶς ἔδωκας μηδὲ ὥστε ἐξ αὐτῆς τῆς πράξεως εὐθὺς ἀπειληφέναι πάντα τὸν καρπόν. τί γὰρ πλέον θέλεις εὖ ποιήσας ἄνθρωπον; οὐκ ἀρκεῖ τοῦτο, ὅτι κατὰ φύσιν τὴν σήν τι ἔπραξας, ἀλλὰ τούτου μισθὸν ζητεῖς; ὡσεὶ ὁ ὀφθαλμὸς ἀμοιβὴν ἀπῄτει, ὅτι βλέπει, ἢ οἱ πόδες, ὅτι βαδίζουσιν. ὥσπερ γὰρ ταῦτα πρὸς τόδε τι γέγονεν, ὅπερ κατὰ τὴν ἰδίαν κατασκευὴν ἐνεργοῦντα ἀπέχει τὸ ἴδιον, οὕτως καὶ ὁ ἄνθρωπος εὐεργετικὸς πεφυκώς, ὁπόταν τι εὐεργετικὸν ἢ ἄλλως εἰς τὰ μέσα συνεργητικὸν πράξῃ, πεποίηκε, πρὸς ὃ κατεσκεύασται, καὶ ἔχει τὸ ἑαυτοῦ.