VII
Siebentes Buch
Was ist Schlechtigkeit? Nichts anderes, als was du schon oft gesehen hast. Und so halte bei jedem Zufall den Gedanken bereit: “Es ist nur etwas, das du schon oft gesehen hast.” Dann wirst du erkennen, daß alles, wovon die Geschichte alter, mittlerer und neuer Zeit handelt, und womit sich der Staat wie die Familie jetzt beschäftigt, in jeder Beziehung das nämliche sei. Nichts Neues, alles gewöhnlich und von kurzer Dauer.
Τί ἐστι κακία; τοῦτ’ ἔστιν ὃ πολλάκις εἶδες. καὶ ἐπὶ παντὸς δὲ τοῦ συμβαίνοντος πρόχειρον ἔχε ὅτι τοῦτό ἐστιν ὃ πολλάκις εἶδες. ὅλως ἄνω κάτω τὰ αὐτὰ εὑρήσεις, ὧν μεσταὶ αἱ ἱστορίαι αἱ παλαιαί, αἱ μέσαι, αἱ ὑπόγυιοι· ὧν νῦν μεσταὶ αἱ πόλεις καὶοἰκίαι. οὐδὲν καινόν· πάντα καὶ συνήθη καὶ ὀλιγοχρόνια. αἱ
Deine Lebensgrundsätze (dogmata) werden stets ihre Gültigkeit für dich behalten, solange dir die ihnen entsprechenden Grundbegriffe nicht abhanden gekommen sind.
Das aber kannst du verhindern, indem du dieselben immer wieder zu neuem Leben in dir anfachst und über das, was notwendig ist, nicht aufhörst nachzudenken - wobei dich nichts zu stören vermag, weil alles, was zu deinem Gedankenleben von außen hinzutritt, als solches keinen Einfluß auf dasselbe hat.
Halte dich also nur so, daß es dir äußerlich bleibt! Hast du aber deine Lebenshaltung einmal eingebüßt: Du kannst sie wieder gewinnen. Sieh die Dinge wieder gerade so an, wie du sie angesehen hattest! Darin besteht alles Wiederaufleben.
Τὰ δόγματα πῶς ἄλλως δύναται νεκρωθῆναι, ἐὰν μὴ αἱ κατάλληλοι αὐτοῖς φαντασίαι σβεσθῶσιν, ἃς διηνεκῶς ἀναζωπυρεῖν ἐπὶ σοί ἐστι. δύναμαι περὶ τούτου ὃ δεῖ ὑπολαμβάνειν· εἰ δύναμαι, τί ταράσσομαι; τὰ ἔξω τῆς ἐμῆς διανοίας οὐδὲν ὅλως πρὸς τὴν ἐμὴν διάνοιαν. τοῦτο μάθε καὶ ὀρθὸς εἶ.
Kommentar
Das Leben ist freilich weiter nichts als ein eitles Jagen nach Pomp, als ein Bühnenspiel, wo Züge von Last- und anderem Vieh erscheinen, oder ein Lanzenrennen, ein Herumbeißen junger Hunde um den hingeworfenen Knochen, ein Geschnappe der Fische nach dem Bissen, die Mühen und Strapazen der Ameisen, das Hin- und Herlaufen unruhig gemachter Fliegen, oder ein Guckkasten, wo ein Bild nach dem andern abschnurrt: aber mitten in diesem Getreibe festzustehen mit ruhigem und freundlichem Sinn, das eben ist unsere Aufgabe.
Πομπῆς κενοσπουδία, ἐπὶ σκηνῆς δράματα, ποίμνια, ἀγέλαι, διαδορατισμοί, κυνιδίοις ὀστάριον ἐρριμμένον, ψωμίον εἰς τὰς τῶν ἰχθύων δεξαμενάς, μυρμήκων ταλαιπωρίαι καὶ ἀχθοφορίαι, μυιδίων ἐπτοημένων διαδρομαί, σιγιλλάρια νευροσπαστούμενα. χρὴ οὖν ἐν τούτοις εὐμενῶς μὲν καὶ μὴ καταφρυαττόμενον ἑστάναι, παρακολουθεῖν μέντοι, ὅτι τοσούτου ἄξιος ἕκαστός ἐστιν, ὅσου ἄξιά ἐστι ταῦτα περὶ ἃ ἐσπούδακεν.
Bei einer Rede gilt es achtzuhaben auf die Worte, bei einer Handlung auf den erstrebten Erfolg. Dort ist die Frage nach der Bedeutung jedes Ausdrucks, hier handelt sich´s um den Zweck, der verfolgt wird.
Δεῖ κατὰ λέξιν παρακολουθεῖν τοῖς λεγομένοις καὶ καθ’ ἑκάστην ὁρμὴν τοῖς γινομένοις, καὶ ἐπὶ μὲν τοῦ ἑτέρου εὐθὺς ὁρᾶν ἐπὶ τίνα σκοπὸν ἡ ἀναφορά, ἐπὶ δὲ τοῦ ἑτέρου παραφυλάσσειν τί τὸ σημαινόμενον.
Die Frage ist, ob meine Einsicht ausreicht, was ich mir vorgenommen, auszuführen oder nicht. Genügt sie, so brauche ich sie als ein Werkzeug, das die Natur mir an die Hand gegeben. Reicht sie nicht aus, dann überlasse ich entweder das Werk dem, der besser imstande ist es zu vollbringen, wofern dies nicht für mich geradezu unziemlich ist, oder ich handle so gut ich kann mit Zuziehung dessen, den zur Vollendung eines gemeinnützigen Werkes eben meine Einsicht als Ergänzung bedarf. Denn alles, was ich tue, mag ich es nun durch meine eigene Kraft oder mit Hilfe eines andern zustande bringen — dem Wohl des Ganzen muß es immer dienen.
Πότερον ἐξαρκεῖ ἡ διάνοιά μου πρὸς τοῦτο ἢ οὔ; εἰ μὲν ἐξαρκεῖ, χρῶμαι αὐτῇ πρὸς τὸ ἔργον ὡς ὀργάνῳ παρὰ τῆς τῶν ὅλων φύσεως δοθέντι. εἰ δὲ μὴ ἐξαρκεῖ, ἤτοι παραχωρῶ τοῦ ἔργου τῷ δυναμένῳ κρεῖττον ἐπιτελέσαι, ἐὰν ἄλλως τοῦτο μὴ καθήκῃ, ἢ πράσσω ὡς δύναμαι, προσπαραλαβὼν τὸν δυνάμενον κατὰ πρόσχρησιν τοῦ ἐμοῦ ἡγεμονικοῦ ποιῆσαι τὸ εἰς τὴν κοινωνίαν νῦν καίριον καὶ χρήσιμον. ὅ τι γὰρ ἂν δι’ ἐμαυτοῦ ἢ σὺν ἄλλῳ ποιῶ, ὧδε μόνον χρὴ συντείνειν, εἰς τὸ κοινῇ χρήσιμον καὶ εὐάρμοστον.
Wieviel Hochgepriesene sind bereits der Vergessenheit überantwortet und wie viele, die ihnen Loblieder sangen, sind schon hinweggeräumt!
Ὅσοι μὲν πολυύμνητοι γενόμενοι ἤδη λήθῃ παραδέδονται, ὅσοι δὲ τούτους ὑμνήσαντες πάλαι ἐκποδών.
Du hast dich nicht zu schämen, wenn du Hilfe brauchst. Tu nur dein Mögliches! wie bei der Erstürmung einer Mauer jeder Soldat eben auch nur sein Möglichstes tun muß! Denn wenn du gelähmt auch die Brustwehr allein nicht erklimmen kannst, bist du es mit Hilfe eines andern wohl imstand.
Μὴ αἰσχύνου βοηθούμενος· πρόκειται γάρ σοι ἐνεργεῖν τὸ ἐπιβάλλον ὡς στρατιώτῃ ἐν τειχομαχίᾳ. τί οὖν, ἐὰν σὺ μὲν χωλαίνων ἐπὶ τὴν ἔπαλξιν ἀναβῆναι μόνος μὴ δύνῃ, σὺν ἄλλῳ δὲ δυνατὸν ᾖ τοῦτο;
Laß dich das Zukünftige nicht anfechten! Du wirst, wenn´s nötig ist, schon hinkommen, getragen von derselben Geisteskraft, die dich das Gegenwärtige beherrschen läßt.
Τὰ μέλλοντα μὴ ταρασσέτω· ἥξεις γὰρ ἐπ’ αὐτά, ἐὰν δεήσῃ, φέρων τὸν αὐτὸν λόγον ᾧ νῦν πρὸς τὰ παρόντα χρᾷ.
Alles ist wie durch ein heiliges Band miteinander verflochten. Nahezu nichts ist sich fremd. Eines schließt sich dem anderen an und schmückt mit ihm vereint dieselbe Welt. Aus allem, was ist, bildet sich doch nur die eine Welt; in allem, was ist, lebt nur der eine Gott. Es ist nur ein Stoff und ein Gesetz, in den vernunftbegabten Wesen die eine Vernunft. Nur eine Wahrheit gibt´s und für die Wesen derselben Gattung auch nur eine Vollkommenheit.
Πάντα ἀλλήλοις ἐπιπλέκεται καὶ ἡ σύνὸεσις ἱερά, καὶ σχεδόν τι οὐδὲν ἀλλότριον ἄλλο ἄλλῳ· συγκατατέτακται γὰρ καὶ συγκοσμεῖ τὸν αὐτὸν κόσμον. κόσμος τε γὰρ εἷς ἐξ ἁπάντων καὶ θεὸς εἷς δι’ ἁπάντων καὶ οὐσία μία καὶ νόμος εἷς, λόγος κοινὸς πάντων τῶν νοερῶν ζῴων καὶ ἀλήθεια μία, εἴγε καὶ τελειότης μία τῶν ὁμογενῶν καὶ τοῦ αὐτοῦ λόγου μετεχόντων ζῴων.
Alles Stoffliche verschwindet gar bald im Urstoff des Ganzen und jede wirkende Kraft wird gar bald in die Vernunft des Ganzen aufgenommen. Aber ebenso schnell findet die Erinnerung an alles ihr Grab im ewigen Zeitlauf.
Πᾶν τὸ ἔνυλον ἐναφανίζεται τάχιστα τῇ τῶν ὅλων οὐσίᾳ καὶ πᾶν αἴτιον εἰς τὸν τῶν ὅλων λόγον τάχιστα ἀναλαμβάνεται καὶ παντὸς μνήμη τάχιστα ἐγκαταχώννυται τῷ αἰῶνι.
Für die vernünftigen Wesen ist eine naturgemäße Handlungsweise auch immer zugleich eine vernunftgemäße.
Τῷ λογικῶ ζῴῳ ἡ αὐτὴ πρᾶξις κατὰ φύσιν ἐστὶ καὶ κατὰ λόγον.
Was in dem einzelnen Organismus die Glieder des Leibes, das sind in dem Gesamtorganismus die einzelnen vernunftbegabten Wesen. Auch sie sind zum Zusammenwirken geschaffen. Sagst du dir nur recht oft: Du seist ein Glied in dem großen System der Geister, so kann ein solcher Gedanke nicht anders als dich aufs tiefste berühren. Siehst du dich aber nur als einen Teil dieses Ganzen an, so liebst du die Menschen auch noch nicht von Herzen, so macht dir das Gutestun noch nicht an sich selbst Freude, so übst du es nur als eine Pflicht, so ist es noch keine Wohltat für dich selber.
Οἷόν ἐστιν ἐν ἡνωμένοις τὰ μέλη τοῦ σώματος, τοῦτον ἔχει τὸν λόγον ἐν διεστῶσι τὰ λογικά, πρὸς μίαν τινὰ συνεργίαν κατεσκευασμένα. μᾶλλον δέ σοι ἡ τούτου νόησις προσπεσεῖται, ἐὰν πρὸς ἑαυτὸν πολλάκις λέγῃς, ὅτι μέλος εἰμὶ τοῦ ἐκ τῶν λογικῶν συστήματος. ἐὰν δὲ διὰ τοῦ ῥῶ στοιχείου μέρος εἶναι ἑαυτὸν λέγῃς, οὔπω ἀπὸ καρδίας φιλεῖς τοὺς ἀνθρώπους· οὔπω σε καταληκτικῶς εὐφραίνει τὸ εὐεργετεῖν· ἔτι ὡς πρέπον αὐτὸ ψιλὸν ποιεῖς, οὔπω ὡς ἑαυτὸν εὖ ποιῶν.
Mag den Teilen, die durch den Stoß berührt werden können, von außen her zustoßen, was da will, dann mögen sich die beschädigten Teile, wenn sie wollen, beschweren. Ich habe jedoch, solange ich ein Ereignis nicht für ein Übel halte, noch nicht dabei gelitten. Es aber nicht dafür zu halten, steht mir ja ganz frei.
Ὃ θέλει, ἔξωθεν προσπιπτέτω τοῖς παθεῖν ἐκ τῆς προσπτώσεως ταύτης δυναμένοις. ἐκεῖνα γάρ, ἐὰν θελήσῃ, μέμψεται τὰ παθόντα, ἐγὼ δέ, ἐὰν μὴ ὑπολάβω ὅτι κακὸν τὸ συμβεβηκός, οὔπω βέβλαμμαι· ἔξεστι δέ μοι μὴ ὑπολαβεῖν.
Der Smaragd spricht: was auch einer tun oder sagen mag, ich muß Smaragd sein und meine Farbe bewahren. So sprech auch ich: mag einer tun und sagen, was er will, ich muß die Tugend bewahren.
Ὅ τι ἄν τις ποιῇ ἢ λέγῃ, ἐμὲ δεῖ ἀγαθὸν εἶναι, ὡς ἂν εἰ ὁ χρυσὸς ἢ ὁ σμάραγδος ἢ ἡ πορφύρα τοῦτο ἀεὶ ἔλεγεν· ὅ τι ἄν τις ποιῇ ἢ λέγῃ, ἐμὲ δεῖ σμάραγδον εἶναι καὶ τὸ ἐμαυτοῦ χρῶμα ἔχειν.
Die Seele beunruhige und erschrecke sich nicht. Kann´s ein anderer, mag er´s tun. Sie selbst für sich sei solchen Regungen unzugänglich. Daß aber der Leib nichts leide, dafür mag er, wenn er kann, selbst sorgen, und wenn er leidet, mag er´s sagen. Doch die Seele, der eigentliche Sitz der Furcht und jeder schmerzlichen Empfindung, kann nicht leiden, wenn du ihr nicht die Meinung, daß sie leide, erst beibringst. Denn an und für sich, und wenn sie sich nicht selbst die Bedürfnisse schafft, ist die Seele bedürfnislos und deshalb auch, wenn sie sich nicht selbst beunruhigt, unerschütterlich.
Τὸ ἡγεμονικὸν αὐτὸ ἑαυτῷ οὐκ ἐνοχλεῖ, οἷον λέγω, οὐ φοβεῖ ἑαυτὸ εἰς ἐπιθυμίαν. εἰ δέ τις ἄλλος αὐτὸ φοβῆσαι ἢ λυπῆσαι δύναται, ποιείτω· αὐτὸ γὰρ ἑαυτὸ ὑποληπτικῶς οὐ τρέψει εἰς τοιαύτας τροπάς. τὸ σωμάτιον μὴ πάθῃ τι, αὐτὸ μεριμνάτω, εἰ δύναται, καὶ λεγέτω, εἴ τι πάσχει· τὸ δὲ ψυχάριον τὸ φοβούμενον, τὸ λυπούμενον, τὸ περὶ τούτων ὅλως ὑπολαμβάνον, οὐδὲν μὴ πάθῃ· οὐ γὰρ ἄξεις αὐτὸ εἰς κρίσιν τοιαύτην. ἀπροσδεές ἐστιν ὅσον ἐφ’ ἑαυτῷ τὸ ἡγεμονικόν, ἐὰν μὴ ἑαυτῷ ἔνδειαν ποιῇ· κατὰ ταὐτὰ δὲ καὶ ἀτάραχον καὶ ἀνεμπόδιστον, ἐὰν μὴ ἑαυτὸ ταράσσῃ καὶ ἐμποδίζῃ.
Glücklich sein heißt einen guten Charakter haben. Was machst du also hier, Einbildung? Geh um der Götter willen, wie du kamst, denn ich brauche dich nicht! Du bist gekommen nach deiner alten Gewohnheit Ich zürne dir nicht, nur geh fort!
Εὐδαιμονία ἐστὶ δαίμων ἀγαθὸς ἢἀγαθόν. τί οὖν ὧδε ποιεῖς, ὦ φαντασία; ἀπέρχου, τοὺς θεούς σοι, ὡς ἦλθες· οὐ γὰρ χρῄζω σου. ἐλήλυθας δὲ κατὰ τὸ ἀρχαῖον ἔθος. οὐκ ὀργίζομαί σοι· μόνον ἄπιθι. ἡγεμονικὸν
Wäre es möglich, daß dir der Wechsel, dem alles unterworfen ist, Furcht einjage? Was könnte denn geschehen, wenn sich die Dinge nicht veränderten? Was gibt es Angemesseneres für die Natur als diese Veränderung? Könntest du dich denn nähren, wenn die Speisen sich nicht verwandelten? Überhaupt hängt von dieser Eigenschaft der Nutzen jedes Dinges ab. Und siehst du nun nicht, daß die Veränderung, der du unterworfen bist, von derselben Art und ebenso notwendig ist für das Ganze?
Φοβεῖταί τις μεταβολήν; τί γὰρ δύναται χωρὶς μεταβολῆς γενέσθαι, τί δὲ φίλτερον ἢ οἰκειότερον τῇ τῶν ὅλων φύσει; σὺ δὲ αὐτὸς λούσασθαι δύνασαι, ἐὰν μὴ τὰ ξύλα μεταβάλῃ; τραφῆναι δὲ δύνασαι, ἐὰν μὴ τὰ ἐδώδιμα μεταβάλῃ; ἄλλο δέ τι τῶν χρησίμων δύναται συντελεσθῆναι χωρὶς μεταβολῆς; οὐχ ὁρᾷς οὖν ὅτι καὶ αὐτὸ τὸ σὲ μεταβαλεῖν ὅμοιόν ἐστι καὶ ὁμοίως ἀναγκαῖον τῇ τῶν ὅλων φύσει;
Alle Körper nehmen durch das Weltall, wie durch einen reißenden Strom, ihren Lauf und sind, wie die Glieder unseres Leibes untereinander, so mit jenem Ganzen innig verbunden und wirken mit ihm. Wie manchen Chrysipp, wie manchen Sokrates, wie manchen Epiktet hat schon die Welle verschlungen! Diesen Gedanken hege beim Anblick jedes Menschen und jedes Gegenstands.
Διὰ τῆς τῶν ὅλων οὐσίας ὡς διὰ χειμάρρου διεκπορεύεται πάντα τὰ σώματα, τῷ ὅλῳ συμφυῆ καὶ συνεργὰ ὡς τὰ ἡμέτερα μέλη ἀλλήλοις. πόσους ἤδη ὁ αἰὼν Χρυσίππους, πόσους Σωκράτεις, πόσους Ἐπικτήτους καταπέπωκε. τὸ δ’ αὐτὸ καὶ ἐπὶ παντὸς οὑτινοσοῦν σοι ἀνθρώπου τε καὶ πράγματος προσπιπτέτω.
Das eine liegt mir am Herzen, daß ich nichts tue, was dem Willen dermenschlichen Natur zuwider ist, oder was sie in dieser Art oder was sie gerade jetzt nicht will.
Ἐμὲ ἓν μόνον περισπᾷ, μή τι αὐτὸς ποιήσω, ὃ ἡ κατασκευὴ τοῦ ἀνθρώπου οὐ θέλει ἢ ὡς οὐ θέλει ἢ ὃ νῦν οὐ θέλει.
Bald wird alles bei dir und bald wirst auch du bei allen vergessen sein.
Ἐγγὺς μὲν ἡ σὴ περὶ πάντων λήθη, ἐγγὺς δὲ ἡ πάντων περὶ σοῦ λήθη.
Es ist ein dem Menschen eigentümlicher Vorzug, daß er auch die liebt, die ihm weh getan haben. Und es gelingt ihm, wenn er bedenkt, daß Menschen Brüder sind, daß sie aus Unverstand und unfreiwillig fehlen, daß beide, der Beleidigte und der Beleidiger nach kurzer Zeit den Toten angehören werden, und vor allem: daß eigentlich niemand ihm schaden, d.h. sein Inneres schlechter machen kann als es vorher gewesen.
Ἴδιον ἀνθρώπου φιλεῖν καὶ τοὺς πταίοντας. τοῦτο δὲ γίνεται, ἐὰν συμπροσπίπτῃ σοι, ὅτι καὶ συγγενεῖς καὶ δι’ ἄγνοιαν καὶ ἄκοντες ἁμαρτάνουσι καὶ ὡς μετ’ ὀλίγον ἀμφότεροι τεθνήξεσθε, καὶ πρὸ πάντων, ὅτι οὐκ ἔβλαψέ σε· οὐ γὰρ τὸ ἡγεμονικόν σου χεῖρον ἐποίησεν ἢ πρόσθεν ἦν.
Wie man aus Wachs etwas formt, so formt die Allnatur aus den Urstoffen die verschiedenen Wesen; jetzt das Roß, dann, wenn dieses zerschmolz, den Baum, bald den Menschen, bald etwas anderes, und ein jegliches nur zu kurzem Bestand. Aber wie es dem Kistchen gleichgültig war, daß man´s gezimmert, so auch, daß man es nun wieder auseinander nimmt.
Ἡ τῶν ὅλων φύσις ἐκ τῆς ὅλης οὐσίας ὡς κηροῦ νῦν μὲν ἱππάριον ἔπλασε, συγχέασα δὲ τοῦτο εἰς δενδρύφιον συνεχρήσατο τῇ ὕλῃ αὐτοῦ· εἶτα εἰς ἀνθρωπάριον· εἶτα εἰς ἄλλο τι· ἕκαστον δὲ τούτων πρὸς ὀλίγιστον ὑπέστη. δεινὸν δὲ οὐδὲν τὸ διαλυθῆναι τῷ κιβωτίῳ, ὥσπερ οὐδὲ τὸ συμπαγῆναι. ἀγαθόν
Ein zorniges Gesicht ist widernatürlich. Wenn die Sanftmut im Innern erstirbt, erlischt auch die äußere Zier, daß sie nicht überall wieder angefacht werden kann. Schon daraus geht hervor, daß jeder grollende Blick vernunftwidrig ist. Wem das Gewissen ausgegangen, der hat keine Ursache zu leben.
Τὸ ἐπίκοτον τοῦ προσώπου λίαν παρὰ φύσιν, ὅταν πολλάκις ἐναποθνῄσκειν ᾖ πρόσχημα ἢ τὸ τελευταῖον ἀπεσβέσθη, ὥστε ὅλως ἐξαφθῆναι μὴ δύνασθαι. αὐτῷ γε τούτῳ παρακολουθεῖν πειρῶ, ὅτι παρὰ τὸν λόγον. εἰ γὰρ καὶ ἡ συναίσθησις τοῦ ἁμαρτάνειν οἰχήσεται, τίς ἔτι τοῦ ζῆν αἰτία;
In kurzem wird die allwaltende Natur alles, was du siehst, verwandeln und aus demselben Stoff andere Dinge bereiten und aus deren Stoff wieder andere Dinge, damit sich die Welt immer verjüngt.
Πάντα ὅσα ὁρᾷς ὅσον οὔπω μεταβαλεῖ ἡ τὰ ὅλα διοικοῦσα φύσις καὶ ἄλλα ἐκ τῆς οὐσίας αὐτῶν ποιήσει καὶ πάλιν ἄλλα ἐκ τῆς ἐκείνων οὐσίας, ἵνα ἀεὶ νεαρὸς ᾖ ὁ κόσμος.
Sobald dir jemand weh getan hat, mußt du sogleich untersuchen, welche Ansicht über Gut und Böse ihn dazu vermochte. Denn sowie dir dies klar geworden wirst du Mitleid fühlen mit ihm und dich weder wundern noch erzürnen. Entweder nämlich findest du, daß du über das Gute gar keine wesentlich andere Ansicht hast als er; und dann mußt du ihm verzeihen. Oder du siehst den Unterschied; dann aber ist´s ja nicht so schwer, freundlich zu bleiben dem, der sich geirrt hat.
Ὅταν τις ἁμάρτῃ τι εἰς σέ, εὐθὺς ἐνθυμοῦ τί ἀγαθὸν ἢ κακὸν ὑπολαβὼν ἥμαρτε. τοῦτο γὰρ ἰδὼν ἐλεήσεις αὐτὸν καὶ οὔτε θαυμάσεις οὔτε ὀργισθήσῃ. ἤτοι γὰρ καὶ αὐτὸς τὸ αὐτὸ ἐκείνῳ ἀγαθὸν ἔτι ὑπολαμβάνεις ἢ ἄλλο ὁμοειδές· δεῖ οὖν συγγινώσκειν. εἰ δὲ μηκέτι ὑπολαμβάνεις τὰ τοιαῦτα ἀγαθὰ καὶ κακά, ῥᾷον εὐμενὴς ἔσῃ τῷ παρορῶντι.
Kommentar
Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, als an das, was du hast. Und wenn dir bewußt wird, was von diesem das Allerbeste sei, mußt du dir klarmachen, wie du´s gewinnen könntest, im Fall du es nicht besäßest. Je zufriedener dich aber sein Besitz macht, um so mehr mußt du dich hüten, ihn mit einem solchen Wohlgefallen zu betrachten, daß dich sein Verlust beunruhigen könnte.
Μὴ τὰ ἀπόντα ἐννοεῖν ὡς ἤδη ὄντα, ἀλλὰ τῶν παρόντων τὰ δεξιώτατα ἐκλογίζεσθαι καὶ τούτων χάριν ὑπομιμνῄσκεσθαι πῶς ἂν ἐπεζητεῖτο, εἰ μὴ παρῆν. ἅμα μέντοι φυλάσσου, μὴ διὰ τοῦ οὕτως ἀσμενίζειν αὐτοῖς ἐθίσῃς ἐκτιμᾶν αὐτά, ὥστε, ἐάν ποτε μὴ παρῇ, ταραχθήσεσθαι.
Ziehe dich in dich selbst zurück! Die uns beherrschende Vernunft ist ja so beschaffen, daß sie am Rechttun und an der daraus hervorgehenden Ruhe Genügen findet.
Εἰς σαυτὸν συνειλοῦ· φύσιν ἔχει τὸ λογικὸν ἡγεμονικὸν ἑαυτῷ ἀρκεῖσθαι δικαιοπραγοῦντι καὶ παρ’ αὐτὸ τοῦτο γαλήνην ἔχοντι.
Mache den Einbildungen ein Ende! Hemme den Zug der Leidenschaften! Behalte die Gegenwart in deiner Gewalt! Mache dich mit dem vertraut, was dir oder einem anderen begegnet. Trenne und zerlege alles in seine Urkraft und seinen Stoff. Gedenke der letzten Stunde! Fehler, die andere begehen, laß ruhen, wo sie begangen sind.
Ἐξάλειψον τὴν φαντασίαν. στῆσον τὴν νευροσπαστίαν. περίγραψον τὸ ἐνεστὼς τοῦ χρόνου. γνώρισον τὸ συμβαῖνον ἢ σοὶ ἢ ἄλλῳ. δίελε καὶ μέρισον τὸ ὑποκείμενον εἰς τὸ αἰτιῶδες καὶ ὑλικόν. ἐννόησον τὴν ἐσχάτην ὥραν. τὸ ἐκείνῳ ἁμαρτηθὲν ἐκεῖ κατάλιπε ὅπου ἡ ἁμαρτία ὑπέστη.
Richte deine ganze Aufmerksamkeit auf das, wovon gesprochen wird, versenke deinen Geist in die Betrachtung der Begebenheiten und ihrer Ursachen.
Συμπαρεκτείνειν τὴν νόησιν τοῖς λεγομένοις. εἰσδύεσθαι τὸν νοῦν εἰς τὰ γινόμενα καὶ ποιοῦντα.
Dein Schmuck sei Einfalt, Bescheidenheit und Gleichgültigkeit gegen alles, was zwischen Tugend und Laster in der Mitte liegt. Liebe das Menschengeschlecht, folge der Gottheit! Alles, sagt jemand, geschieht nach bestimmten Gesetzen, ob Götter sind oder ob aus Atomen alles entsteht, gleichviel. Genug eben, daß alles gesetzmäßig ist.
Φαίδρυνον σεαυτὸν ἁπλότητι καὶ αἰδοῖ καὶ τῇ πρὸς τὸ ἀνὰ μέσον ἀρετῆς καὶ κακίας ἀδιαφορίᾳ. φίλησον τὸ ἀνθρώπινον γένος. ἀκολούθησον θεῷ. ἐκεῖνος μέν φησιν ὅτι ʽπάντα νομιστί, ἐτεῇ δὲ μόνα τὰ στοιχεῖαʼ, ἀρκεῖ δὲ μεμνῆσθαι ὅτι τὰ πάντα νομιστὶ ἔχει· ἤδη λίαν ὀλίγα.
Vom Tod: Der Tod ist Zerstreuung oder Auflösung in Atome oder Vernichtung, ein Auslöschen oder ein Versetzen.
Περὶ θανάτου· ἢ σκεδασμός, εἰ ἄτομοι· εἰ δ᾽ ἕνωσις, ἤτοι σβέσις ἢ μετάστασις.
Vom Schmerz: Ist er unerträglich, führt er auch den Tod herbei; ist er anhaltend, so läßt er sich auch ertragen. Wenn nur die Seele dabei an sich hält, bewahrt sie auch ihre Ruhe und leidet keinen Schaden. Die vom Schmerz getroffenen Glieder mögen dann, wenn sie können, sich selbst darüber aussprechen.
Περὶ πόνου· τὸ μὲν ἀφόρητον ἐξάγει, τὸ δὲ χρονίζον φορητόν· καὶ ἡ διάνοια τὴν ἑαυτῆς γαλήνην κατὰ ἀπόληψιν διατηρεῖ καὶ οὐ χεῖρον τὸ ἡγεμονικὸν γέγονε, τὰ δὲ κακούμενα μέρη ὑπὸ τοῦ πόνου, εἴ τι δύναται, περὶ αὐτοῦ ἀποφηνάσθω.
Vom Ruhm: Betrachte die Gesinnungen der Ruhmsüchtigen, von welcher Art sie sind und was sie einerseits meiden und andererseits suchen! Bedenke ferner: Wie bei den übereinandergewirbelten Sandhügeln, die früher hergewehten von den später aufgehäuften bedeckt werden, so wird auch im Leben das Frühere vom Späteren bedeckt.
Περὶ δόξης· ἴδε τὰς διανοίας αὐτῶν, οἷαι καὶ οἷα μὲν φεύγουσαι. οἷα δὲ διώκουσαι. καὶ ὅτι, ὡς αἱ θῖνες ἄλλαι ἐπ’ ἄλλαις ἐπιφορούμεναι κρύπτουσι τὰς προτέρας, οὕτως ἐν τῷ βίῳ τὰ πρότερα ὑπὸ τῶν ἐπενεχθέντων τάχιστα ἐκαλύφθη.
Plato fragt: “Wem hoher Sinn und Einsicht in die Zeiten und in das Wesen der Dinge verliehen ward — glaubst du, daß der das menschliche Leben für etwas Großes halten kann?” und er antwortet: “Unmöglich kann ich´s.” Nun, und ebenso unmöglich ist´s, daß ich den Tod für etwas Furchtbares halte.
ʽἯι οὖν ὑπάρχει διανοίᾳ μεγαλοπρέπεια καὶ θεωρία παντὸς μὲν χρόνου, πάσης δὲ οὐσίας, ἆρα οἴει τούτῳ μέγα τι δοκεῖν εἶναι τὸν ἀνθρώπινον βίον; ἀδύνατον, ἦ δ’ ὅς. οὐκοῦν καὶ θάνατον οὐ δεινόν τι ἡγήσεται ὁ τοιοῦτος; ἥκιστά γε.ʼ
Ein Ausspruch des Antisthenes: “Königlich ist´s, wohlzutun und Schmähungen ruhig über sich ergehen zu lassen.”
ʽΒασιλικὸν εὖ μὲν πράττειν, κακῶς δὲ ἀκούειν.ʼ
Schändlich ist´s, wenn die Seele nur Macht hat über unsere Mienen, nicht über sich selbst, wenn sie nur jene, nicht aber sich selber umzugestalten vermag.
Αἰσχρόν ἐστι τὸ μὲν πρόσωπον ὑπήκοον εἶναι καὶ σχηματίζεσθαι καὶ κατακοσμεῖσθαι, ὡς κελεύει ἡ διάνοια, αὐτὴν δ’ ὑφ’ ἑαυτῆς μὴ σχηματίζεσθαι καὶ κατακοσμεῖσθαι.
Wie kann dich denn bald dies, bald jenes ärgern, das dich doch nichts angeht?
Τοῖς πράγμασιν γὰρ οὐχὶ θυμοῦσθαι χρεών·μέλει γὰρ αὐτοῖς οὐδέν.
Freude den ewigen Göttern! doch uns auch Freude verleihe!
Ἀθανάτοις τε θεοῖς καὶ ἡμῖν χάρματα δοίης.
Die Früchte sind zum Pflücken, so das Leben auch. Hier keimt das Leben, dort der Tod.
Βίον θερίζειν ὥστε κάρπιμον στάχυνκαὶ τὸν μὲν εἶναι, τὸν δὲ μή.
Wenn ich samt Kind von den Göttern einmal verlassen bin, Grund ist auch dafür. —
Εἰ δ’ ἠμελήθην ἐκ θεῶν καὶ παῖδ’ ἐμώ,ἔχει λόγον καὶ τοῦτο.
Blicke oft zu den Sternen empor — als wandeltest du mit ihnen. Solche Gedanken reinigen die Seele von dem Schmutz des Erdenlebens.
ʽἘγὼ δὲ τούτῳ δίκαιον ἂν λόγον ἀντείποιμι, ὅτι οὐ καλῶς λέγεις, ὦ ἄνθρωπε, εἰ οἴει δεῖν κίνδυνον ὑπολογίζεσθαι τοῦ ζῆν ἢ τεθνάναι ἄνδρα, ὅτου τι καὶ σμικρὸν ὄφελος, ἀλλ’ οὐκ ἐκεῖνο μόνον σκοπεῖν, ὅταν πράττῃ, πότερον δίκαια ἢ ἄδικα πράττει καὶ ἀνδρὸς ἀγαθοῦἢ κακοῦ.ʼ ἔργα
Kommentar
Platonische Aussprüche: “Diesem würde ich mit Recht antworten: du urteilst unrichtig, o Mensch, wenn du meinst, daß ein Mann, der auch nur einigen Wert hat, die bedenkliche Wahl zwischen Leben und Sterben ins Auge fassen und nicht vielmehr nur das erwägen soll, ob, was er tue, recht oder unrecht und die Tat eines Guten oder Schlechten sei.”
Ὁὕτω γὰρ ἔχει, ὦ ἄνδρες Ἀθηναῖοι, τῇ ἀληθείᾳ· οὗ ἄν τις αὑτὸν τάξῃ ἡγησάμενος βέλτιστον εἶναι ἢ ὑπ̓ ἄρχοντος ταχθῇ, ἐνταῦθα, ὡς ἐμοὶ δοκεῖ, μένοντα κινδυνεύειν, μηδὲν ὑπολογιζόμενον μήτε θάνατον μήτε ἄλλο μηδὲν πρὸ τοῦ αἰσχροῦ.ʼ δεῖ
“So verhält es sich in der Tat, ihr Männer von Athen. Den Posten, auf den einer, in der Meinung, daß es der beste sei, sich selbst gestellt hat oder auf den er von seinem Feldherrn gestellt worden ist, muß er — dünkt mich — auch in Gefahr behaupten und dabei weder Tod noch irgend etwas anderes mehr in Betracht ziehen, als die Schande.”
ʽἈλλ̓, ὦ μακάριε, ὅρα μὴ ἄλλο τι τὸ γενναῖον καὶ τὸ ἀγαθὸν ᾖ τοῦ σῴζειν τε καὶ σῴζεσθαι· μὴ γὰρ τοῦτο μέν, τὸ ζῆν ὁποσονδὴ χρόνον, τόν γε ὡς ἀληθῶς ἄνδρα ἐατέον ἐστὶ καὶ οὐ φιλοψυχητέον, ἀλλ’ ἐπιτρέψαντα περὶ τούτων τῷ θεῷ καὶ πιστεύσαντα ταῖς γυναιξίν, ὅτι τὴν εἱμαρμένην οὐδ’ ἂν εἶς ἐκφύγοι, τὸ ἐπὶ τούτῳ σκεπτέον τίνα ἂν τρόπον τοῦτον ὃν μέλλει χρόνον βιῶναι ὡς ἄριστα βιῴη.ʼ
“Sieh gut zu, mein Freund, ob das Edle und Gute nicht in etwas anderem bestehe als in Erhaltung eines fremden oder des eigenen Lebens! Denn wer wirklich ein Mann ist, soll nicht wünschen, so oder so lange zu leben, noch mit feiger Liebe am Leben hängen, sondern die Bestimmung hierüber Gott überlassen und glauben, was selbst die Weiber wissen, daß auch nicht einer seinem Schicksal entrinne, er denke nur daran, wie er die ihm noch beschiedene Lebenszeit so gut als möglich verbringe.”
Περισκοπεῖν ἄστρων δρόμους ὥσπερ συμπεριθέοντα καὶ τὰς τῶν στοιχείων εἰς ἄλληλα μεταβολὰς συνεχῶς ἐννοεῖν· ἀποκαθαίρουσι γὰρ αἱ τούτων φαντασίαι τὸν ῥύπον τοῦ χαμαὶ βίου.
Schön ist, was Plato gesagt hat, daß, wer vom Menschen reden wolle, das Irdische gleichsam von einem höheren Standpunkt aus betrachten müsse. So die Versammlungen, Kriegszüge, Feldarbeiten, Ehen, Friedensschlüsse, Geburten, Todesfälle, lärmenden Gerichtsverhandlungen, verödeten Ländereien, die mancherlei fremden Völkerschaften, ihre Feste, Totenklagen, Jahrmärkte, diesen Mischmasch aus den fremdartigsten Bestandteilen.
Καλὸν τὸ τοῦ Πλάτωνος. καὶ δὴ περὶ ἀνθρώπων τοὺς λόγους ποιούμενον ἐπισκοπεῖν δεῖ καὶ τὰ ἐπίγεια ὥσπερ ποθὲν ἄνωθεν κάτω· ἀγέλας, στρατεύματα, γεώργια, γάμους, διαλύσεις, γενέσεις, θανάτους, δικαστηρίων θόρυβον, ἐρήμους χώρας, βαρβάρων ἔθνη ποικίλα, ἑορτάς, θρήνους, ἀγοράς, τὸ παμμιγὲς καὶ τὸ ἐκ τῶν ἐναντίων συγκοσμούμενον.
Kommentar
Betrachte die Vergangenheit, den steten Wechsel der Herrschaft. Daraus kannst du auch die Zukunft vorhersehen, denn sie wird durchaus gleichartig sein und kann unmöglich von der Regel der Gegenwart abweichen. Daher ist es auch einerlei, ob du das menschliche Leben vierzig oder zehntausend Jahre hindurch erforschest. Was wirst du mehr sehen?
Τὰ προγεγονότα ἀναθεωρεῖν, τὰς τοσαύτας τῶν ἡγεμονιῶν μεταβολάς. ἔξεστι καὶ τὰ ἐσόμενα προεφορᾶν· ὁμοειδῆ γὰρ πάντως ἔσται καὶ οὐχ οἷόν τε ἐκβῆναι τοῦ ῥυθμοῦ τῶν νῦν γινομένων· ὅθεν καὶ ἴσον τὸ τεσσαράκοντα ἔτεσιν ἱστορῆσαι τὸν ἀνθρώπινον βίον τῷ ἐπὶ ἔτη μύρια· τί γὰρ πλέον ὄψει;
“Zur Erde muß, was von der Erde stammt; Doch zu des Himmels Pforte drängt Jegliche Art, die seiner Flur entsprossen — ” Was nichts anderes besagt, als daß sich die ineinander verschlungenen Atome trennen und die empfindungslosen Elemente sich zerstreuen.
ΚαὶἪ τοῦτο διάλυσις τῶν ἐν ταῖς ἀτόμοις ἀντεμπλοκῶν καὶ τοιοῦτός τις σκορπισμὸς τῶν ἀπαθῶν στοιχείων. τὰ μὲν ἐκ γαίας φύντ’ εἰς γαῖαν,τὰ δ’ ἀπ’ αἰθερίου βλάστοντα γονῆςεἰς οὐράνιον πάλιν ἦλθε πόλον.
“Durch Essen, Trinken und durch andres Gaukelwerk Sind wir bemüht, den Tod uns fern zu halten. Doch müssen wir den Fahrwind, der von oben streicht, Sei´s auch zu unserm Leid, hinnehmen ohne Weh.”
Καὶ σίτοισι καὶ ποτοῖσι καὶ μαγεύμασιπαρεκτρέποντες ὀχετὸν ὥστε μὴ θανεῖν.. . . . . . . . . . . . .θεόθεν δὲ πνέοντ’ οὖρον ἀνάγκη τλῆναι καμάτοις ἀνοδύρτοις.
Mag jemand immerhin kampfgeübter sein als du! Er sei nur nicht menschenfreundlicher, nicht anspruchsloser, nicht ergebener in das Schicksal, nicht nachsichtsvoller den Fehlern der Nebenmenschen gegenüber.
Καββαλικώτερος, ἀλλ’ οὐχὶ κοινωνικώτερος οὐδὲ αἰδημονέστερος οὐδ’ εὐτακτότερος ἐπὶ τοῖς συμβαίνουσιν οὐδὲ εὐμενέστερος πρὸς τὰ τῶν πλησίον παροράματα.
Bei einer Wirksamkeit, die sich nach göttlichem und menschlichem Gesetz vollzieht, ist niemals Gefahr. Nichts hast du zu befürchten, sobald deine Tätigkeit, ihr Ziel in aller Ruhe verfolgend, sich nur auf eine deiner Bildung angemessene Art entfaltet.
Ὅπου ἔργον ἐπιτελεῖσθαι δύναται κατὰ τὸν κοινὸν θεοῖς καὶ ἀνθρώποις λόγον, ἐκεῖ οὐδὲν δεινόν· ὅπου γὰρ ὠφελείας τυχεῖν ἔξεστι διὰ τῆς εὐοδούσης καὶ κατὰ τὴν κατασκευὴν προιούσης ἐνεργείας, ἐκεῖ οὐδεμίαν βλάβην ὑφορατέον.
Immer steht es bei dir, das gegenwärtige Geschick zu segnen, mit denen, die dir grade nahe stehen, nach Recht und Billigkeit zu verfahren, und die Gedanken, die sich dir eben darbieten, ruhig durchzudenken, ohne dich an das Unbegreifliche zu kehren.
Πανταχοῦ καὶ διηνεκῶς ἐπὶ σοί ἐστι καὶ τῇ παρούσῃ συμβάσει θεοσεβῶς εὐαρεστεῖν καὶ τοῖς παροῦσιν ἀνθρώποις κατὰ δικαιοσύνην προσφέρεσθαι καὶ τῇ παρούσῃ φαντασίᾳ ἐμφιλοτεχνεῖν, ἵνα μή τι ἀκατάληπτον παρεισρυῇ.
Sieh dich nicht nach den leitenden Grundsätzen anderer um, sondern halte den Blick auf das Ziel gerichtet, worauf dich die Natur hinweist, sowohl die Allnatur durch das Schicksal als deine eigene durch deine Pflichten. Jeder aber hat die Folgen seiner Natur zu tragen. Nun sind aber die übrigen Wesen wegen der Vernünftigen geschaffen, wie überhaupt alles weniger Edle für das Edlere. Die Vernunftwesen aber sind eines um des anderen willen da. Der erste Trieb des Menschen ist sein Trieb zur Geselligkeit, das zweite in ihm die Überlegenheit gegenüber sinnlichen Reizen. Denn vernünftiger und verständiger Tatkraft ist es eigen, sich selbst zu beschränken und weder den Anforderungen der Sinne noch der Triebe je zu unterliegen. Beide sind tierisch. Die Vernunft will aber den Vorrang haben und sich nicht von jenen meistern lassen und das mit Recht. Denn sie ist von Natur dazu da, sich jener überall zu ihren Zwecken zu bedienen. Der dritte Vorzug in der Einrichtung eines vernünftigen Wesens besteht darin, nicht blindlings beizupflichten, noch sich täuschen zu lassen. Mit diesen Vorzügen ausgestattet, gehe die herrschende Vernunft vorwärts. Und sie hat, was ihr gebührt.
Μὴ περιβλέπου ἀλλότρια ἡγεμονικά, ἀλλ’ ἐκεῖ βλέπε κατ’ εὐθὺ ἐπὶ τί σε ἡ φύσις ὁδηγεῖ, ἥ τε τοῦ ὅλου διὰ τῶν συμβαινόντων σοι καὶ ἡ σὴ διὰ τῶν πρακτέων ὑπὸ σοῦ· πρακτέον δὲ ἑκάστῳ τὸ ἑξῆς τῇ κατασκευῇ· κατεσκεύασται δὲ τὰ μὲν λοιπὰ τῶν λογικῶν ἕνεκεν, ὥσπερ καὶ ἐπὶ παντὸς ἄλλου τὰ χείρω τῶν κρειττόνων ἕνεκεν, τὰ δὲ λογικὰ ἀλλήλων ἕνεκεν. τὸ μὲν οὖν προηγούμενον ἐν τῇ τοῦ ἀνθρώπου κατασκευῇ τὸ κοινωνικόν ἐστι, δεύτερον δὲ τὸ ἀνένδοτον πρὸς τὰς σωματικὰς πείσεις· λογικῆς γὰρ καὶ νοερᾶς κινήσεως ἴδιον περιορίζειν ἑαυτὴν καὶ μήποτε ἡττᾶσθαι μήτε αἰσθητικῆς μήτε ὁρμητικῆς κινήσεως· ζῳώδεις γὰρ ἑκάτεραι, ἡ δὲ νοερὰ ἐθέλει πρωτιστεύειν καὶ μὴ κατακρατεῖσθαι ὑπ’ ἐκείνων. δικαίως γε· πέφυκε γὰρ χρηστικὴ πᾶσιν ἐκείνοις. τρίτον ἐν τῇ λογικῇ κατασκευῇ τὸ ἀπρόπτωτον καὶ ἀνεξαπάτητον. τούτων οὖν ἐχόμενον τὸ ἡγεμονικὸν εὐθεῖαν περαινέτω καὶ ἔχει τὰ ἑαυτοῦ.
Lebe so, als solltest du jetzt scheiden und als wäre die dir noch vergönnte Zeit ein überflüssiges Geschenk.
Ὡς ἀποτεθνηκότα δεῖ καὶ μέχρι νῦν βεβιωκότα τὸ λοιπὸν ἐκ τοῦ περιόντος ζῆσαι κατὰ τὴν φύσιν.
Liebe das, was dir begegnet und zugemessen ist, denn was könntest du ziemlicher tun?
Μόνως φιλεῖν τὸ ἑαυτῷ συμβαῖνον καὶ συγκλωθόμενον· τί γὰρ ἁρμοδιώτερον;
Bei allem, was dir widerfährt, stelle dir diejenigen vor Augen, denen dasselbe widerfahren ist, und die sich dabei widerwillig, voll eitler Verwunderung oder höchst vorwurfsvoll bewiesen haben. Denn wolltest du diesen wohl gleichen? oder wolltest du nicht lieber solche ungehörige Eigenschaften anderen überlassen, selbst aber nur darauf achten, wie du deine Erfahrungen zu benutzen hast? Und du wirst sie aufs beste benutzen, sie werden dir einen herrlichen Stoff liefern, wenn du keine andere Absicht hast, als dich bei allem, was du tust, als edler Mensch zu zeigen, dessen eingedenk, daß alles andere gleichgültig für dich ist nur nicht, wie du handelst!
Ἐφ’ ἑκάστου συμβάματος ἐκείνους πρὸ ὀμμάτων ἔχειν, οἷς τὰ αὐτὰ συνέβαινεν, ἔπειτα ἤχθοντο, ἐξενίζοντο, ἐμέμφοντο· νῦν οὗν ἐκεῖνοι ποῦ; οὐδαμοῦ. τί οὖν; καὶ σὺ θέλεις ὁμοίως; οὐχὶ δὲ τὰς μὲν ἀλλοτρίας τροπὰς καταλιπεῖν τοῖς τρέπουσι καὶ τρεπομένοις, αὐτὸς δὲ περὶ τὸ πῶς χρῆσθαι αὐτοῖς ὅλος γίνεσθαι; χρήσῃ γὰρ καλῶς καὶ ὕλη σοι ἔσται, μόνον πρόσεχε καὶ θέλε σεαυτῷ καλὸς εἶναι ἐπὶ παντός, οὖ πράσσεις, καὶ μέμνησο ἀμφοτέρων, ὅτι καὶ διάφορον ἐφ’ οὗ ἡ πρᾶξις.
Blicke in dein Inneres! Da drinnen ist eine Quelle des Guten, die nimmer aufhört zu sprudeln, wenn du nur nicht aufhörst nachzugraben.
Ἔνδον σκάπτε, ἔνδον ἡ πηγὴ τοῦ ἀγαθοῦ καὶ ἀεὶ ἀναβλύειν δυναμένη, ἐὰν ἀεὶ σκάπτῃς.
Auch der Körper muß eine feste Haltung haben und weder in der Bewegung noch in der Ruhe diese Festigkeit verleugnen. Denn wie deine Seele auf deinem Gesicht zu lesen ist und eben darum deine Mienen zu beherrschen und zu formen weiß, so soll auch der ganze Körper ein Ausdruck der Seele sein. Aber wohlgemerkt! ohne gesuchte Pose!
Δεῖ καὶ τὸ σῶμα πεπηγέναι καὶ μὴ διερρῖφθαι μήτε ἐν κινήσει μήτε ἐν σχέσει. οἷον γάρ τι ἐπὶ τοῦ προσώπου παρέχεται ἡ διάνοια συνεστὼς αὐτὸ καὶ εὔσχημον συντηροῦσα, τοιοῦτο καὶ ἐπὶ ὅλου τοῦ σώματος ἀπαιτητέον. πάντα δὲ ταῦτα σὺν τῷ ἀνεπιτηδεύτῳ φυλακτέα.
Dieselbe Kunst, die in den Kampfspielen gilt, wo man gerüstet sein muß auch auf solche Streiche, die unvorhergesehen, plötzlich kommen, herrscht auch im Leben.
Ἡ βιωτικὴ τῇ παλαιστικῇ ὁμοιοτέρα ἤπερ τῇ ὀρχηστικῇ κατὰ τὸ πρὸς τὰ ἐμπίπτοντα καὶ οὐ προεγνωσμενα ἕτοιμος καὶ ἀπτὼς ἑστάναι.
Kenntest du die Quellen, aus denen bei so vielen Urteile und Interessen fließen, du würdest nach der Menschen Lob und Zeugnis nicht begierig sein.
Συνεχῶς ἐφιστάναι, τίνες εἰσὶν οὗτοι, ὑφ’ ὧν μαρτυρεῖσθαι θέλεις, καὶ τίνα ἡγεμονικὰ ἔχουσιν· οὔτε γὰρ μέμψῃ τοῖς ἀκουσίως πταίουσιν οὔτε ἐπιμαρτυρήσεως δεήσῃ, ἐμβλέπων εἰς τὰς πηγὰς τῆς ὑπολήψεως καὶ ὁρμῆς αὐτῶν.
Keine Seele, heißt es irgendwo, kommt anders um die Wahrheit als wider ihren Willen. Nicht anders also auch um die Gerechtigkeit und Mäßigkeit und Güte, um alle diese Tugenden. — Je mehr man das beherzigt, desto milder wird man gegen alle.
ʽΠᾶσα ψυχή, φησίν, ἄκουσα στέρεται ἀληθείας·ʼ οὕτως οὖν καὶ δικαιοσύνης καὶ σωφροσύνης καὶ εὐμενείας καὶ παντὸς τοῦ τοιούτου. ἀναγκαιότατον δὲ τὸ διηνεκῶς τούτου μεμνῆσθαι· ἔσῃ γὰρ πρὸς πάντας πρᾳότερος.
Bei jeder Unlust sei dir der Gedanke zur Hand, daß sie nichts Entehrendes sei, noch die herrschende Denkkraft verschlimmere. Denn weder an und für sich als etwas Körperliches betrachtet, noch in ihrem Verhältnis zur Gesellschaft, kann diese von jener zerrüttet werden. Doch möge dir bei den meisten schmerzlichen Empfindungen der Ausspruch Epikurs dienlich sein, daß sie ebensowenig unerträglich als ewig dauernd sind, wofern du nur ihrer Grenzen eingedenk bist und nichts hinzudichtest. So manches ist dem Schmerze eng verwandt, was nur mehr auf verborgene Weise lästig wird, z.B. Schläfrigkeit, innere Glut, Appetitlosigkeit. Drum sage dir, wenn so etwas dich trifft, nur geradezu: du erliegst ja dem Schmerz.
Ἐπὶ μὲν παντὸς πόνου πρόχειρον ἔστω ὅτι οὐκ αἰσχρὸν οὐδὲ τὴν διάνοιαν τὴν κυβερνῶσαν χείρω ποιεῖ· οὔτε γὰρ καθὸ λογική ἐστιν οὔτε καθὸ κοινωνικὴ διαφθείρει αὐτήν. ἐπὶ μέντοι τῶν πλείστων πόνων καὶ τὸ τοῦ Ἐπικούρου σοι βοηθείτω, ὅτι οὔτε ἀφόρητον οὔτε αἰώνιον, ἐὰν τῶν ὅρων μνημονεύῃς καὶ μὴ προσδοξάζῃς. κἀκείνου δὲ μέμνησο, ὅτι πολλὰ πόνῳ τὰ αὐτὰ ὄντα λανθάνει, δυσχεραινόμενα· οἷον τὸ νυστάζειν καὶ τὸ καυματίζεσθαι καὶ τὸ ἀνορεκτεῖν· ὅταν οὖν τινι τούτων δυσαρεστῇς, λέγε ἑαυτῷ, ὅτι πόνῳ ἐνδίδως.
Hüte dich selbst gegen Unmenschen so gesinnt zu sein, wie Menschen gegen Menschen gesinnt zu sein pflegen.
Ὅρα μήποτέτοιοῦτον πάθῃς πρὸς τοὺς ἀπανθρώπους, οἷον οἱάνθρωποι πρὸς τοὺς ἀνθρώπους. τι ἀπ
Woher wissen wir, ob nicht Telauges eine edlere Denkungsart hatte, als Sokrates? Denn hier ist es nicht genug, daß Sokrates auf ruhmvollere Art starb, daß er in seinen Unterredungen mit den Sophisten größere Gewandtheit zeigte, daß er mit mehr Geduld die Nacht unter dem eiskalten Himmel zubrachte, daß er dem Befehle, den Salaminier herbeizuführen, sich, wie es schien, mit noch größerer Seelenstärke widersetzte, daß er, was man, selbst wenn es wahr wäre, allermeist bezweifeln möchte, auf den Straßen stolz einherschritt, sondern man muß vielmehr folgende Fragen in Erwägung ziehen: Wie war Sokrates´ Seele beschaffen? Genügte ihm die Gerechtigkeit gegen Menschen und die Frömmigkeit gegen die Götter? Hat er sich nie ohne Grund über die Schlechtigkeit anderer geärgert, nie ihrer Unwissenheit nachgegeben? Hat er die vom Ganzen ihm zugeteilten Geschicke nie mit Befremden ausgenommen oder unter sie, als unter ein unerträgliches Joch, sich gebeugt? Nie seine Vernunft zur Genossin der Leiden des armseligen Fleisches gemacht?
Πόθεν ἴσμεν, εἰ μὴ Τηλαύγης Σωκράτους τὴν διάθεσιν κρείσσων ἦν; οὐ γὰρ ἀρκεῖ, εἰ Σωκράτης ἐνδοξότερον ἀπέθανε καὶ ἐντρεχέστερον τοῖς σοφισταῖς διελέγετο καὶ καρτερικώτερον ἐν τῷ πάγῳ διενυκτέρευε καὶ τὸν Σαλαμίνιον κελευσθεὶς ἄγειν γεννικώτερον ἔδοξεν ἀντιβῆναι καὶ ʽἐν ταῖς ὁδοῖς ἐβρενθύετοʼ, περὶ οὗ καὶ μάλιστ’ ἄν τις ἐπιστήσειεν, εἴπερ ἀληθὲς ἦν· ἀλλ’ ἐκεῖνο δεῖ σκοπεῖν, ποίαν τινὰ τὴν ψυχὴν εἶχε Σωκράτης καὶ εἰ ἐδύνατο ἀρκεῖσθαι τῷ δίκαιος εἶναι τὰ πρὸς ἀνθρώπους καὶ ὅσιος τὰ πρὸς θεούς, μήτε εἰκῇ πρὸς τὴν κακίαν ἀγανακτῶν μηδὲ μὴν δουλεύων τινὸς ἀγνοίᾳ, μήτε τῶν ἀπονεμομένων ἐκ τοῦ ὅλου ὡς ξένον τι δεχόμενος ἢ ὡς ἀφόρητον ὑπομένων, μήτε τοῖς τοῦ σαρκιδίου πάθεσιν ἐμπαρέχων συμπαθῆ τὸν νοῦν·
Die Natur hat dich nicht so dem großen Teig einverleibt, daß du dich nicht eingrenzen und das deinige allein aus dir selbst heraus tun könntest. Du kannst fürwahr ein göttlicher Mensch sein, ohne von irgendeiner Seele gekannt zu werden. Und magst du daran verzweifeln, in der und jener Wissenschaft oder Kunst jemals dich auszuzeichnen: ein freier, edler, hilfreicher, gottesfürchtiger Mensch kannst du immer werden.
Ἡ φύσις οὐχ οὕτως συνεκέρασε τῷ συγκρίματι, ὡς μὴ ἐφεῖσθαι περιορίζειν ἑαυτὸν καὶ τὰ ἑαυτοῦ ὑφ’ ἑαυτῷ ποιεῖσθαι· λίαν γὰρ ἐνδέχεται θεῖον ἄνδρα γενέσθαι καὶ ὑπὸ μηδενὸς γνωρισθῆναι. τούτου μέμνησο ἀεὶ καὶ ἔτι ἐκείνου, ὅτι ἐν ὀλιγίστοις κεῖται τὸ εὐδαιμόνως βιῶσαι καὶ μή, ὅτι ἀπήλπισας διαλεκτικὸς καὶ φυσικὸς ἔσεσθαι, διὰ τοῦτο ἀπογνῷς καὶ ἐλεύθερος καὶ αἰδήμων καὶ κοινωνικὸς καὶ εὐπειθὴς θεῷ.
Unverrückt kannst du dein Leben in höchster Geistesfreudigkeit (thymidia) hinbringen, wenn auch alle Menschen nach Herzenslust ein Geschrei wider dich erheben und wenn auch wilde Tiere die schwachen Glieder dieses um dich angesammelten Fleischgemenges zerreißen sollten. Denn was hindert dich, deiner denkenden Seele trotz alledem ihre Heiterkeit, ein richtiges Urteil über die Umstände und eine erfolgreiche Benutzung der ihr dargebotenen Gelegenheiten zu bewahren? Dann sagt das Urteil zum Ereignis: “Das bist du dem Wesen nach, auch wenn du der Meinung nach anders erscheinst!” und die Benutzung spricht zur Gelegenheit: “Dich suchte ich eben; denn immer bietet mir die Gegenwart Stoff zur Ausübung einer vernünftigen und staatsbürgerlichen Tugend und überhaupt einer Kunst, die eines Menschen oder Gottes würdig ist.” Steht ja doch jedes Begegnis im innigsten Bezuge zu Gott oder zum Menschen und ist mithin nichts Unerhörtes oder schwer zu Behandelndes, sondern vielmehr etwas Bekanntes und Leichtes.
Ἀβιάστως διαζῆσαι ἐν πλείστῃ θυμηδίᾳ, κἂν πάντες καταβοῶσιν ἅτινα βούλονται, κἂν τὰ θηρία διασπᾷ τὰ μελύδρια τοῦ περιτεθραμμένου τούτου φυράματος. τί γὰρ κωλύει ἐν πᾶσι τούτοις τὴν διάνοιαν σῴζειν ἑαυτὴν ἐν γαλήνῃ καὶ κρίσειπερὶ τῶν περιεστηκότων ἀληθεῖ καὶ χρήσει τῶν ὑποβεβλημένων ἑτοίμῃ, ὥστε τὴν μὲν κρίσιν λέγειν τῷ προσπίπτοντι· τοῦτο ὑπάρχεις κατ’ οὐσίαν, κἂν κατὰ δόξαν ἀλλοῖον φαίνῃ· τὴν δὲ χρῆσιν λέγειν τῷ ὑποπίπτοντι· σὲ ἐζήτουν· ἀεὶ γάρ μοι τὸ παρὸν ὕλη ἀρετῆς λογικῆς καὶ πολιτικῆς καὶ τὸ σύνολον τέχνης ἀνθρώπου ἢ θεοῦ· πᾶν γὰρ τὸ συμβαῖνον θεῷ ἢ ἀνθρώπῳ ἐξοικειοῦται καὶ οὔτε καινὸν οὔτε δυσμεταχείριστον, ἀλλὰ γνώριμον καὶ εὐεργές. τῇ
Die sittliche Vollkommenheit bringt es mit sich, daß wir jeden Tag leben können, als wäre er der letzte, frei von Zorn, Schlaffheit und Verstellung.
Τοῦτο ἔχει ἡ τελειότης τοῦ ἤθους, τὸ πᾶσαν ἡμέραν ὡς τελευταίαν διεξάγειν καὶ μήτε σφύζειν μήτε ναρκᾶν μήτε ὑποκρίνεσθαι.
Den unsterblichen Göttern ist es keine Last, die ganze Ewigkeit hindurch fortwährend eine solche Masse Nichtswürdiger zu dulden — vorausgesetzt, daß sie sich um sie kümmern. Und du — du wolltest ungeduldig werden? und bist vielleicht gar selbst einer von den Bösen?
Οἱ θεοί, ἀθάνατοι ὄντες, οὐ δυσχεραίνουσιν ὅτι ἐν τοσούτῳ αἰῶνι δεήσει αὐτοὺς πάντως ἀεὶ τοιούτων ὄντων καὶ τοσούτων φαύλων ἀνέχεσθαι· προσέτι δὲ καὶ κήδονται αὐτῶν παντοίως. σὺ δέ, ὅσον οὐδέπω λήγειν μέλλων, ἀπαυδᾷς, καὶ ταῦτα εἶς ὢν τῶν φαύλων;
Lächerlich ist es, der Schlechtigkeit anderer aus dem Wege gehen zu wollen, was unmöglich ist, aber der eigenen nicht, was doch möglich ist.
Γελοῖόν ἐστι τὴν μὲν ἰδίαν κακίαν μὴ φεύγειν, ὃ καὶ δυνατόν ἐστι, τὴν δὲ τῶν ἄλλων φεύγειν, ὅπερ ἀδύνατον.
Was die vernünftige und zu staatsbürgerlicher Tugend berufene Tatkraft nicht vernünftig, noch gemeinnützig findet, das hält sie mit gutem Grund unter der Würde.
Ὃ ἂν ἡ λογικὴ καὶ πολιτικὴ δύναμις εὑρίσκῃ μήτε νοερὸν μήτε κοινωνικόν, εὐλόγως καταδεέστερον ἑαυτῆς κρίνει.
Wenn du ein gutes Werk getan und dem anderen wirklich wohl getan hast, warum bist du dann gar so töricht, ein Drittes zu begehren, nämlich den Ruhm ob solcher Tat oder irgendeine Vergeltung?
Ὅταν σὺ εὖ πεποιηκὼς ᾖς καὶ ἄλλος εὖ πεπονθώς, τί ἐπιζητεῖς τρίτον παρὰ ταῦτα, ὥσπερ οἱ μωροί, τὸ καὶ δόξαι εὖ πεποιηκέναι ἢ τὸ ἀμοιβῆς τυχεῖν;
Niemand wird es überdrüssig, sich Vorteile zu verschaffen. Vorteil verschaffen aber ist eine Tätigkeit an die wir von Natur gewiesen sind. Darum werde nie müde, dir Vorteile zu verschaffen, indem du selber Vorteil schaffst.
Οὐδεὶς κάμνει ὠφελούμενος, ὠφέλεια δὲ πρᾶξις κατὰ φύσιν·μὴ οὖν κάμνε ὠφελούμενος, ἐν ᾧ ὠφελεῖς.
Die Allnatur fühlte den Drang zur Weltschöpfung. Nun aber geschieht alles, was geschieht, nach dem Gesetz der notwendigen Folge, oder es ist auch das Wichtigste dessen Verwirklichung die weltbeherrschende Vernunft eigens anstrebt, ohne Grund vorhanden. In vielen Fällen wird es deine Seelenruhe erhöhen, wenn du dessen eingedenk bist.
Ἡ τοῦ ὅλου φύσις ἐπὶ τὴν κοσμοποιίαν ὥρμησε· νῦν δὲ ἤτοι πᾶν τὸ γινόμενον κατ’ ἐπακολούθησιν γίνεται ἢ ἀλόγιστα καὶ τὰ κυριώτατά ἐστιν ἐφ’ ἃ ποιεῖται ἰδίαν ὁρμὴν τὸ τοῦ κόσμου ἡγεμονικόν. εἰς πολλά σε γαληνότερον ποιήσει τοῦτο μνημονευόμενον.