II
Zweites Buch
Man muß sich beizeiten sagen: ich werde einem vorwitzigen, einem undankbaren, einem schmähsüchtigen, einem verschlagenen oder neidischen oder unverträglichen Menschen begegnen. Denn solche Eigenschaften liegen jedem nahe, der die wahren Güter und die wahren Übel nicht kennt. Habe ich aber eingesehen, einmal, daß nur die Tugend ein Gut und nur das Laster ein Übel, und dann, daß der, der Böses tut, mir verwandt ist, nicht sowohl nach Blut und Abstammung, als in der Gesinnung und in dem, was der Mensch von den Göttern hat, so kann ich weder von jemand unter ihnen Schaden leiden - denn ich lasse mich nicht verführen - noch kann ich dem, der mir verwandt ist, zürnen oder mich feindlich von ihm abwenden, da wir ja dazu geboren sind, uns gegenseitig zu unterstützen, wie die Füße, die Hände, die Augenlider, die Reihen der oberen und unteren Zähne einander dienen. Also ist es gegen die Natur, einander feindlich zu leben. Und das tut doch, wer auf jemand zürnt oder ihm entgegenwirkt.
Ἕωθεν προλέγειν ἑαυτῷ· συντεύξομαι περιέργῳ, ἀχαρίστῳ, ὑβριστῇ, δολερῷ, βασκάνῳ, ἀκοινωνήτῳ· πάντα ταῦτα συμβέβηκεν ἐκείνοις παρὰ τὴν ἄγνοιαν τῶν ἀγαθῶν καὶ κακῶν. ἐγὼ δὲ τεθεωρηκὼς τὴν φύσιν τοῦ ἀγαθοῦ ὅτι καλόν, καὶ τοῦ κακοῦ ὅτι αἰσχρόν, καὶ τὴν αὐτοῦ τοῦ ἁμαρτάνοντος φύσιν ὅτι μοι συγγενής, οὐχὶ αἵματος ἢ σπέρματος τοῦ αὐτοῦ, ἀλλὰ νοῦ καὶ θείας ἀπομοίρας μέτοχος, οὔτε βλαβῆναι ὑπό τινος αὐτῶν δύναμαι· αἰσχρῷ γάρ με οὐδεὶς περιβαλεῖ· οὔτε ὀργίζεσθαι τῷ συγγενεῖ δύναμαι οὔτε ἀπέχθεσθαι αὐτῷ. γεγόναμεν γὰρ πρὸς συνεργίαν ὡς πόδες, ὡς χεῖρες, ὡς βλέφαρα, ὡς οἱ στοῖχοι τῶν ἄνω καὶ κάτω ὀδόντων. τὸ οὖν ἀντιπράσσειν ἀλλήλοις παρὰ φύσιν· ἀντιπρακτικὸν δὲ τὸ ἀγανακτεῖν καὶ ἀποστρέφεσθαι.
Kommentar
Was ich bin, ist ein Dreifaches: Körper und Seele und was das Ganze beherrscht. — Lege beiseite, was dich zerstreut, die Bücher und alles, was hier zu nichts führt; des Fleischlichen achte gering wie einer, der bald sterben muß! Es ist Blut und Knochen und ein Geflecht aus Nerven, Adern und Gefäßen gewebt. Dann betrachte deine Seele, und was sie ist: ein Hauch; nicht immer dasselbe, sondern fortwährend ausgegeben und wieder eingesogen. Drittens also das, was die Herrschaft führt! Da sei doch kein Tor, du bist nicht mehr jung: so laß auch nicht länger geschehen daß es diene; daß es hingenommen werde von einem Zuge, der dich dem Menschlichen entfremdet; daß es dem Verhängnis oder dem gegenwärtigen Augenblicke grolle oder ausweiche dem, was kommen soll!
Ὅ τί ποτε τοῦτό εἰμι, σαρκία ἐστὶ καὶ πνευμάτιον καὶ τὸ ἡγεμονικόν.τῶν μὲν σαρκίων καταφρόνησον· λύθρος καὶ ὀστάρια καὶ κροκύφαντος, ἐκ νεύρων, φλεβίων, ἀρτηριῶν πλεγμάτιον. θέασαι δὲ καὶ τὸ πνεῦμα ὁποῖόν τί ἐστιν· ἄνεμος, οὐδὲ ἀεὶ τὸ αὐτό, ἀλλὰ πάσης ὥρας ἐξεμούμενον καὶ πάλιν ῥοφούμενον. τρίτον οὖν ἐστι τὸ ἡγεμονικόν. ὧδε ἐπινοήθητι· γέρων εἶ· μηκέτι τοῦτο ἐάσῃς δουλεῦσαι, μηκέτι καθ’ ὁρμὴν ἀκοινώνητον νευροσπαστηθῆναι, μηκέτι τὸ εἱμαρμένον ἢ παρὸν δυσχερᾶναι ἢ μέλλον ὑπιδέσθαι. ἄφες τὰ βιβλία· μηκέτι σπῶ. οὐ δέδοται, ἀλλ’ ὡς ἤδη ἀποθνῄσκων
Das Göttliche ist voll von Spuren der Vorsehung, das Zufällige nach Art, Zusammenhang und Verflechtung ist nicht zu trennen von dem durch die Vorsehung Geordneten. Alles fließt von hier aus. Daneben das Notwendige und was dem Weltall, dessen Teil du bist, zuträglich ist. Jedem Teile der Natur aber ist das gut, was seinen Halt an der Natur des Ganzen hat und wovon diese wiederum getragen wird. Die Welt aber wird getragen wie von den Verwandlungen der Grundstoffe so auch von denen der zusammengesetzten Dinge. — Das muß dir genügen und feststehen für immer. Nach der Weisheit, wie sie in Büchern zu finden ist, strebe nicht, sondern halte sie dir fern, damit du ohne Seufzer, mit wahrer Seelenruhe und den Göttern von Herzen dankbar sterben kannst. Zweites Buch
Τὰ τῶν θεῶν προνοίας μεστά. τὰ τῆς τύχης οὐκ ἄνευ φύσεως ἢ συγκλώσεως καὶ ἐπιπλοκῆς τῶν προνοίᾳ διοικουμένων. πάντα ἐκεῖθεν ῥεῖ· πρόσεστι δὲ τὸ ἀναγκαῖον καὶ τὸ τῷ ὅλῳ κόσμῳ συμφέρον, οὗ μέρος εἶ. παντὶ δὲ φύσεως μέρει ἀγαθόν, ὃ φέρει ἡ τοῦ ὅλου φύσις καὶ ὃ ἐκείνης ἐστὶ σωστικόν. σῴζουσι δὲ κόσμον, ὥσπερ αἱ τῶν στοιχείων, οὕτως καὶ αἱ τῶν συγκριμάτων μεταβολαί. ταῦτά σοι ἀρκείτω καὶ δόγματα ἔστω. τὴν δὲ τῶν βιβλίων δίψαν ῥῖψον, ἵνα μὴ γογγύζων ἀποθάνῃς, ἀλλὰ ἵλεως ἀληθῶς καὶ ἀπὸ καρδίας εὐχάριστος τοῖς θεοῖς.
Erinnere dich, seit wann du diese Betrachtungen nun schon aufschiebst, und wie oft dir die Götter Zeit und Stunde dazu gegeben haben, ohne daß du sie nutztest. Endlich solltest du doch einmal einsehen, was das für eine Welt ist, der du angehörst, und wie der die Welt regiert, dessen Ausfluß du bist; und daß dir die Zeit zugemessen ist, die, wenn du sie nicht brauchst dich abzuklären, vergehen wird, wie du selbst, und nicht wiederkommen.
Μέμνησο ἐκ πόσου ταῦτα ἀναβάλλῃ καὶ ὁποσάκις προθεσμίας λαβὼν παρὰ τῶν θεῶν οὐ χρᾷ αὐταῖς. δεῖ δὲ ἤδη ποτὲ αἰσθέσθαι τίνος κόσμου μέρος εἶ καὶ τίνος διοικοῦντος τὸν κόσμον ἀπόρροια ὑπέστης καὶ ὅτι ὅρος ἐστί σοι περιγεγραμμένος τοῦ χρόνου, ᾧ ἐὰν εἰς τὸ ἀπαιθριάσαι μὴ χρήσῃ, οἰχήσεταικαὶ αὖθις οὐκ ἐξέσται. οἰχήσῃ
Immer sei darauf bedacht, wie es einem Manne geziemt, bei allem, was es zu tun gibt, eine strenge und ungekünstelte Gewissenhaftigkeit, Liebe (philostorgia), Freimut (eleutheria) und Gerechtigkeit (dikaiosyne) zu üben, und dir dabei alle Nebengedanken (phantasia) fernzuhalten. Und du wirst sie dir fernhalten, sobald du jede deiner Handlungen als die letzte im Leben ansiehst: fern von jeder Unbesonnenheit und der Erregtheit, die dich taub macht gegen die Stimme der richtenden Vernunft, frei von Verstellung von Selbstliebe und von Unwillen über das, was das Schicksal dir beschieden hat. — Du siehst, wie wenig es ist, was man sich aneignen muß, um ein glückliches, ja göttliches Leben zu führen. Denn auch die Götter verlangen nicht mehr von dem, der dies beobachtet.
Πάσης ὥρας φρόντιζε στιβαρῶς ὡς Ῥωμαῖος καὶ ἄρρην τὸ ἐν χερσὶ μετὰ τῆς ἀκριβοῦς καὶ ἀπλάστου σεμνότητος καὶ φιλοστοργίας καὶ ἐλευθερίας καὶ δικαιότητος πράσσειν καὶ σχολὴν σαυτῷ ἀπὸ πασῶν τῶν ἄλλων φαντασιῶν πορίζειν. ποριεῖς δέ, ἂν ὡς ἐσχάτην τοῦ βίου ἑκάστην πρᾶξιν ἐνεργῇς, ἀπηλλαγμένος πάσης εἰκαιότητος καὶ ἐμπαθοῦς ἀποστροφῆς ἀπὸ τοῦ αἱροῦντος λόγου καὶ ὑποκρίσεως καὶ φιλαυτίας καὶ δυσαρεστήσεως πρὸς τὰ συμμεμοιραμένα. ὁρᾷς πῶς ὀλίγα ἐστίν, ὧν κρατήσας τις δύναται εὔρουν καὶ θεουδῆ βιῶσαι βίον· καὶ γὰρ οἱ θεοὶ πλέον οὐδὲν ἀπαιτήσουσι παρὰ τοῦ ταῦτα φυλάσσοντος.
Kommentar
Fahre nur immer fort, dir selbst zu schaden, liebe Seele! Dich zu fördern wirst du kaum noch Zeit haben. Denn das Leben flieht einen jeglichen. Für dich ist es aber schon so gut als zu Ende, der du ohne Selbstachtung dein Glück aus dir heraus verlegst in die Seelen anderer.
Ὕβριζε, ὕβριζε σεαυτήν, ὦ ψυχή· τοῦ δὲ τιμῆσαι σεαυτὴν οὐκέτι καιρὸν ἕξεις· εἷς γὰρ ὁ βίος ἑκάστῳ, οὗτος δέ σοι σχεδὸν διήνυσται, μὴ αἰδουμένῃ σεαυτήν, ἀλλ’ ἐν ταῖς ἄλλων ψυχαῖς τιθεμένῃ τὴν σὴν εὐμοιρίαν.
Trotz deines Bestrebens, an Erkenntnis zu wachsen und dein unstetes Wesen aufzugeben, zerstreuen dich die Außendinge noch immer? Mag sein, wenn du jenes Streben nur festhälst. Denn das bleibt die größte Torheit, sich müde zu arbeiten ohne ein Ziel, auf das man all sein Dichten und Trachten lenkt.
Περισπᾷ τί σε τὰ ἔξωθεν ἐμπίπτοντα; καὶ σχολὴν πάρεχε σεαυτῷ τοῦ προσμανθάνειν ἀγαθόν τι καὶ παῦσαι ῥεμβόμενος. ἤδη δὲ καὶ τὴν ἑτέραν περιφορὰν φυλακτέον· ληροῦσι γὰρ καὶ διὰ πράξεων οἱ κεκμηκότες τῷ βίῳ καὶ μὴ ἔχοντες σκοπόν, ἐφ’ ὃν πᾶσαν ὁρμὴν καὶ καθάπαξ φαντασίαν ἀπευθύνουσιν.
Wenn man nicht herausbringen kann, was in des andern Seele vorgeht, so ist das schwerlich ein Unglück; aber notwendigerweise unglücklich ist man, wenn man über die Regungen der eigenen Seele im unklaren ist.
Παρὰ μὲν τὸ μὴ ἐφιστάνειν, τί ἐν τῇ ἄλλου ψυχῇ γίνεται, οὐ ῥᾳδίως τις ὤφθη κακοδαιμονῶν· τοὺς δὲ τοῖς τῆς ἰδίας ψυχῆς κινήμασι μὴ παρακολουθοῦντας ἀνάγκη κακοδαιμονεῖν.
Daran mußt du immer denken, was das Wesen der Welt und was das deinige ist, und wie sich beides zueinander verhält, nämlich was für ein Teil des Ganzen du bist und zu welchem Ganzen du gehörst, und daß dich niemand hindern kann, stets nur das zu tun und zu reden, was dem Ganzen entspricht, dessen Teil du bist.
Τούτων ἀεὶ δεῖ μεμνῆσθαι, τίς ἡ τῶν ὅλων φύσις καὶ τίς ἡ ἐμὴ καὶ πῶς αὕτη πρὸς ἐκείνην ἔχουσα καὶ ὁποῖόν τι μέρος ὁποίου τοῦ ὅλου οὖσα καὶ ὅτι οὐδεὶς ὁ κωλύων τὰ ἀκόλουθα τῇ φύσει, ἧς μέρος εἶ, πράσσειν τε ἀεὶ καὶ λέγειν.
Theophrast sagt in seiner Vergleichung der menschlichen Fehler — wie diese denn allenfalls verglichen werden können — : schwerer seien die, die aus Begierde, als die, welche aus Zorn begangen werden. Und wirklich erscheint der Zornige als ein Mensch, der nur mit einem gewissen Schmerz und mit innerem Widerstreben von der Vernunft abgekommen ist, während der aus Begierde Fehlende, weil ihn die Lust überwältigt, zügelloser erscheint und schwächer in seinen Fehlern. Wenn er nun also behauptet: es zeuge von größerer Schuld, einen Fehler zu begehen mit Freuden als mit Bedauern, so ist das gewiß richtig und der Philosophie nur angemessen. Man erklärt dann überhaupt den einen für einen Menschen, der gekränkt worden ist und zu seinem eigenen Leidwesen zum Zorn gezwungen wird, während man bei dem andern, der etwas aus Begierde tut, die Sache so ansieht, als begehe er das Unrecht aus heiler Haut.
Φιλοσόφως ὁ Θεόφραστος ἐν τῇ συγκρίσει τῶν ἁμαρτημάτων, ὡς ἄν τις κοινότερον τὰ τοιαῦτα συγκρίνειε, φησὶ βαρύτερα εἶναι τὰ κατ’ ἐπιθυμίαν πλημμελούμενα τῶν κατὰ θυμόν. ὁ γὰρ θυμούμενος μετά τινος λύπης καὶ λεληθυίας συστολῆς φαίνεται τὸν λόγον ἀποστρεφόμενος· ὁ δὲ κατ’ ἐπιθυμίαν ἁμαρτάνων, ὑφ’ ἡδονῆς ἡττώμενος ἀκολαστότερός πως φαίνεται καὶ θηλύτερος ἐν ταῖς ἁμαρτίαις. ὀρθῶς οὖν καὶ φιλοσοφίας ἀξίως ἔφη μείζονος ἐγκλήματος ἔχεσθαι τὸ μεθ’ ἡδονῆς ἁμαρτανόμενον ἤπερ τὸ μετὰ λύπης· ὅλως τε ὁ μὲν προηδικημένῳ μᾶλλον ἔοικε καὶ διὰ λύπης ἠναγκασμένῳ θυμωθῆναι· ὁ δὲ αὐτόθεν πρὸς τὸ ἀδικεῖν ὥρμηται, φερόμενος ἐπὶ τὸ πρᾶξαί τι κατ’ ἐπιθυμίαν.
Jegliches tun und bedenken wie einer, der im Begriff ist, das Leben zu verlassen, das ist das Richtige. Das Fortgehen von den Menschen aber, wenn es Götter gibt, ist kein Unglück. Denn das Übel hört dann wohl auf. Gibt es aber keine, oder kümmern sie sich nicht um die menschlichen Dinge, was soll mir das Leben in einer götterleeren Welt, in einer Welt ohne Vorsehung? Doch sie sind und sie kümmern sich um die menschlichen Dinge. Noch mehr. Sie haben es, was die Übel betrifft, und zwar die eigentlichen, ganz in des Menschen Hand gelegt, sich davor zu bewahren. Ja auch hinsichtlich der sonstigen Übel, kann man sagen, haben sie es so eingerichtet, daß es nur auf uns ankommt, ob sie uns widerfahren werden. Denn wie sollte etwas, wobei der Mensch nicht schlimmer wird, sein Leben verschlimmern? Selbst die bloße Natur — sei es, daß wir sie uns ohne Bewußtsein oder mit Bewußtsein begabt vorstellen; gewiß ist, daß sie nicht vermag, dem Übel vorzubeugen oder es wieder gut zu machen — hätte dergleichen nicht übersehen, hätte nicht in dem Grade gefehlt aus Ohnmacht oder aus Mangel an Anlage, daß sie Gutes und Böses in gleicher Weise guten und bösen Menschen unterschiedslos zuteil werden ließe. Tod aber und Leben, Ruhm und Ruhmlosigkeit, Leid und Freude, Reichtum und Armut und alles dieses wird den guten wie den bösen Menschen ohne Unterschied zuteil, als Dinge, die weder sittliche Vorzüge noch sittliche Mängel begründen: also sind sie auch weder gut noch böse (weder ein Glück noch ein Unglück).
Ὡς ἤδη δυνατοῦ ὄντος ἐξιέναι τοῦ βίου, οὕτως ἕκαστα ποιεῖν καὶ λέγειν καὶ διανοεῖσθαι. τὸ δὲ ἐξ ἀνθρώπων ἀπελθεῖν, εἰ μὲν θεοὶ εἰσίν, οὐδὲν δεινόν· κακῷ γάρ σε οὐκ ἂν περιβάλοιεν· εἰ δὲ ἤτοι οὐκ εἰσὶν ἢ οὐ μέλει αὐτοῖς τῶν ἀνθρωπείων, τί μοι ζῆν ἐν κόσμῳ κενῷ θεῶν ἢ προνοίας κενῷ; ἀλλὰ καὶ εἰσὶ καὶ μέλει αὐτοῖς τῶν ἀνθρωπείων καὶ τοῖς μὲν κατ’ ἀλήθειαν κακοῖς ἵνα μὴ περιπίπτῃ ὁ ἄνθρωπος, ἐπ’ αὐτῷ τὸ πᾶν ἔθεντο· τῶν δὲ λοιπῶν εἴ τι κακὸν ἦν, καὶ τοῦτο ἂν προείδοντο, ἵνα ἐπὶ παντὶ ᾖ τὸ μὴ περιπίπτειν αὐτῷ. ὃ δὲ χείρω μὴ ποιεῖ ἄνθρωπον, πῶς ἂν τοῦτο βίον ἀνθρώπου χείρω ποιήσειεν; οὔτε δὲ κατ’ ἄγνοιαν οὔτε εἰδυῖα μέν, μὴ δυναμένη δὲ προφυλάξασθαι ἢ διορθώσασθαι ταῦτα ἡ τῶν ὅλων φύσις παρεῖδεν ἄν, οὔτ’ ἂν τηλικοῦτον ἥμαρτεν ἤτοι παρ’ ἀδυναμίαν ἢ παρ’ ἀτεχνίαν, ἵνα τὰ ἀγαθὰ καὶ τὰ κακὰ ἐπίσης τοῖς τε ἀγαθοῖς ἀνθρώποις καὶ τοῖς κακοῖς πεφυρμένως συμβαίνῃ. θάνατος δέ γε καὶ ζωή, δόξα καὶ ἀδοξία, πόνος καὶ ἡδονή, πλοῦτος καὶ πενία, πάντα ταῦτα ἐπίσης συμβαίνει ἀνθρώπων τοῖς τε ἀγαθοῖς καὶ τοῖς κακοῖς, οὔτε καλὰ ὄντα οὔτε αἰσχρά. οὔτ’ ἄρ’ ἀγαθὰ οὔτε κακά ἐστι.
Wie doch alles so schnell verbleicht! In der sichtbaren Welt die Leiber, in der Geisteswelt deren Gedächtnis! Was ist doch alles Sinnliche, zumal was durch Vergnügen anlockt oder durch Schmerz abschreckt oder in Stolz und Hochmut sich breit macht! Wie nichtig und verächtlich, wie schmutzig, hinfällig, tot! — Man folge dem Zug des Geistes; man frage nach denen, die sich durch Werke des Geistes berühmt gemacht haben; man untersuche, was eigentlich sterben heißt (und man wird, wenn man der Phantasie keinen Einfluß auf seine Gedanken verstattet, darin nichts anderes als ein Werk der Natur erkennen: kindisch aber wäre es doch, vor einem Werk der Natur, das derselben ohnehin auch noch zuträglich ist, sich zu fürchten); man mache sich klar, wie der Mensch Gott ergreift und mit welchem Teile seines Wesens, und wie es mit diesem Teile des Menschen bestellt ist, wenn er Gott ergriffen hat.
Πῶς πάντα ταχέως ἐναφανίζεται, τῷ μὲν κόσμῳ αὐτὰ τὰ σώματα, τῷ δὲ αἰῶνι αἱ μνῆμαι αὐτῶν. οἶά ἐστι τὰ αἰσθητὰ πάντα καὶ μάλιστα τὰ ἡδονῇ δελεάζοντα ἢ τῷ πόνῳ φοβοῦντα ἢ τῷ τύφῳ διαβεβοημένα· πῶς εὐτελῆ καὶ εὐκαταφρόνητα καὶ ῥυπαρὰ καὶ εὔφθαρτα καὶ νεκρά, νοερᾶς δυνάμεως ἐφιστάναι. τί εἰσιν οὗτοι, ὧν αἱ ὑπολήψεις καὶ αἱ φωναὶ τὴν εὐδοξίαν. τί ἐστι τὸ ἀποθανεῖν, καὶ ὅτι, ἐάν τις αὐτὸ μόνον ἴδῃ καὶ τῷ μερισμῷ τῆς ἐννοίας διαλύσῃ τὰ ἐμφανταζόμενα αὐτῷ, οὐκέτι ἄλλο τι ὑπολήψεται αὐτὸ εἶναι ἢ φύσεως ἔργον· φύσεως δὲ ἔργον εἴ τις φοβεῖται, παιδίον ἐστί· τοῦτο μέντοι οὐ μόνον φύσεως ἔργον ἐστίν, ἀλλὰ καὶ συμφέρον αὐτῇ. πῶς ἅπτεται θεοῦ ἄνθρωπος καὶ κατὰ τί ἑαυτοῦ μέρος καὶ ὅταν πῶςδιακέηται τὸ τοῦ ἀνθρώπου τοῦτο μόριον. παρέχουσι ἔχῃ
Nichts Elenderes als ein Mensch, der alles wie im Kreise durchläuft, die Tiefen der Erde ergründen will, wie Pindar sagt, der um alles und jedes sich kümmert, auch um das, woran sonst niemand denkt, der nicht aufhört über die Vorgänge in der Seele des Nächsten seine Gedanken zu machen und nicht begreifen mag, daß es genug ist, für den Gott in der eignen Brust (daimon) zu leben und ihm zu dienen, wie sich's gebührt. Das aber ist sein Dienst: ihn rein zu erhalten von Leidenschaft (pathos) von Unbesonnenheit und von Unlust über das, was von Göttern und Menschen geschieht. Denn die Handlungen der Götter zu ehren, gebietet die Tugend, und mit denen der Menschen sich zu befreunden die Gleichheit der Abkunft, obwohl die letzteren allerdings auch zuweilen etwas Klägliches haben, weil soviele nicht wissen, was Güter und was Übel sind, — eine Blindheit, nicht geringer als die, wenn man Schwarz und Weiß nicht unterscheiden kann.
Οὐδὲν ἀθλιώτερον τοῦ πάντα κύκλῳ ἐκπεριερχομένου καὶ ʽτὰ νέρθεν γᾶς (φησὶν) ἐρευνῶντοςʼ καὶ τὰ ἐν ταῖς ψυχαῖς τῶν πλησίον διὰ τεκμάρσεως ζητοῦντος, μὴ αἰσθομένου δέ, ὅτι ἀρκεῖ πρὸς μόνῳ τῷ ἔνδον ἑαυτοῦ δαίμονι εἶναι καὶ τοῦτον γνησίως θεραπεύειν. θεραπεία δὲ αὐτοῦ, καθαρὸν πάθους διατηρεῖν καὶ εἰκαιότητος καὶ δυσαρεστήσεως τῆς πρὸς τὰ ἐκ θεῶν καὶ ἀνθρώπων γινόμενα. τὰ μὲν γὰρ ἐκ θεῶν αἰδέσιμα δι’ ἀρετήν· τὰ δὲ ἐξ ἀνθρώπων φίλα διὰ συγγένειαν, ἔστι δὲ ὅτε καὶ τρόπον τινὰ ἐλεεινὰ δι’ ἄγνοιαν ἀγαθῶν καὶ κακῶν· οὐκ ἐλάττων ἡ πήρωσις αὕτη τῆς στερισκούσης τοῦ διακρίνειν τὰ λευκὰ καὶ μέλανα.
Und wenn du dreitausend Jahre leben solltest, ja noch zehnmal mehr, es hat ja doch niemand ein anderes Leben zu verlieren, als eben das, was er lebt, so wie niemand ein anderes lebt, als was er einmal verlieren wird. Und so läuft das längste wie das kürzeste auf dasselbe hinaus. Denn das Jetzt ist das Gleiche für alle, wenn auch das Vergangene nicht gleich ist, und der Verlust des Lebens erscheint doch so als ein Jetzt, indem niemand verlieren kann weder was vergangen noch was zukünftig ist. Oder wie sollte man einem etwas abnehmen können, was er nicht besitzt? — An die beiden Dinge also müssen wir denken: einmal, daß alles seinem Wesen nach unter sich gleichartig ist und von gleichem Verlauf, und daß es keinen Unterschied macht, ob man hundert oder zweihundert Jahre lang oder ewig ein und dasselbe sieht. Und dann, daß auch der, der am längsten gelebt hat, doch nur dasselbe verliert, wie der, der sehr jung stirbt. Denn nur das Jetzt ist es, dessen man beraubt werden kann, weil man nur dieses besitzt, und niemand kann verlieren, was er nicht hat.
Κἂν τρὶς χίλια ἔτη βιώσεσθαι μέλλῃς, κἂν τοσαυτάκις μύρια, ὅμως μέμνησο ὅτι οὐδεὶς ἄλλον ἀποβάλλει βίον ἢ τοῦτον ὃν ζῇ, οὐδὲ ἄλλον ζῇ ἢ ὃν ἀποβάλλει. εἰς ταὐτὸν οὖν καθίσταται τὸ μήκιστον τῷ βραχυτάτῳ. τὸ γὰρ παρὸν πᾶσιν ἴσον καὶ τὸ ἀπολλύμενον οὖν ἴσον καὶ τὸ ἀποβαλλόμενον οὕτως ἀκαριαῖον ἀναφαίνεται. οὔτε γὰρ τὸ παρῳχηκὸς οὔτε τὸ μέλλον ἀποβάλοι ἄν τις· ὃ γὰρ οὐκ ἔχει, πῶς ἄν τις τοῦτο αὐτοῦ ἀφέλοιτο; τούτων οὖν τῶν δύο δεῖ μεμνῆσθαι· ἑνὸς μέν, ὅτι πάντα ἐξ ἀιδίου ὁμοειδῆ καὶ ἀνακυκλούμενα καὶ οὐδὲν διαφέρει, πότερον ἐν ἑκατὸν ἔτεσιν ἢ ἐν διακοσίοις ἢ ἐν τῷ ἀπείρῳ τὰ αὐτά τις ὄψεται· ἑτέρου δέ, ὅτι καὶ ὁ πολυχρονιώτατος καὶ ὁ τάχιστα τεθνηξόμενος τὸ ἴσον ἀποβάλλει. τὸ γὰρ παρόν ἐστι μόνον, οὗ στερίσκεσθαι μέλλει, εἴπερ γε ἔχει καὶ τοῦτο μόνον καὶ ὃ μὴ ἔχει τις οὐκ ἀποβάλλει.
Alles beruht auf der Ansicht! Dafür zeugen die Aussprüche des Kynikers Menimus und für diesen zeugt wieder die Brauchbarkeit des Gesagten, wenn man es auf das Wahre darin einschränkt.
Ὅτι πᾶν ὑπόληψις. δῆλα μὲν γὰρ τὰ πρὸς τὸν Κυνικὸν Μόνιμον λεγόμενα· δῆλον δὲ καὶ τὸ χρήσιμον τοῦ λεγομένου, ἐάν τις αὐτοῦ τὸ νόστιμον μέχρι τοῦ ἀληθοῦς δέχηται.
Die Seele des Menschen tut sich selbst den größten Schaden, wenn sie sich von der Natur abzusondern, gleichsam aus ihr herauszuwachsen strebt. So, wenn sie unzufrieden ist über irgend etwas, das sich ereignet. Es ist dies ein entschiedener Abfall von der Natur, in der ja diese eigentümliche Verkettung der Umstände begründet ist. Ebenso, wenn sie jemand verabscheut oder anfeindet oder im Begriff ist, jemand weh zu tun, wie allemal im Zorn. Ebenso wenn sie von Lust oder von Schmerz sich hinnehmen läßt; oder wenn sie heuchelt, heuchlerisch und unwahr etwas tut oder spricht; oder wenn ihre Handlungen und Triebe keinen Zweck haben, sondern ins Blaue hinausgehen und über sich selbst völlig im unklaren sind. Denn auch das Kleinste muß in Beziehung zu einem Zweck gesetzt werden. Der Zweck aber aller vernunftbegabten Wesen ist: den Grundsätzen und Satzungen des ältesten Gemeinwesens Folge zu leisten.
Ὑβρίζει ἑαυτὴν ἡ τοῦ ἀνθρώπου ψυχὴ μάλιστα μέν, ὅταν ἀπόστημα καὶ οἷον φῦμα τοῦ κόσμου, ὅσον ἐφ̓ ἑαυτῇ, γένηται· τὸ γὰρ δυσχεραίνειν τινὶ τῶν γινομένων ἀπόστασίς ἐστι τῆς φύσεως, ἧς ἐν μέρειἑκάστου τῶν λοιπῶν φύσεις περιέχονται. ἔπειτα δέ, ὅταν ἄνθρωπόν τινα ἀποστραφῇ ἢ καὶ ἐναντία φέρηται ὡς βλάψουσα, οἷαί εἰσιν αἱ τῶν ὀργιζομένων. τρίτον ὑβρίζει ἑαυτήν, ὅταν ἡσσᾶται ἡδονῆς ἢ πόνου. τέταρτον, ὅταν ὑποκρίνηται καὶ ἐπιπλάστως καὶ ἀναλήθως τι ποιῇ ἢ λέγῃ. πέμπτον, ὅταν πρᾶξίν τινα ἑαυτῆς καὶ ὁρμὴν ἐπ’ οὐδένα σκοπὸν ἀφιῇ, ἀλλ’ εἰκῇ καὶ ἀπαρακολουθήτως ὁτιοῦν ἐνεργῇ, δέον καὶ τὰ μικρότατα κατὰ τὴν ἐπὶ τὸ τέλος ἀναφορὰν γίνεσθαι· τέλος δὲ λογικῶν ζῴων τὸ ἕπεσθαι τῷ τῆς πόλεως καὶ πολιτείας τῆς πρεσβυτάτης λόγῳ καὶ θεσμῷ. αἱ
Das menschliche Leben ist, was seine Dauer betrifft, ein Punkt; des Menschen Wesen flüssig, sein Empfinden trübe, die Substanz seines Leibes leicht verweslich, seine Seele — einem Kreisel vergleichbar, sein Schicksal schwer zu bestimmen, sein Ruf eine zweifelhafte Sache. Kurz, alles Leibliche an ihm ist wie ein Strom, und alles Seelische ein Traum, ein Rauch: sein Leben Krieg und Wanderung, sein Nachruhm Vergessenheit. Was ist es nun, das ihn über das alles zu erheben vermag? Einzig die Philosophie, sie, die uns lehrt, den göttlichen Funken, den wir in uns tragen, rein und unverletzt zu erhalten, daß er Herr sei über Freude und Leid, daß er nichts ohne Überlegung tue, nichts erlüge und erheuchele und stets unabhängig sei von dem, was andere tun oder nicht tun, daß er alles, was ihm widerfährt und was ihm zugeteilt wird, so aufnehme, als komme es von da, von wo er selbst gekommen, und daß er endlich den Tod mit heiterem Sinn erwarte, als den Moment der Trennung aller Elemente, aus denen jegliches lebendiges Wesen besteht. Denn wenn den Elementen dadurch nichts Schlimmes widerfährt, daß sie fortwährend ineinander übergehen, weshalb sollte man sich scheuen vor der Verwandlung und Lösung aller auf einmal? Vielmehr ist dies das Naturgemäße, und das Naturgemäße ist niemals vom Übel.
Τοῦ ἀνθρωπίνου βίου ὁ μὲν χρόνος στιγμή, ἡ δὲ οὐσία ῥέουσα, ἡ δὲ αἴσθησις ἀμυδρά, ἡ δὲ ὅλου τοῦ σώματος σύγκρισις εὔσηπτος, ἡ δὲ ψυχὴ ῥόμβος, ἡ δὲ τύχη δυστέκμαρτον, ἡ δὲ φήμη ἄκριτον· συνελόντι δὲ εἰπεῖν, πάντα τὰ μὲν τοῦ σώματος ποταμός, τὰ δὲ τῆς ψυχῆς ὄνειρος καὶ τῦφος, ὁ δὲ βίος πόλεμος καὶ ξένου ἐπιδημία, ἡ δὲ ὑστεροφημία λήθη. τί οὖν τὸ παραπέμψαι δυνάμενον; ἓν καὶ μόνον φιλοσοφία· τοῦτο δὲ ἐν τῷ τηρεῖν τὸν ἔνδον δαίμονα ἀνύβριστον καὶ ἀσινῆ, ἡδονῶν καὶ πόνων κρείσσονα, μηδὲν εἰκῇ ποιοῦντα μηδὲ διεψευσμένως καὶ μεθ̓ ὑποκρίσεως, ἀνενδεῆ τοῦ ἄλλον ποιῆσαί τι ἢ μὴ ποιῆσαι· ἔτι δὲ τὰ συμβαίνοντα καὶ ἀπονεμόμενα δεχόμενον ὡς ἐκεῖθέν ποθεν ἐρχόμενα, ὅθεν αὐτὸς ἦλθεν· ἐπὶ πᾶσι δὲ τὸν θάνατον ἵλεῳ τῇ γνώμῃ περιμένοντα ὡς οὐδὲν ἄλλο ἢ λύσιν τῶν στοιχείων, ἐξ ὧν ἕκαστον ζῷον συγκρίνεται. εἰ δὲ αὐτοῖς τοῖς στοιχείοις μηδὲν δεινὸν ἐν τῷ ἕκαστον διηνεκῶς εἰς ἕτερον μεταβάλλειν, διὰ τί ὑπίδηταί τις τὴν πάντων μεταβολὴν καὶ διάλυσιν; κατὰ φύσιν γάρ· οὐδὲν δὲ κακὸν κατὰ φύσιν.